Kleine Zweizylinder-Duke im Anmarsch: KTM schließt Lücke im Modellprogramm
Es ist ein offenes Geheimnis: KTM arbeitet an einer neuen Modellfamilie für die untere Mittelklasse. Neben einer Reiseenduro kommt auch auch ein Naked Bike mit kleinem Reihentwin. Wir haben Fotos!
15 Jahre ist es inzwischen her, dass KTM mit 125 und 390 Duke der endgültige Durchbruch auf dem Massenmarkt gelang. Mit der kleinen Einzylinder-Plattform, die später um weitere Derivate ergänzt wurde, setzte KTM nicht nur auf dem wichtigen asiatischen Markt einen Fuß in die Tür, sondern wurde auch in Europa zum wichtigsten Player im Einsteigermarkt.
Doch zwischen der kleineren Straßenbaureihe und der nächstgrößeren Modellfamilie, heute die 790 Duke und 790 Adventure, klafft eine große Lücke. Eine Lücke, die zu füllen immer wichtiger wird - im Hinblick auf den europäischen Markt, wo Modelle zwischen 400 und 600 ccm Hubraum im Aufwind sind, während der Markt für hubraumstarke Motorräder perspektivisch schrumpfen dürfte. Eine schmerzhafte Lücke jedoch ebenso im Hinblick auf den asiatischen Markt, wo mit steigendem Wohlstand auch die Ansprüche wachsen.
Um diesen Kundenwünschen gerecht zu werden, arbeiten die Mattighofener an einer Modellfamilie, die genau auf die Lücke zwischen 390-Baureihe und 790-Linie zielt: Angelegt als ganze Modellreihe, sind die Arbeiten weit fortgeschritten an einem Naked-Bike und einer Reiseenduro. Zwischen 400 und 600 Kubik aus zwei Zylindern soll das Motorrad haben und dürfte so für 55 bis 75 PS gut sein.
Zahlreiche Teile sind jedoch noch nicht final: Die Krümmer sind beispielsweise der aktuellen 790-Baureihe entnommen und dürften ebenso noch weiterentwickelt werden wie die Motorperipherie. Tatsächlich gemein mit der 790-Reihe hat der neue Twin jedoch den Hubzapfenversatz von 270 Grad.
Der Rahmen der Modellfamilie ähnelt jenem der 790-Reihe, die Auspuffkonstruktion ist ebenso neu wie das Fahrwerk. Die Namensgebung wird vom Zylindervolumen abhängen, das Modell dürfte nach der aktuellen Nomenklatur also auf den Namen 490 Duke oder 590 Duke hören.
Eine A2-konforme Version ist sicher. Verzögert wird mit einer einzelnen Scheibe am Vorderrad und die Bremszangen kommen, wie die Federelemente, von WP. Der hauseigene Hersteller für Feder- und Dämpfungselemente fertigt seit Anfang des Jahres auch Bremsen und steuert bereits Teile für die aktuelle 390 Duke und künftig auch für die 790 Duke bei.
Fotos von Prototypen zeigen ein Naked Bike, das sich noch im frühen Entwicklungsstadium befindet. Ob dieses als 490 oder 590 Duke auf den Markt kommen wird, muss die Zeit zeigen - denn der genaue Hubraum ist noch geheim, ebenso das finale Design. Am Testmotorrad sind noch zahlreiche Interimsteile zu sehen, und auch die Frontlampe ist nicht das spätere Serienbauteil, sondern der 390 Duke entnommen. Sichtbar ist jedoch eine entspanntere Sitzhaltung des Piloten, als dies bei 390 und 790 Duke der Fall ist.
Neben der ebenfalls im Fahrplan der Innviertler vorgesehenen Reiseenduro sind auch weitere Versionen denkbar, wie ein Sportbike, analog zur für China konzipierten 450 RC. Auch eine Supermoto und eine Enduro sollen zumindest in Planungen früherer Entwicklungsanläufe eine Rolle gespielt haben - das zeigten zumindest Aktionärsprospekte unter der alten Führung. Falls diese Realität würden, dann erst nach der Premiere der beiden derzeit fest eingeplanten Modelle Duke und Adventure: Diese soll im Herbst 2027 erfolgen.
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