Enger Schlagabtausch im Misano-FP1: Marc Marquez vor Marco Bezzecchi!
Es ging hin und her: Nach den ersten 45 Minuten der MotoGP-Schlacht in Misano behielt Weltmeister Marc Marquez knapp die Oberhand. Es folgte Hausherr Marco Bezzecchi vor Aprilia-Kollege Fernandez.
Die Piloten der kleineren GP-Kategorien hatten den Helden der Königsklasse am Freitagmorgen als Streckentrockner gedient. Als die Strecke um 10.45 Uhr für die 45-minütige Auftaktsession freigegeben wurde, schien der Asphalt komplett trocken.
Unglaublich, aber wahr: Das freie Training war 45 Sekunden alt, da überschlug sich die Yamaha von Jack Miller ins Kiesbett. Als wäre es nass, war dem Routinier das Vorderrad beim Anbremsen von Kurve 4 schlagartig weggerutscht. Der Australier musste seine Session auf dem Ersatzbike mit Verspätung fortsetzen.
Nicht auf der Strecke kreisen wie schon beim letzten Event im MotorLand Aragon die Trackhouse-Aprilia mit Ai Ogura und die Tech3-KTM unter Vinales. Beide Athleten fehlen verletzungsbedingt. Während Espargaro Vinales vertritt, steht Oguras Bike. Aprilia-Testfahrer Lorenzo Savadori ist zeitgleich mit 850er-Testfahrten in Barcelona beschäftigt.
Nach zehn Minuten auf der zwar trockenen, aber offensichtlich noch nicht perfekten Piste hatte sich ein erstes Bild ergeben, das von den VR46-Academy-Piloten Marco Bezzecchi (Aprilia) und Luca Marini (Honda) geprägt war. Bezzecchi, mit 24 Punkten Rückstand Dritter der WM-Tabelle, markierte mit einer 1:32,0 min die erste relevante Zeit. Zum Vergleich: Vor 12 Monaten hatte Franky Morbidelli, ebenfalls ein VR46-Athlet, die Bestzeit mit einer 1:31,3 min gesetzt.
35 Minuten vor Ende der ersten Session mussten die Marshalls zum zweiten Mal aktiv werden: KTM-Ass Pedro Acosta war beim Anbremsen der ersten Kurve abgeflogen. Acosta eilte unversehrt zur Red Bull-Garage, um sich mit seinem zweiten Motorrad wieder einzuklinken.
Auf dem Zeitenmonitor hatten sich derweil die Spanier zu Wort gemeldet. Alex Marquez hatte Platz 2 von Marini übernommen, dahinter Champion Marc Marquez, Acosta und Jorge Martin. Damit hatten sich auch vier Hersteller in den Top 5 platziert.
Zunächst überhaupt nicht zurechtkam Rookie Toprak Razgatlioglu. «El Turco», der den frühen Crash von Teamkollege Miller aus nächster Nähe verfolgt hatte, traute den Bedingungen noch nicht und beließ es zunächst mit Orientierungsrunden an letzter Position.
Auch an der Spitze wurden die Zeiten lange nicht verbessert. Die meisten Piloten waren nun mit Medium-Rennreifen unterwegs, um Daten zu sammeln. Es dauerte bis zum Start der zweiten Hälfte des FP1, dann gelang Lokalmatador Bezzecchi die erste 1:31er-Runde. LCR-Honda-Pilot Johann Zarco schaffte mit der bis dato drittbesten Rundenzeit ein Ausrufezeichen.
Mit 15 Minuten auf der Uhr kam weitere Bewegung in das FP1. Yamaha-Pilot Fabio Quartararo, der sich nach dem Aragon-GP weitere Wortgefechte mit seinem Arbeitgeber zum Stichwort «Konkurrenzfähigkeit» geliefert hatte, schob sich auf Platz 6 vor (+0,558 sec). Ganz vorne hatte Marc Marquez nachgelegt. 1;31,680 min und damit Platz 1 für den Vorjahressieger des GP-Rennens. Dahinter jetzt der Sprint-Sieger von 2025, Marco Bezzecchi, vor Teamkollege Jorge Martin, Alex Marquez und Zarco.
Bemerkenswert, Pol Espargaro. Zehn Minuten vor Schluss hielt sich der KTM-Ersatzmann auf Platz 12 und damit vor den Markenkollegen Enea Bastianini und Brad Binder. Weiter ganz hinten mit über vier Sekunden Rückstand – Toprak Razgatlioglu.
Vier Minuten vor dem Abwinken, dann die nächste Revanche von Marco Bezzecchi. Mit 1:31,647 min war der Italo-Racer 0,033 sec schneller als der in der WM-Tabelle fünf Punkte besser notierte Marc Marquez. Eine Minute später presste sich Acosta auf P2 – der Spanier war zwei Tausendstel schneller als «MM93». Dann wurde es noch enger: Johann Zarco verpasste die Bestzeit um 0,003 sec – bis Bezzecchi nochmals nachlegte: 1:31,528 min. Bestzeit. Dann die finale Antwort des Weltmeisters. Als Bezzecchi bereits abgedreht hatte, konterte Marc Marquez und war nochmals 0,060 sec schneller.
Spannend: Die Top 8 – Marc Marquez, Bezzecchi, Fernandez, Alex Marquez, Zarco, Acosta, Marini und Martin – waren am Ende des FP1 durch 0,267 sec getrennt. Während Toprak Razgatlioglu es im Finale mit 0,7 s Rückstand noch auf Platz 14 schaffte, blieb Ducati-Werksfahrer Pecco Bagnaia als 18. erneut blass.
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