Mercedes, Motor und Monaco: Neue Regel ab Monte Carlo in Kraft – was nun?
Fünf WM-Läufe 2026, fünf Siege für Mercedes. Seit 1. Juni gilt nun ein geändertes Motorreglement. Grosse Frage vor dem Traditions-GP von Monaco – wird das am Kräfteverhältnis etwas ändern?
Grosse Aufregung in der Formel 1 nach einer Sitzung von Mitte Februar: Es wurde beschlossen, dass Mercedes einen ganz cleveren Trick weiter verwenden darf, allerdings auf Zeit.
Zunächst war davon die Rede, dass Mercedes damit bis 1. August fahren kann, später wurde das nach unten korrigiert – Stichtag 1. Juni.
Mercedes machte aus dem Vorteil das Beste: fünf WM-Läufe, fünf GP-Siege in Australien (George Russell), China, Japan, Miami und Kanada (alle Kimi Antonelli).
Trostpflaster für die Gegner: Eigentlich müssten wir jetzt bei sieben Grands Prix stehen, doch der April wurde rennfrei, weil in Bahrain und Saudi-Arabien wegen des Nahost-Konflikts nicht gefahren werden konnte. Sonst wäre das Punkteguthaben von Mercedes wohl noch üppiger.
Die grosse Frage wird nun sein: Welche Auswirkung hat das Verbot des Kniffs auf das Kräfteverhältnis? Nach den GP-Wochenenden von Monaco und Katalonien werden wir schlauer sein.
Und darum geht es: Das Verdichtungsverhältnis des Motors wird von den Regelhütern der FIA statisch (also bei Stillstand des Fahrzeugs) und bei Umgebungstemperatur gemessen, es liegt 2026 bei 16:1.
Der Knackpunkt – Mercedes profitiert von der Wärmeausdehnung im Betrieb des Motors, um eine höhere Verdichtung zu erreichen (18:1). Und das ergibt potenziell Vorteile in Sachen Leistung und Effizienz. Die Rede ist von einem Plus von 15 bis 20 PS oder (je nach Art Rennstrecke) 0,2 bis 0,3 Sekunden pro Runde oder 15 bis 20 Sekunden auf eine Renndistanz.
Ferrari, Honda und Audi hatten sich bei den Regelhütern der FIA dafür starkgemacht, sich das genauer anzusehen. Aber bei einer ersten Krisensitzung kam heraus, dass es aus Sicht des Reglements wenig Ansatzpunkte gibt, den sehr cleveren Kniff von Mercedes zu unterbinden.
Ab 1. Juni muss ein Motorhersteller nachweisen können, dass die Kompressionsrate nicht nur im Stillstand eingehalten wird, sondern auch bei einer Betriebstemperatur von 130 Grad.
Die FIA teilte dazu mit: «In den letzten Wochen und Monaten haben die FIA und die Antriebshersteller gemeinsam eine Methode entwickelt, um zu quantifizieren, wie sich das Verdichtungsverhältnis von Umgebungs- zu Betriebsbedingungen verändert. Nach der Validierung dieses Ansatzes wurde ein Vorschlag eingereicht, wonach ab dem 1. August 2026 die Einhaltung des Verdichtungsverhältnislimits nicht nur unter Umgebungsbedingungen, sondern auch bei einer repräsentativen Betriebstemperatur von 130° Celsius nachgewiesen werden muss.»
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