Niemand litt und feierte so leidenschaftlich wie SBK-Ikone Frankie Chili
Weil Frankie Chili in Rimini Badestrände betreibt, trug die Superbike-Ikone den Spitznamen ‹der schnellste Bademeister der Welt›. Beim Meeting in Misano werden wir den 61-Jährigen wohl nicht sehen.
Es gibt nur wenige Superbike-Piloten, die eine so große und treue Fangemeinde haben wie Pierfrancesco «Frankie» Chili. Der Italiener kämpfte aufopferungsvoll und leidenschaftlich, war für jedermann zugänglich und ein Sportsmann durch und durch. Als der mittlerweile 61-Jährige nach der Saison 2006 Helm und Lederkombi an den Nagel hing, war das in Italien ein Großereignis.
Warum er so beliebt war, wunderte Chili selbst. «Ich glaube, es liegt einfach daran, dass ich ein ziemlich normaler Typ bin», mutmaßte der Haudegen einst. «Wenn ich gewonnen habe, dann war das für alle, nicht nur für mich selbst oder für mein Team. Ich denke, die Leute mögen mich, weil ich ihnen etwas zurückgegeben habe. Manchmal hatte ich es im Rennen übertrieben und stürzte, aber so war ich nun einmal. Ich bin Rennen nie mit dem Taschenrechner gefahren, ich wollte einfach nur gewinnen.»
Zwischen 1995 und 2006 eroberte Chili in 277 Rennen ordentliche 17 Laufsiege und 61 Podestplätze. Monza war mit vier Siegen und neun Top-3-Ergebnissen seine beste Piste. In Misano triumphierte er zweimal und holte insgesamt sechs Podestplätze.
Frankie stammt aus Bologna, lebt aber seit vielen Jahren in Rimini unweit der Rennstrecke in Misano. Nur wenige Kilometer entfernt betreibt er mit seiner Familie zwei Strände und vermietet Zimmer an Touristen. Chili selbst wachte als Bademeister über die Sicherheit seiner Gäste.
2018 bekam Chili die schockierende Diagnose Parkinson. Im selben Jahr besuchte er ein letztes Mal den Superbike-Event vor seiner Haustür. Denn diese Erkrankung führt zu motorischen Störungen, die im Endstadium ein normales Leben unmöglich machen. Eine Heilung gibt es nicht, mit Medikamenten lässt sich der Verlauf nur verlangsamen.
Als SPEEDWEEK.com-Mitarbeiter Waldemar Da Rin im September 2025 Chili einen Besuch abstattete, machte die Superbike-Ikone einen guten Eindruck. «Mein Gesundheitszustand ist stabil", sagte der ehemalige Rennfahrer damals. «Es wird zwar nicht besser, aber zum Glück auch nicht schlechter. Unsere zwei Strände und die Ferienwohnungen halten meine Frau Romina und mich jedenfalls auf Trab.»
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