Regen-GP Kanada 2011: Button sechs Mal zur Box, Letzter – und dann Sieger!
Der Grosse Preis von Kanada 2011 ist als längster WM-Lauf in die Formel-1-Historie eingegangen: Der damalige McLaren-Star Jenson Button fing kurz vor Schluss Sebastian Vettel ab und gewann.
In Kanada 2011 mussten die TV-Kommentatoren Schwerstarbeit leisten. Wegen des Wetters wurde zwischendurch knapp zwei Stunden unterbrochen, am Ende zeigte die Uhr vier Stunden, vier Minuten und 39 Sekunden – Rekord!
McLaren-Ass Jenson Button fing kurz vor Schluss Red Bull Racing-Fahrer Sebastian Vettel ab. Der Engländer wurde zum ersten Fahrer, der einen Grand Prix gewinnt, obschon er sechs Mal in der Box war. Und zum ersten siegreichen Fahrer, der nach Hälfte der Distanz Letzter gewesen war. Ach ja, und er rumpelte mit seinem McLaren-Teamgefährten Lewis Hamilton zusammen und mit dem damaligen Ferrari-Fahrer Fernando Alonso obendrein.
Zwischendurch musste das Rennen wegen heftiger Niederschläge unterbrochen werden, die Uhr lief aber weiter. Als Folge wurde das Formel-1-Sportgesetz angepasst – vier Stunden gelten nun als maximale Zeit bei mit roter Flagge neutralisiertem Grand Prix.
Unvergessen, wie in einer Zwangspause bei strömendem Regen vor dem Pressesaal eine junge Frau vergeblich auf ihren Chauffeur wartete, durchnässt und von den meisten unerkannt – Superstar Rihanna!
Jenson Button: «Das war mein bester Grand Prix»
Der heute 46-jährige Button ist überzeugt, dass seine turbulente Fahrt von Montreal 2011 der beste seiner 15 GP-Siege ist. «Es war der actionreichste Grand Prix meiner 306 Einsätze, und ausgerechnet dieses Rennen habe ich gewonnen. Mich vom letzten Platz nach vorne zu kämpfen, das werde ich nie vergessen.»
«Selbst wenn ich das Rennen nicht gewonnen hätte, wäre es einer meiner Lieblings-GP. Es war ein grandioses Gefühl, sich durch das Feld zu kämpfen, am Ende ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, das war fabelhaft.»
Kollisionen mit Hamilton und Alonso
Button war nach acht Runden der einzige McLaren-Fahrer, nachdem er mit Lewis Hamilton zusammengestossen war, als sein jüngerer Teamkollege versuchte, auf der Aussenbahn zu überholen, in Kurve 1 des nassen Circuit Gilles Villeneuve.
Button dazu: «Ich konnte nichts sehen, als er neben mir auftauchte. Ich konnte in meinen Spiegeln nichts erkennen, das ist einfach so passiert, und ich habe mich bei ihm entschuldigt.»
Button musste sich wegen einer weiteren Kollision, mit Fernando Alonso, einer Untersuchung durch die Rennkommissare stellen, doch die kamen zum Schluss – Jenson trug an der Berührung keine Schuld.
Kanada 2011 war Buttons erster Sieg nach mehr als einem Jahr, seit seinem Triumph in China 2010, und Jenson gab sich selber zwischendurch keine Chance, da der WM-Führende Sebastian Vettel nach dem Neustart des Rennens einen deutlichen Vorsprung herausgefahren hatte.
Button treibt Vettel in einen Fehler
Im Gegensatz dazu fiel Button ans Ende des Feldes zurück, nachdem er wegen Geschwindigkeitsüberschreitung während eines der fünf Safety Car-Einsätze eine Durchfahrtsstrafe erhalten hatte.
Aber Button holte zum Schluss enorm auf und schaffte das scheinbar Unmögliche – er knöpfte Vettel in der letzten Runde die Führung ab und gewann.
Vettel räumte später ein: «Ich war wahrscheinlich zu konservativ, als ich nach dem letzten Safety-Car an der Spitze lag. Ich habe meinen Vorsprung nicht genügend ausgebaut.»
«Dann sah ich Jenson aufholen, ich habe mehr Tempo gemacht und dachte, es würde reichen, aber ich habe mir einen Fehler erlaubt – Hinterrad kurz blockiert, und wenn es nur eine Linie gibt und man nach solche einem Patzer auf nassen Stellen landet, hat man keine Chance. Letztlich war es für ihn ziemlich einfach, vorbeizukommen.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach