Ex-Ferrari-Teamchef Arrivabene: Ist Leclerc in die Hamilton-Falle getappt?
Klare Worte des früheren Ferrari-Teamchefs Maurizio Arrivabene (69) zum Duell Charles Leclerc gegen Lewis Hamilton in Mexiko: «Zwei Fahrer in der gleichen Box, aber es sind zwei verschiedene Lager.»
Von 2014 bis 2019 leitete er Ferrari, den berühmtesten Rennstall der Welt: Maurizio Arrivabene. Der 69-jährige Italiener hat einigermassen verwundert gesehen, wie Ferrari in Mexiko den Sieg verschleudert hat.
Fakt ist: Ferrari hatte im Autódromo Hermanos Rodríguez das schnellste Auto. Fakt ist auch: Ferrari hat dieses Rennen nicht gewonnen.
Einfach formuliert beharkten sich die Ferrari-Fahrer nach dem Start zum Mexiko-GP so, dass Lewis Hamilton in die Fänge von Max Verstappen geriet und von Pole auf P3 zurückfiel. Leclerc machte es sich an der Spitze gemütlich. Doch die büsste der Monegasse ein, weil er für die Aktion gegen Hamilton eine Fünfsekunden-Strafe kassierte. Damit schadete er den Siegchancen von Ferrari gleich doppelt. Max Verstappen liess sich nicht zwei Mal bitten und triumphierte.
In der GP-Nachbesprechung «Race Anatomy» unserer italienischen Sky-Kollegen ist Ex-Ferrari-Teamchef Arrivabene fassungslos. Arrivabene deutet auf den Team-internen Machtkampf zwischen Leclerc und Hamilton hin, indem er andeutet. Leclerc sei in gewisser Weise in die Falle von Hamilton getappt, der versuche, aus diesem Vorfall Kapital zu schlagen, um innerhalb von Ferrari sein Revier zu markieren.
Arrivabene sagt: «Wir dürfen nicht vergessen – Leclerc hat es mit Hamilton zu tun, der enorme Erfahrung und Cleverness mitbringt. Beide haben in der entscheidenden Szene zu spät gebremst, aber Lewis hatte die Erfahrung, sich auf der Strecke zu halten, während Leclerc eine blamable Figur gemacht hat. Es tut mir leid, das zu sagen.»
Arrivabene spricht auch von «zwei Piloten in der gleichen Box, aber wir sehen zwei verschiedene Lager».
Arrivabene fordert vom heutigen Ferrari-Steuermann Fred Vasseur eine harte Hand: «Der Teamchef muss der Teamchef sein, und der Fahrer muss der Fahrer sein. Manchmal machen die Piloten auch ein bisschen hinterhältige Aussagen, im Sinne von versuchen, das ganze Team, das ganze Unternehmen auf ihre Seite zu ziehen. Da muss der Teamchef eingreifen, indem er Chef ist und sagt: ‘Achtung, Kinder, das nächste Mal, wenn so etwas passiert, fliegen die Fetzen.’ Jeder an seinen Platz: ‘Ihr seid Fahrer und damit Angestellte von Ferrari.’ Punkt und Schluss.»
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