Neue Formel-1-Strecke: Das sind die kniffligsten Stellen auf dem Madring
SPEEDWEEK.com fuhr vor dem ersten GP in Madrid schon über die Strecke «Madring». Was die kritischen Punkte sind, worauf es ankommt und was die Besonderheiten des Kurses sind. Exklusive Fotos!
Dass eine Rennstrecke neu in den Kalender kommt und für alle Teams komplettes Neuland ist, kommt eher selten vor. Zuletzt waren nur zwei US-Rennen neue Kurse im Kalender: 2022 Miami und 2023 Las Vegas. In diesem Jahr, 2026, ist der Madring im Nordosten der spanischen Hauptstadt Madrid neu in der Formel 1. Vor dem ersten Rennen am Sonntag konnte SPEEDWEEK.com bei einer Streckentour schon mal einen Blick auf den neuen Kurs werfen – gefahren auf den Trucks, die Fans aus dem Fernsehen von der Fahrerparade vor dem Rennen kennen.
SPEEDWEEK.com vor dem ersten GP auf dem Madring
Wie ist er also, dieser mysteriöse Madring, um den es so viele Gerüchte gab? Würde er rechtzeitig fertig werden, oder kämen doch noch Anwohnerproteste in die Quere und würden das Vorhaben verzögen? Würde die als Rekordkurve konzipierte Steilkurve gelingen? Das vorweg: Alles ist rechtzeitig fertig geworden.
Ein erster Blick auf den Madring: Alles neu – klar. Auch der Asphalt. Der wirkte selbst auf Sneakers noch recht rutschig. Und die Strecke insgesamt? Eng, abwechslungsreich, anspruchsvoll, aber wirklich vielversprechend. Das Wochenende verspricht Chaos, Überraschungen und knifflige Momente für die Fahrer.
Gleich nach dem Start die erste Herausforderung!
Der erste Knackpunkt wartet auf die Fahrer gleich nach dem Start: Nur 200 Meter nach Start/Ziel wartet die erste Kurve. Und die ist gleich eine komplexe Schikane. Hier könnte es nach dem Rennstart heiß hergehen.
Apropos Zeit kosten. Die Boxengasse ist laut Tourguide die längste im Rennkalender. Ein Reifenwechsel kostet entsprechend besonders viel Zeit. Die Durchfahrtszeit bei 80 km/h soll bei 25 Sekunden liegen.
Der erste Teil der Rennstrecke ist ein Stadtkurs, führt über normale Straßen am Messegelände nahe dem Flughafen Barajas. Am Streckenrand kann man sich sogar über aktuelle Spritpreise informieren (Bleifrei für 1,869 Euro). Immer wieder zeigen auch Straßenschilder, wie nah das Madrider Autobahnnetz mit Flughafen und Sportstätten ist.
Tribünen am Streckenrand gibt’s von Luxus-Club im Inneren der Monumental-Steilkurve über normale Tribünen bis hin zu einfacheren Sitzgelegenheiten.
Monaco-Freunde bekommen auf dem Madring auch zwei Tunnel geboten – allerdings kürzer als im Fürstentum. Der höchste Punkt der Strecke ist in Kurve 7. Die Anfahrt dort hoch hat es in sich. Es sind zwar nur 10 Meter Höhenunterschied und 8 Prozent Steigung – aber Respekt an alle, die hier am Abend die Strecke joggen.
Das wahre Highlight der Rennstrecke ist die «Monumental», Kurve 12. Sie ist nun offiziell die Rekord-Steilkurve der Formel 1: Mit 550 Metern ist sie die längste des Kalenders. Sie hat 24 Prozent Neigung – und die spürt man bei der Durchfahrt deutlich (vor allem, wenn man auf einem offenen Truck steht, der sich nach rechts neigt). Auf den Fotos kommt die Stärke der Neigung nicht so gut rüber wie in echt – der Blick auf den Truck vor unserem zeigt aber, wie schräg die Kurve ist.
Der Madring ist, zumindest was Garagen, Fahrerlager und andere Anlagen angeht, quasi das Anti-Monaco. Hier herrscht kein Platzmangel, sondern fast ein Platz-Überschuss. Die Anlage ist riesig.
Für alle, die im Paddock arbeiten, ist der Madring eine Rennstrecke der weiten Wege. Die Garagen der Teams sind über zwei Messehallen und einen Außenbereich verteilt. Kurioserweise ist wegen eines Verwaltungsgebäudes mittendrin auch in der Boxengasse eine Lücke zwischen den Garagen.
Die Motorhomes für die Hospitality-Bereiche sind dann noch mal einen stattlichen Spaziergang entfernt. Das Media Center ist in einer weiteren Messehalle. Die SPEEDWEEK.com-Reporterin bekam bereits um 11:08 Uhr auf ihrer Smartwatch das Kompliment: Schritte-Ziel für den Tag erfüllt!
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