Mercedes-Technikchef James Allison: Trotz WM-Vorsprung nicht ganz happy
Das Mercedes-Team führt sowohl die Fahrer- als auch die Team-WM an. Die Zwischenbilanz von Technikchef James Allison fällt dennoch bescheiden aus. Der Brite sagt, warum er nicht ganz glücklich ist.
Die erste Saisonhälfte hat die Mercedes-Mannschaft als WM-Spitzenreiter abgeschlossen. Der Vorsprung des Werksteams des deutschen Autobauers auf das Ferrari-Team beträgt 72 Punkte. In der Fahrer-Wertung ist Mercedes-Pilot Kimi Antonelli der Spitzenreiter, er hat ein 50-Punkte-Polster auf seinen ersten Verfolger Lewis Hamilton aus dem Ferrari-Team.
Man könnte meinen, dass die Zwischenbilanz von James Allison entsprechend ausfällt. Doch in der siebten Ausgabe der Team-Eigenen «The Nu Silver Arrows Radio Show» sagt der Mercedes-Technikchef: «Das mag vielleicht etwas undankbar klingen, aber ich bin wahrscheinlich nicht so zufrieden, wie ich es gerne wäre. Hätte uns jemand diese Position vor Saisonbeginn angeboten, hätte ich sie sofort angenommen.»
«Aber angesichts der Konkurrenzfähigkeit unseres Autos in diesem Jahr finde ich, dass wir mehr Punkte hätten holen müssen, als wir es getan haben», fügt der Ingenieur an. «Das sorgt im gesamten Team für einen gewissen Frust. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass wir uns auf die zweite Saisonhälfte freuen und darauf, einige dieser verpassten Chancen wiedergutzumachen», fährt er fort.
Grosse Anspannung vor dem Formel-1-Saisonstart
Allison weiss: «Eine der Wahrheiten, die wir intern seit mehreren Jahren immer wieder betonen, lautet, dass Regeländerungen dieser Grössenordnung den Erfolg über mehrere Jahre hinweg bestimmen können. Das Team, das von Anfang an alles richtig macht, kann sich potenziell einen langfristigen Vorteil verschaffen, daher haben wir uns schon seit langem mit diesem Gedanken auf das Jahr 2026 vorbereitet.»
«Je näher der Saisonstart rückte, desto grösser wurde natürlich die Anspannung, denn wir wussten, was auf dem Spiel stand», erinnert sich der Brite, und gesteht: «Mit einem wirklich konkurrenzfähigen Auto in Melbourne anzutreten, war deshalb sehr erfüllend.»
«Gleichzeitig lässt die Formel 1 einem nicht wirklich Zeit, innezuhalten und den Moment zu geniessen», weiss Allison. «Man wendet sich sofort dem nächsten Rennen, der nächsten Herausforderung und der nächsten Chance zu. So hat sich die gesamte Saison bisher im Grunde genommen angefühlt. Wir sind einfach von Rennwochenende zu Rennwochenende gegangen und haben versucht, unsere Leistung gut umzusetzen und das Beste aus unserer Arbeit herauszuholen», schildert er.
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