Zweimal abgeräumt, trotzdem WM-Leader: Albert Arenas biss auf die Zähne
Zum zweiten Mal in der Supersport-WM 2026 wurde Albert Arenas in einem Rennen unverschuldet abgeräumt. Dass der WM-Leader und Yamaha-Pilot im zweiten Lauf Dritter wurde, ein Kraftakt.
Es ist erstaunlich, wie schnell sich Albert Arenas nach fünf Jahren Moto2 auf die Supersport-Yamaha eingeschossen hat. Nach Platz 4 im ersten Saisonrennen auf Phillip Island holte der Spanier bereits im zweiten Lauf den ersten Sieg und ist seitdem ein Vorbild an Konstanz: drei Siege und 14 Top-3 hat der 29-Jährige in 18 Rennen eingefahren. Seit Balaton Park Anfang Mai führt der AS-Racing-Pilot die Meisterschaft an.
Und Arenas hat besonders Pech: Zweimal wurde er von einem anderen Piloten vom Motorrad gerammt. Zuerst in Most (Lauf 2) von Jaume Masià (Ducati) sowie am vergangenen Wochenende in Magny-Cours (Lauf 1) von Jeremy Alcoba (Kawasaki). Befürchtungen, der Yamaha-Pilot könnte sich die Hand gebrochen haben, bestätigten sich glücklicherweise nicht.
«Mit der Hand scheint alles ok zu sein, wir werden aber weitere Tests machen. Es war ein heftiger Schlag, aber zum Glück war nichts gebrochen und ich konnte das Wochenende fortsetzen», erzählte Arenas im Fahrerlager von Magny-Cours SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach. «Ich hatte ordentliche Schmerzen. Die Bremse langsam zu lösen, war das größte Problem. In den flüssigen ersten Kurven war ich gut, aber danach wurde es schwierig – irgendwie habe ich es hinbekommen. Deshalb war ich ohne Erwartungen in das zweite Rennen gestartet.»
Als Zweiter auf dem Podium erreichte Arenas eine starke Schadensbegrenzung. Das verhinderte jedoch nicht, dass der WM-Zweite Valentin Debise (ZX Moto) mit zwei dritten Plätzen ordentlich Punkte aufholen konnte. Mit einem Vorsprung von 82 Punkten kam Arenas aus der Sommerpause, mit 70 Punkten reiste er aus Frankreich ab.
Der Vorfall mit Alcoba wirkte bei Arenas aber auch im Kopf nach. «Wahrscheinlich konnte man von außen gar nicht einschätzen, welche Kräfte bei dem Crash gewirkt haben. Ich war auch überrascht, dass die Stewards den Crash als normalen Rennunfall eingestuft haben – das sehe ich komplett anders», kritisierte der Spanier. «Glücklich war ich mit dieser Situation nicht, denn wir sind doch immer bemüht, das Fahren sicherer zu machen, und wollen professioneller sein. Am Samstag hatte ich zwar gesagt, dass so etwas passieren kann, aber am Sonntagmorgen tat mir alles weh.»
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