Monaco-GP-Sieger Charles Leclerc (Ferrari): Vor Tränen nichts mehr gesehen
Als Sechsjähriger guckte Charles Leclerc beim Grossen Preis von Monaco zu und träumte davon, sein Heimrennen mit Ferrari zu gewinnen. 2024 wurde dieser Traum wahr. Leclerc erinnert sich.
Vor einigen Jahren wurde Ferrari-Ass Charles Leclerc dazu befragt, was ihm sein Heimrennen in Monte Carlo bedeute. Der heute 28-Jährige antwortete: «Ich stand als Sechsjähriger auf dem Balkon und habe auf die Rennwagen hinunter geschaut. Mir ging durch den Kopf – hier will ich eines Tages den Grand Prix von Monaco gewinnen, in einem Ferrari.»
Am 26. Mai 2024 ist dieser Traum wahr geworden: Leclerc fuhr auf eindrucksvolle Art und Weise zum Heimsieg, als zweiter Monegasse nach Louis Chiron 1931 gewann er den Heim-GP von Monaco.
Es war der erste GP-Sieg von Leclerc seit Juli 2022 auf dem Red Bull Ring, nach 40 Grands Prix Warten, es war sein sechster GP-Triumph ingesamt und sein 35. F1-Podest (gleich viele wie Juan Manuel Fangio und Emerson Fittipaldi), der erste Ferrari-Sieg in Monaco seit Sebastian Vettel 2017.
Seither triumphierte Leclerc auch in Monza und Texas 2024, doch obschon er inzwischen bei 52 Podesträngen steht, kam seit dem Rennen von Austin 2024 kein weiterer GP-Sieg mehr hinzu. Nun soll sich das ändern.
Leclerc nach seiner Sternstunde: «Dieses Rennen ist der Grund, wieso ich Rennfahrer werden wollte. Ich denke viel an meinen Papa, ohne ihn hätte ich das alles nie geschafft.» (Hervé Leclerc starb 2017 an Krebs. M.B.)
Charles weiter: «In den letzten Runden war ich emotionaler im Auto als später bei der Siegerzeremonie. Ich konnte aus dem Tunnel heraus nichts mehr erkennen, weil ich Tränen in den Augen hatte. Ich schimpfte im Rennwagen mit mir selber: ‚Verdammt, Charles! Das kannst du dir jetzt nicht erlauben! Reiss dich gefälligst zusammen!’»
«Dieser Sieg gibt 25 Punkte wie jedes andere Rennen. Aber der emotionale Wert für mich, vor eigenem Publikum zu gewinnen, vor Familie und Freunden, der ist nicht hoch genug einzuschätzen.»
Leclerc grinste über das Programm nach der Medienkonferenz: "Gut, wir haben noch eine technische Besprechung. Aber ich habe Teamchef Fred Vasseur schon gesagt, dass er sich geistig darauf vorbereiten kann, mit mir ins Hafenbecken zu hüpfen.»
Und was war nun mit dem berüchtigten Leclerc-Fluch beim Heimrennen in Monaco? Charles: «Pah! Daran hatte ich ohnehin nie geglaubt. Aber letztlich weisst du ja nie, wie viele Gelegenheiten du noch erhalten wirst, um einen Heim-GP zu gewinnen. Aus dieser Hinsicht bin ich sehr erleichtert.»
Wie hatte Leclerc in der Nacht vor dem Rennen geschlafen? Charles sagte: «Sehr gut. Kurios war, dass ich gestern Abend gewaltigen Hunger bekam. Dann habe ich meine Lieblings-Pizza bestellt und die herunter geschlugen. Das ist vielleicht nicht die beste Wahl für ein Essen vor einem Rennen, aber das habe ich gebraucht.»
Und was ist Charles Leclercs Lieblings-Pizza? «Pizza Margherita mit ganz viel Rohschinken.»
Den Sieg beim Heimrennen feierte Leclerc mit einem beherzten Sprung ins Hafenbecken. Ferrari-Teamchef Fred Vasseur hatte es vorgemacht.
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