Homologation und Legalität von Superbikes: FIM optimiert die Messverfahren
Die FIM und der Messtechnologie-Anbieter Hexagon sind eine Partnerschaft eingegangen, um die Homologations- und Konformitätsprozesse für die Superbike-WM zu verbessern und zu standardisieren.
Für die Rennsaison 2026 setzt die FIM für die Mess- und Homologationsarbeiten an straßenzugelassenen Serienmotorrädern in der Superbike-WM tragbares Equipment des Unternehmens Hexagon ein. Alle Bikes müssen strengen Vorschriften entsprechen, die sicherstellen, dass die Maschinen gemäß den Konstruktionsrichtlinien und engen Toleranzen in Übereinstimmung mit den technischen Vorschriften der FIM modifiziert werden. Die Vorschriften geben die Grenzen für Anpassungen an den Serienmotorrädern für den Renneinsatz in der seriennahen Weltmeisterschaft vor.
Um die Mess- und Homologationsprozesse zu vereinfachen und zu professionalisieren, strebte die FIM eine schnellere und präzisere Bewertung von Motorrädern unter Verwendung der neuesten tragbaren Prüf- und Digitalisierungstechnologien an. Die technischen Prüfer der FIM setzen auf den tragbaren 7-Achsen-Messarm «Absolute Arm» und den Laserscanner «Absolute Scanner AS1» von Hexagon, um Motorräder und einzelne Teile zu vermessen und um die Einhaltung der geltenden FIM-Vorschriften festzustellen.
Wachsender Bedarf an moderner Messtechnik
«Wir haben einen dringenden und wachsenden Bedarf an modernster Messtechnik, um die Prüfung und Kontrolle von Motorrädern zu verbessern. Die Entscheidung über Konformität oder Nichtkonformität mit herkömmlichen Methoden war äußerst zeitaufwendig, und bei einigen Bauteilen – insbesondere bei aerodynamischen Oberflächen mit komplexen Geometrien – war sie schlichtweg unmöglich», betonte Dominique Hebrard, Technischer Direktor der FIM CTI. «Diese Partnerschaft bringt uns auf die nächste Stufe. Der Einsatz des Hexagon-Messarms bietet die Genauigkeit, Geschwindigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Mobilität, die wir benötigen, um alle Abmessungen – einschließlich der Konformität des gesamten Aerodynamikpakets eines Motorrads sowie einzelner Teile – auf sehr spezifische Toleranzen hin zu überprüfen, ganz gleich, ob wir uns in unserer technischen Zentrale befinden, einen Hersteller besuchen oder während einer FIM-Veranstaltung an der Rennstrecke sind. Sie haben unsere Arbeit wirklich erleichtert, indem sie unsere technischen Abnahmeverfahren einfacher, schneller und unkomplizierter gemacht haben. Der Einsatz derselben Ausrüstung an allen Orten sorgt für konsistente, zuverlässige Ergebnisse und trägt dazu bei, das Vertrauen der Hersteller in unsere Prozesse zu stärken. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Hexagon, während wir die Einführung und den weiteren Ausbau des Einsatzes dieser Technologie vorantreiben.»
«Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit der FIM unsere fortschrittliche tragbare Messtechnik in die wettbewerbsorientierte, hochpräzise Welt des Motorrad-Rennsports einzubringen. Diese Partnerschaft baut auf der umfassenden Erfahrung von Hexagon im Bereich der Messtechnik im Hochleistungs-Motorsport auf und unterstützt Rennteams und technische Regulierungsbehörden weltweit dabei, ihre Fahrzeugentwicklungs- und Testprozesse zu digitalisieren», sagte Stephan Amann vom Unternehmen Hexagon. «Es ist spannend zu sehen, dass die Digitalisierung nicht nur der FIM bei ihrer Arbeit hilft – die zunehmende Verbreitung präziser 3D-Modelle unterstützt auch die Motorradhersteller dabei, schnell wettbewerbsfähigere Maschinen zu bauen, ohne gegen die technischen Vorschriften der FIM zu verstoßen. Dies trägt zur Professionalisierung des gesamten digitalen Konstruktionsprozesses bei – vom Entwurf über die Fertigung und Prüfung bis hin zur Homologation – und gewährleistet gleichzeitig einen fairen Wettbewerb bei FIM-Veranstaltungen.»
Vermessung von Motorteilen, Chassis und Aerodynamik
Die FIM hat mit der Einführung des neuen Homologationsverfahrens in ihrem technischen Labor am FIM-Hauptsitz in Mies (Schweiz) begonnen und dieses im Rahmen der strengen WorldSBK-Vorbereitungstests von Werk zu Werk umgesetzt. In der Superbike-Saison 2026 werden die FIM-Prüfer die tragbare Messlösung von Hexagon einsetzen, um während der verbleibenden vier Events Stichprobenkontrollen durchzuführen. Die Prüfer vor Ort können den tragbaren Messarm in jeder Box aufstellen, um eine Vielzahl von Komponenten zu vermessen – von kleinen Motorteilen über komplette Rahmen und Fahrwerke bis hin zum gesamten Aerodynamikpaket.
In den kommenden Monaten wird die FIM das Messequipment außerdem nutzen, um mehrere verbesserte Superbikes für 2026 zu homologieren und mit der FIM-Homologation von Motorrädern für die Saison 2027 zu beginnen.
Nach der vollständigen Einführung ihres neuen WorldSBK-Homologationsverfahrens in Zusammenarbeit mit den Herstellern wird die FIM den Einsatz der tragbaren Messlösung von Hexagon auf andere unter ihrer Zuständigkeit stehende Rundstrecken-Meisterschaften ausweiten, wie beispielsweise die FIM-Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC) und die Supersport-WM.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach


