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Toto Wolff (Mercedes): «Die Lage war sehr ernst»

Nach einem turbulenten Österreich-GP gab es viel zu besprechen mit Mercedes-Teamchef Toto Wolff: Sieg für Bottas, aber Sorgen mit der Technik und eine umstrittene Zeitstrafe für Weltmeister Lewis Hamilton.

Formel 1

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Immer wieder kamen warnende Funksprüche in diesem dramatischen Grossen Preis von Österreich: Die Mercedes-Techniker James Vowles und Pete Bonnington beschwörten Valtteri Bottas und Lewis Hamilton, von den Randsteinen fernzubleiben, weil das ständige Geratter über die Kerbs die Funktion der Getriebesensoren beeinträchtigten.

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Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Saisonstart: "Die Lage war ernst, vom Start weg. Zunächst traten die Probleme am Wagen von Valtteri auf, wir sprechen hier von einem Problem, das schlagartig zum Ausfall führen kann. Dann begannen sie am Auto von Lewis. Uns war klar – das hat etwas mit den Vibrationen zu tun, die beim Überfahren der Randsteine durchs Auto gehen. Daher die Anweisung, von den Kerbs wegzubleiben. Wir waren uns eine Weile nicht sicher, ob unsere Fahrzeuge ins Ziel kommen würden. Wir versuchten, so viel Tempo als möglich rauszunehmen."

"Wir wollen dieses Problem zum nächsten Wochenende, wenn wir ja nochmals auf dieser Bahn fahren, gelöst haben."

Auf die Frage, ob Mercedes mit einer Stallorder geliebäugelt habe, um Bottas den drängelnden Hamilton zu ersparen, sagt Wolff: "Wir würden in den ersten Rennen keine Stallorder verhängen. Ausser, es gäbe mit einem Auto alleine ein gravierendes Problem. Beide Fahrer erhielten exakt die gleichen Anweisungen, was das Verhalten in Sachen Randstein angeht und auch was die Einstellungen des Motors angeht. Zu einem gewissen Zeitpunkt haben wir die Triebwerke geschont. Aber es gab keine Stallorder, zu keinem Zeitpunkt."

Lewis Hamilton erhielt für die Berührung mit Alex Albon eine Fünfsekunden-Zeitstrafe. Wolff dazu: "Die Aufgabe für die Rennkommissare ist nie leicht. Das war für ihn ein schlechter Tag, angefangen mit der Strafe von drei Rängen zurück, kurz vor dem Rennen. Solche Strafen muss man runterschlucken. Aber die fünf Sekunden für Lewis im Rennen, die fand ich schon hart. Wir finden, Albon hatte aussen genügend Raum. Aber bei Strafen ist es eben oft so – einige laufen für dich, andere gegen dich."

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Zum Schluss bedeutete die Zeitstrafe von Hamilton, dass er gegenüber Lando Norris den dritten Platz verlor. Wolff selbstkritisch: "Rückblickend hätten wir das vielleicht so managen können, dass wir Platz 3 von Lewis behalten hätten. Klar hatten wir über Funk Diskussionen, aber solche Situationen können schnell einmal Verwirrung erzeugen. Ich erinnere mich an eine ähnliche Lage in Ungarn, da haben wir so lange diskutiert, bis wir beinahe von Max Verstappen überholt worden wären."

"Wir hätten Valtteri erklären müssen, was vor sich geht, wir hätten ihn bitten müsse, Hamilton vorbeizulassen, um dann Hamilton in der letzten Runde anzuweisen, Valtteri vorbeizulassen. Aber da waren so viele Unwägbarkeiten dabei. Wir mussten auch daran denken, dass dahinter Leclerc und Norris auf frischen Reifen unterwegs sind, und wenn da nicht alles passt, da ist der scheinbar sichere Sieger Bottas am Schluss auf einmal Vierter. Das wollten wir nicht riskieren."

"Was den rohen Speed anging, so sind beide auf Augenhöhe gefahren. Valtteri Bottas stand ja nicht aus Zufall auf Pole."

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