Max Verstappen nach Test in Portimão: «Ich selbst komme gerade in Fahrt»
Nach dem Testtag des GT World Challenge Europe Endurance Cup in Portimão äußert sich der viermalige Formel-1-Weltmeister Max Verstappen ausführlich über seine Eindrücke und spricht über die 24h Spa.
Der erste Testtag des GT World Challenge Europe Endurance Cup in Portimão liegt hinter dem viermaligen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen. Der Niederländer teilt sich den Mercedes-AMG Team Verstappen Racing Mercedes-AMG GT3 mit Chris Lulham und Ben Barnicoat. Das Trio beendete den Test durch eine Rundenzeit von Chris Lulham auf dem zweiten Platz. Der Fokus von Max Verstappen lag im Test darauf, Erfahrung und Daten zu sammeln.
Max, wie hast du zunächst darauf reagiert, an diesem Wochenende beim GT World Challenge-Rennen dabei zu sein?
«Ich war schon immer gerne in Portugal und habe hier Zeit mit Freunden und meiner Familie verbracht. Als ich sah, dass es zu einer Terminüberschneidung (zwischen der GT World Challenge und der FIA WEC) kam, dachte ich mir: ‚Da springe ich gerne ein!‘ Es ist eine großartige Strecke und ein tolles Umfeld für Fans und Familien. Es ist ein sehr schöner Ort.»
Du hast beim Test im Auto gesessen. Wie ist es gelaufen?
«Es lief ganz gut. Natürlich stammen meine Vergleichswerte von der Nürburgring-Nordschleife, daher hat es ein bisschen gedauert, mich an das Fahren auf dieser Strecke zu gewöhnen. Aber der Mercedes-AMG GT3 ist sehr ausgewogen und hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er auch sehr konkurrenzfähig ist. Heute haben wir nur noch ein paar Details feinabgestimmt. Für diese Jahreszeit ist es immer noch ziemlich heiß, und das muss man ebenfalls berücksichtigen. Natürlich will man schneller fahren, man will es besser machen. Ich selbst komme gerade in Fahrt, und je mehr Runden ich fahre, desto besser läuft es.»
Was hältst du von der GT3 als Konzept? Das Feld ist zwischen vielen Herstellern sehr ausgeglichen…
«Auf jeden Fall. Für mich ist es auch der Langstreckenaspekt. Das Auto mit Teamkollegen zu teilen, ist etwas, was ich in meiner Karriere bisher noch nicht wirklich gemacht habe. Natürlich habe ich auf der Nordschleife einen Vorgeschmack darauf bekommen und es hat mir wirklich Spaß gemacht. Dass ich jetzt hier in der GT World Challenge die erste Gelegenheit dazu bekomme, ist aufregend.»
Apropos Teamkollegen: Du bist in der Vergangenheit schon gegen Ben Barnicoat gefahren, oder?
«Im Kartsport sind wir oft gegeneinander gefahren. Dann haben sich unsere Karrieren in unterschiedliche Richtungen entwickelt, aber es ist schön, wieder in Kontakt zu kommen, und es ist toll, dass wir uns das Auto teilen können.»
Und was ist mit Chris Lulham?
«Chris ist jemand, mit dem ich schon lange in der Sim-Racing-Szene zusammengearbeitet habe, und jetzt ist er hier und fährt echte Rennen. Mit jedem Rennen macht er weitere Fortschritte, wird besser, sammelt immer mehr Erfahrung und beweist sich unter den Großen im Fahrerlager.»
Was hältst du generell vom Niveau der Fahrer in der GT World Challenge?
«Das Niveau ist sehr hoch. Gegen einige von ihnen bin ich schon früher gefahren, als wir noch jünger waren. Manche sind etwas älter als ich, haben aber weltweit schon viel erreicht. Ich denke, das Niveau zeigt, warum so viele Autos am Start sind: Man will in einer der höchsten GT-Meisterschaften antreten.»
Alex Palou ist letzte Woche beim Indy 8 Hour an den Start gegangen und konnte kaum glauben, wie eng der Wettbewerb war…
«Ja, so ist das eben. Es gibt so viele gute Fahrer mit so viel Erfahrung, und sie fahren diese GT3-Autos Tag für Tag. Da ist es nur natürlich, dass die Abstände sehr gering sind. Ich verlasse beim Fahren dieser Art von Auto ein wenig meine Komfortzone, aber ich liebe es. Ich liebe es, in allen möglichen Kategorien anzutreten. Was Alex angeht: Ich bin schon online mit ihm gefahren. Im echten Leben sind wir noch nicht zusammen gefahren, aber ich hoffe, dass wir das eines Tages tun können.»
Nächstes Jahr gibt es keinen Terminkonflikt zwischen der Formel 1 und den 24 Stunden von Spa. Werden wir dich dort vielleicht sehen?
«Ich liebe Spa natürlich, also versuche ich, es hinzubekommen, da ich gut vorbereitet anreisen möchte. Ich werde mein Bestes geben, um dabei zu sein. Es liegt nahe an der niederländischen Grenze, und ich bin ja auch halb Belgier. Für mich wäre es schön, dabei zu sein und bei einem der größten Langstreckenrennen des Jahres anzutreten.»
Und zum Schluss: Was ist das Ziel für dieses Wochenende?
«Spaß zu haben, ganz klar, aber der Wettkampfgeist will natürlich auch, dass es gut läuft, oder? Wir sind hier, um zu gewinnen. Das ist immer das Ziel.»
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