Was uns die Geschichte über die Superbike-Weltmeisterschaft in Asien lehrt
Seit Jahren wünschen sich die in der Superbike-WM engagierten Hersteller eine Veranstaltung in Asien, umsetzen ließ sich das bisher aber nicht. Was uns die Geschichte lehrt.
Die Superbike-WM 2026 ist bereits die dritte Saison in Folge mit nur einem Übersee-Event. Das Meeting auf der malerischen australischen Insel Phillip Island ist zwar traditionsreich und beliebt, aber eine Veranstaltung auf einem weiteren Kontinent steht auf der Wunschliste der Hersteller ganz oben – insbesondere Asien ist mit seinen bevölkerungsreichen und aufstrebenden Ländern wie China, Malaysia und Indonesien ein interessanter Markt.
Zuletzt gastierte die seriennahe Weltmeisterschaft in einem asiatischen Land 2023, damals auf dem Mandalika Circuit in Indonesien. Weitere Versuche, die Superbike-WM zu etablieren, scheiterten kläglich. Es fehlte nicht an Bemühungen: Immerhin sieben Rennstrecken in vier Ländern fanden ihren Weg in den Kalender.
Japan – Sugo
Sugo war die erste Rennstrecke in Asien, auf der die Superbike-WM gastierte – und sie ist bis heute die Piste, die am längsten im Kalender blieb. Von 1988 bis 2003 war der japanische Traditionskurs fester Bestandteil der seriennahen Weltmeisterschaft. 16 Mal kam die Superbike-WM in der Heimat von Honda, Kawasaki, Yamaha und Suzuki. Mit einer Länge von 3,6 km ist das Sportsland Sugo aber nicht mehr zeitgemäß.
Malaysia – Sha Alam
Der Sha Alam Circuit in Malaysia war ebenfalls einer der ersten Schauplätze der Superbike-WM in Asien. Die seriennahe Weltmeisterschaft war noch sehr jung, als die Rennen 1990 und 1991 in dem überwiegend muslimischen Staat stattfanden. Eine Rückkehr ist ausgeschlossen: Die Rennstrecke wurde 2003 abgerissen.
Indonesien – Johor
Die Rennen in Johor waren ein Abenteuer. Die Piste in Indonesien war selbst für die damaligen Verhältnisse zu gefährlich. Bei den nur zwei Events 1992 und 1993 gewannen ausschließlich Ducati-Piloten. Mittlerweile ist der Johor Circuit geschlossen.
Indonesien – Sentul
Von Johor zog die Superbike-WM zwischen 1994 und 1997 nach Sentul weiter. Sicherheitsbedenken und Verfall der Anlage sorgten für ein vergleichsweise kurzes Gastspiel.
Malaysia – Sepang
Der hochmoderne Sepang Circuit war von 2014 bis 2016 Schauplatz der Superbike-WM. Aber obwohl mit Ratthapark Wilairot ein Landsmann in der Supersport-WM am Start stand, waren die gigantischen Tribünen schon im zweiten Jahr überschaubar gefüllt.
Thailand – Buriram
Der Chang International Circuit ist eine der neuesten Rennstrecken in Asien. Auf der thailändischen Piste gastierte die seriennahe Weltmeisterschaft für vier Jahre zwischen 2015 und 2019. Der Zuschauerrückgang, seit auch die MotoGP nach Buriram kam, läutete das Ende der Superbike-WM auf der 4,5 km langen Rennstrecke ein.
Indonesien – Mandalika
Fast 30 Jahre nach Johor und Sentul kehrte die Superbike-WM nach Indonesien zurück, dieses Mal auf die Insel Lombok auf dem Mandalika Street Circuit. Ähnlich wie einst in Buriram reichte das Interesse aber nicht aus, um Rennen der Königsklasse und der seriennahen Weltmeisterschaft parallel abzuhalten. Nach drei Events (2021, 2022 und 2023) flog Mandalika aus dem Kalender.
Rückblickend kann festgehalten werden: Die Superbike-WM als Serie reicht nicht aus, um nachhaltiges Interesse in einem Land oder einer Region zu erzeugen. In europäischen Ländern wie das Vereinigte Königreich, Frankreich, Italien oder Spanien sorgen die Fans der Marken, konkurrenzfähige Fahrer und die Begeisterung für Motorradrennsport insgesamt für solide Zuschauerzahlen – so wie bis in die frühen 2000er-Jahre auch in Japan. Doch heute dominieren europäische Marken und Fahrer das Geschehen, was ein Grund für das schwindende Interesse dort ist.
Derzeit spricht viel dafür, dass China in naher Zukunft in eine Position wie einst Japan rücken könnte. Mit Kove hat eine chinesische Marke bereits eine Fahrerweltmeisterschaft gewonnen – 2025 die Supersport-WM 300. In diesem Jahr ist Kove an der neuen Sportbike-WM engagiert. Dazu sind in der Supersport-WM mit QJ Motor und ZX Moto zwei weitere Marken vertreten. Durch die Erfolge von Valentine Debise mit der ZX Moto (WM-Zweiter, sechs Siege) ist das Interesse an den Superbike-Serien in China sprunghaft gestiegen. Und sollte CF Moto den Einstieg in die Superbike-Kategorie umsetzen, wäre in jeder Kategorie mindestens ein Werk aus dem Reich der Mitte dabei.
Als Rennstrecke würde sich
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