Harley-Davidson Bagger World Cup 2027: 16 Rennen und zwei neue Teams
Harley-Davidson stellte am 4. November in Mailand die Neuerungen für den Bagger World Cup 2027 vor. Le Mans, Barcelona und Portimao sind neu im Kalender. Das Fahrerfeld wird ebenfalls aufgestockt.
2026 fand im Rahmen der MotoGP-WM die erste Saison des Harley-Davidson Bagger World Cups statt. An sechs Events wurden in Austin, Mugello, Assen, Silverstone, Aragon und Spielberg insgesamt zwölf Rennen gefahren. Auf dem Red Bull Ring wurde der Australier Archie McDonald als erster Gesamtsieger gefeiert.
Das Startfeld war in diesem Jahr überschaubar und bestand aus vier Teams sowie rund zehn Fahrern – je nachdem, ob Wildcard-Piloten dabei waren oder nicht. Für Harley-Davidson war es eine erste Saison, um Erfahrungen auf der weltweiten Bühne zu sammeln. Der US-amerikanische Hersteller betonte stets, dass man die Serie in den nächsten Jahren ausbauen wolle – 2027 soll es mehr Teams, Fahrer und Rennen geben.
Acht Rennwochenenden: Drei neue Strecken, ein Kurs fliegt raus
Die Traditionsmarke aus Milwaukee lässt dieser Ankündigung Taten folgen. Am 4. November stellte Harley auf der EICMA in Mailand den Rennkalender für die Saison 2027 vor. Dieser umfasst nun acht Events, also vier Rennen mehr. Der Startschuss folgt, wie schon 2026, in Austin (23. bis 25. April). Eine Woche vor dem Saisonstart findet auf dem Circuit of the Americas ein zweitägiger Vorsaison-Test statt. Neu dazugekommen in den Kalender ist Le Mans, wo Mitte Mai Rennen 3 und 4 gefahren werden. Zwei Wochen später geht es weiter im italienischen Mugello. Mitte Juni folgt in Barcelona die vierte Station – der Circuit de Barcelona-Catalunya ist neu hinzugekommen in den Kalender. Vom 25. bis 27. Juni geht es auf den TT Circuit in Assen. Nach einer zweimonatigen Pause werden dann Ende August in Spielberg die Rennen 11 und 12 ausgetragen. Vom 17. bis 19. September wird im MotorLand Aragon gefahren. Das Saisonfinale 2027 findet Anfang Oktober in Portimao statt. Die portugiesische Achterbahnstrecke ist ebenfalls neu hinzugekommen im Kalender des Bagger World Cups. Nicht mehr gefahren wird nächstes Jahr in Silverstone.
«Für 2027 erweitern wir den Bagger-Weltcup auf acht Events und 16 Rennen, darunter drei neue Austragungsorte. Mehr Events, mehr Teams, mehr Fahrer, mehr Fans und mehr Rennaction. Das ist unser Ziel für die zweite Saison der Meisterschaft», betont Jeffrey Schuessler, Director of Global Racing Programs bei Harley-Davidson. Mit gut besuchten Rennwochenenden wie Le Mans erreicht der Motorradhersteller zudem eine große Zielgruppe. «Der Kalender wird um zwei Runden erweitert, während die Gesamtzuschauerzahl bei unseren Veranstaltungen voraussichtlich um fast 60 Prozent zunehmen wird – von über 800.000 im Jahr 2026 auf etwa 1,3 Millionen im Jahr 2027.»
Zwei neue Teams, eines ist nicht mehr dabei
2026 sind in der neuen Rennserie mit Joe Rascal Racing (Australien), Saddlemen Race Development (USA), Niti Racing (Indonesien) und Cecchini Racing Garage (Italien) vier Teams angetreten. Cecchini wird 2027 nicht mehr dabei sein, dafür kommen mit Kyle Wyman Racing und Mad Monkey zwei neue hinzu. Die beiden neuen Teams werden mit jeweils einem Motorrad an der Startlinie stehen. Joe Rascal, Saddlemen und Niti Racing werden mit jeweils drei Bikes antreten.
Die Teilnahme dieser fünf Teams steht fest, Gespräche mit weiteren Teams sind noch am Laufen. Mehrere Fahrerverträge wurden bereits unterzeichnet; offizielle Bekanntgaben werden in den kommenden Wochen erwartet.
Die Renn-Harley wird noch potenter
Das Rennmotorrad für den Harley-Davidson Bagger World Cup 2027 verfügt über eine Reihe technischer Verbesserungen, die im Laufe der ersten Saison entwickelt wurden, sowie über weitere Innovationen, die sich derzeit in der Entwicklung befinden.
Harley verspricht für die kommende Saison mehr Motorleistung – die Rede ist von 2 bis 3 Prozent mehr PS, wobei die maximale Drehzahl von 7.000 auf 7.200 U/min erhöht wurde. In dieser Saison gab Harley die Leistung mit rund 200 PS an.
Verbesserungen gibt es auch beim Getriebe, darunter ein neuer Dynojet-Quickshifter-Sensor, der gemeinsam mit Harley-Davidson entwickelt wurde. Optimierungen bei der Gabel, ein verbesserter Stoßdämpfer mit unabhängig einstellbaren Dämpfungseinstellungen sowie eine überarbeitete Schwinge, die den Grip des Hinterrads verbessern soll, wurden ebenfalls genannt.
Auch in Sachen Elektronik legt Harley nach: Neu gibt es eine aktive Reifendrucküberwachung, um Teams und Fahrern zusätzliche Informationen zu liefern. Zudem soll die Haltbarkeit des Bikes verbessert worden sein. Weitere Entwicklungen seien im Gange und werden zu gegebener Zeit vorgestellt, darunter Updates bei Aerodynamik und Karosserie: Ziel ist es, den Luftwiderstand zu verringern und das Fahrverhalten zu verbessern. Auch die Ergonomie für die Fahrer sollen optimiert worden sein: Mehr Einstellmöglichkeiten bei den Lenkerbedienelementen, den Fußrasten und den Sitzkonfigurationen, um den individuellen Vorlieben der Fahrer besser gerecht zu werden, werden versprochen.
«Von Anfang an haben wir den Bagger World Cup als ein Rennprogramm betrachtet, das niemals stillsteht. Wir sind ständig auf der Suche nach mehr Leistung, sei es durch eine Steigerung der Motorleistung, eine Verbesserung des Hinterradgrips, eine Verfeinerung der Federung oder eine Optimierung der Fahrerergonomie. Das ist Teil unserer Entwicklungsphilosophie», unterstreicht Jason Kehl, Technischer Direktor und Teamchef von Harley-Davidson Factory Racing. «Einer der Vorteile, wenn mehrere Teams mit demselben Motorrad an den Start gehen, ist das technische Wissen, das wir aus ihren unterschiedlichen Herangehensweisen und Erfahrungen gewinnen. Ihr Feedback hilft uns dabei, Verbesserungspotenziale zu erkennen, und einige der Updates für 2027, darunter die erhöhte Drehzahlgrenze und die überarbeitete Gabel, sind direkte Ergebnisse dieser Zusammenarbeit. Wir kombinieren ihre Anregungen mit unserer eigenen Entwicklungsarbeit, um sicherzustellen, dass jede Verbesserung allen Teilnehmern zugutekommt. Über die Meisterschaft hinaus ermöglicht uns der Rennsport, technische Lösungen unter anspruchsvollen Bedingungen zu entwickeln und zu validieren. Die Daten und Erfahrungen, die wir dabei sammeln, können in zukünftige Serienmotorräder von Harley-Davidson sowie in die Screamin’ Eagle-Performance-Produkte einfließen. Das ist ein wichtiger Teil des Wertes dieses Rennprogramms.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach