Martin Brundle zu Ferrari: «Hamilton und Leclerc? Es wird erneut krachen»
Das Platzhirsch-Gehabe von Charles Leclerc und Lewis Hamilton bei Ferrari gibt viel zu reden. Der langjährige Formel-1-Fahrer Martin Brundle warnt: «Es wird zwischen den beiden erneut krachen.»
Ferrari hatte in Mexiko das schnellste Auto, aber das Duell Charles Leclerc gegen Lewis Hamilton hat die Italiener den Sieg gekostet. Dieser Ansicht ist auch Martin Brundle in seiner Nachbetrachtung des Mexiko-GP für die britische Sky.
Der 67-jährige Engländer (158 Grands Prix, WM-Sechster 1992) schreibt: «Max war in Mexiko ziemlich schnell, aber ich denke, das Gerangel zwischen Leclerc und Hamilton hat beide das Rennen gekostet, weil Charles später die Strafe erhielt und weil der Zweikampf Lewis in eine ziemlich schlechte Position gegen Max brachte.»
«Beide fuhren in Kurve 4 über die Ideallinie hinaus, mit Charles aussen in der Wiese, Lewis würgte sich noch um die Kurve herum. Charles hätte den Platz eigentlich zurückgeben sollen, aber er konnte nicht, weil der listige Max Verstappen sich sofort zwischen die beiden Ferraris drängte.»
Brundle gibt zu bedenken: «Sie alle sind von Natur aus Racer, und sie arbeiten in seinem seltsamen Geschäft, in dem man als Individuum völlig im Team-Umfeld agiert. Du wirst als Individuum gemessen, du wirst als Individuum belohnt, und wenn der Adrenalinspiegel steigt und die Lücke da ist, so bleibt es halt so wie der grosse Ayrton Senna es zu sagen pflegte: ‘Wenn du nicht in eine Lücke stichst, so bist du kein Rennfahrer mehr.’»
«Bei Ferrari gibt es viel Frustration. Charles hatte dieses Jahr einige Enttäuschungen. Es ist ein wenig wie damals, als Lando Norris in Singapur im Sprint-Rennen mit Oscar Piastri zusammenstiess; das sieht nicht gut für die Mannschaft aus, und du enttäuschst 1500 Leute, die den Rennwagen bauen, von den Motoren spreche ich erst gar nicht.»
«Du bist als Fahrer das letzte Glied in der Kette dieser riesigen Mannschaft, aber du bist derjenige, der im entscheidenden Moment liefern muss.»
Brundle glaubt auch zu wissen, was nun bei Ferrari passiert: «Der Zirkus ist weitergezogen nach Brasilien. Da werden sie uns dann ungefähr sagen: ‘Wir haben uns zusammengesetzt und alles verstanden, und wir lassen das jetzt hinter uns. Das wird nicht wieder passieren.’ Aber in Wirklichkeit wissen wir doch alle – doch, es wird wieder krachen.»
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