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Nürburgring: Stoppt die EU-Kommission den Verkauf?

Bei der EU-Kommission in Brüssel liegt eine Beschwerde des Vereins «Ja zum Nürburgring» vor, die den Verkauf an nur einen einzelnen Bieter stoppen will.

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Einerseits gibt es im Verkaufsprozess des Nürburgring offenbar einen Favoriten, andererseits steht aber der gesamte Verkauf vielleicht wieder auf der Kippe. Der Verein "Ja zum Nürburgring" hat bei der EU-Kommission eine Beihilfebeschwerde eingereicht, um den Verkauf der Traditionsstrecke zu stoppen. "Wir haben keinen anderen Weg gesehen als zu verlangen, dass der Verkaufsprozess komplett neu konzipiert werden muss", wird Otto Flimm, der Initiator der Beschwerde, von der WirtschaftsWoche zitiert. "Da ist zu viel Geheimniskrämerei und Schönfärberei drin. Hier muss mehr Ehrlichkeit rein."

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Flimm kämpft seit Jahrzehnten für den Erhalt des Nürburgrings, der sich seit seinem Bau im Jahr 1927 immer im Besitz der öffentlichen Hand befand. Mit der 50-seitigen Beschwerde will der 84-jährige Spirituosenunternehmer und ADAC-Ehrenpräsident aus Brühl bei Köln erreichen, dass der "Ring" auch weiter eine Zukunft hat. "Wir können nicht akzeptieren, dass der Nürburgring durch weitere fatale Fehler seiner Zukunft beraubt wird."

Im Dezember lief die Frist für die Abgabe verbindlicher Angebote ab, die Insolvenzverwalter schweigen sich bisher über die Anzahl der eingegangenen Angebote aber aus. Nach Informationen der Zeitung soll aber der Düsseldorfer Automobil- und Motorsportzulieferer Capricorn mit einem Angebot von 50 Millionen momentan die besten Karten haben. Bereits vergangenen Montag habe sich eine Capricorn-Abordnung am Nürburgring den Führungskräften vorgestellt und Gespräche mit Mitarbeitern geführt.

Neben der Beihilfebeschwerde des Vereins "Ja zum Nürburgring" liegen in Brüssel aber noch weitere Beschwerden vor, unter anderem, weil das Land Rheinland-Pfalz als Haupteigentümer des Nürburgrings eine halbe Milliarde Euro an unzulässigen Beihilfen in den Ring gesteckt haben soll, von denen 330 Millionen mit dem Bau von Hotels, Restaurants, einem Feriendorf und dem Freizeitpark verbraten wurden. Durch den Verkauf wollten die Insolvenzverwalter Jens Lieser und Thomas Schmidt die bestehende Beihilfeproblematik nun lösen.

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Das wäre aber nur der Fall, wenn der Verkauf europarechtlichen Ansprüchen genügt und tatsächlich unter Wettbewerbsbedingungen stattfindet. Laut dem Anwalt des Vereins "Ja zum Nürburgring", Dieter Frey, liegen allerdings einige Verfahrensfehler vor, die auf den 50 Seiten der Beschwerde ausgeführt werden. Der Verkauf des gesamten Komplexes inklusive aller Neubauten an nur einen Bieter sei "völlig ungeeignet, die marktübergreifenden Wettbewerbsverzerrungen rückgängig zu machen", sagte Flimm. "Wenn die Rennstrecken mit der Kirmes gekoppelt verkauft wird, dann werden die Beihilfen nicht rückgängig gemacht, sondern zementiert. Der ganze Ablauf ist unbefriedigend und falsch."

In der Beschwerde heißt es: "Das unter Verstoß gegen europäisches Beihilferecht aufgebaute Konglomerat aus Unternehmungen unterschiedlicher Wirtschaftssegmente soll unverändert fortgeführt werden." Durch den Verkauf an nur einen Bieter würden dann nämliche sämtliche Beihilfen auch wieder nur an den einen Käufer übergehen und von dem könnte die Kommission einen dreistelligen Millionenbetrag zurückfordern, argumentiert der Verein.

Wie die EU-Kommission reagieren wird, bleibt abzuwarten und auch, ob der Verkauf des Nürburgring wie geplant im ersten Quartal 2014 über die Bühne gehen kann. "Ja zum Nürburgring" will aber nicht nur den Verkauf stoppen, sondern eine langfristig positive Lösung für den insolventen Nürburgring finden. "Wir wollen diesen unseligen Verkaufsprozess stoppen und auf schlimme Fehler hinweisen, bevor sie gemacht werden. Das würde der Nürburgring nicht aushalten", sagte Flimm. "Wir sind aber jederzeit bereit, uns mit der Landesregierung und den Insolvenzverwaltern an einen Tisch zu setzen und gemeinsam dafür zu kämpfen, dass eine langfristig gute Lösung für den Ring gefunden wird."

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