Lewis Hamilton über Ferrari-Dilemma: «Das habe ich noch nie verlangt»
Der Rückstand von Ferrari-Superstar Lewis Hamilton auf WM-Leader Kimi Antonelli: 76 Punkte. Viele Tifosi fordern – Ferrari muss nun endlich ganz auf die Karte Hamilton setzen. Was der Brite dazu sagt.
Realistisch betrachtet ist der WM-Express für Ferrari abgefahren: Mit seinem Heimsieg in Monza hat der Italiener Kimi Antonelli den Vorsprung ausgebaut, der 20-Jährige aus Bologna steht bei 267 Punkten und wird 2026 mit grosser Wahrscheinlichkeit zum jüngsten Formel-1-Champion. Den bisherigen Rekord hält Sebastian Vettel, der sich 2010 mit 23 Jahren, 4 Monaten und 11 Tagen zum Champion machte.
Kimi also bei 267 Punkten, gefolgt vom zweiten Mercedes-Piloten, George Russell, mit 201 Zählern. Der erste Verfolger der Stern-Fahrer – Ferrari-Superstar Lewis Hamilton mit 191 Punkten.
Viele Tifosi fordern: Ferrari müsste nun im Titelkampf ganz auf die Karte Hamilton setzen, um die mathematische Titelchance zu wahren. Aber Lewis meint: «Ich fordere beim Team nicht, dass man auf mich setzt, das habe ich von einem Formel-1-Rennstall noch nie verlangt. Was ich hingegen mit Nachdruck fordere, das ist, dass wir mehr aus unseren Möglichkeiten machen.»
Hand aus Herz: Sieht sich Lewis Hamilton überhaupt noch im Titelrennen? Der siebenfache Weltmeister meint: «So lange die mathematische Chance da ist – ja. Auch wenn wir natürlich sehen, wie stark Mercedes ist.»
«Der Ferrari hat ein wirklich gutes Chassis, das erkennen wir auf jeder Strecke, wo Motorleistung nicht im Vordergrund steht. Wir haben unsere Antriebseinheit vor dem Monza-Wochenende verbessert, aber wir wussten immer, dass dies nicht die Antwort auf alle Fragen sein würde oder dass damit die Lücke zu Mercedes geschlossen wird. Ich sehe, wie die ganze Ferrari-Mannschaft ackert, und wir machen auch stetig Fortschritte, aber Mercedes ist einfach so verflixt stark. Das macht das Aufholen so knifflig.»
«Mehr können wir auf Entwicklungsseite fast nicht tun. Also müssen wir uns darauf konzentrieren, mehr aus dem Wochenende zu holen. Wir hatten in diesem Jahr viele gute Auftritte, aber ganz ehrlich – es gab halt auch Qualifyings oder Grands Prix, bei welchen wir arge Böcke geschossen haben.»
«Wir müssen uns mit perfekter Umsetzung eines Wochenendes in eine Position bringen, dass wir davon profitieren, wenn Mercedes sich auch mal einen Schnitzer leistet.»
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