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Euro Moto News: Aus dem Fahrerlager in Oschersleben

Die ersten Punkte wurden am Samstag vergeben und sogar ein Titel wurde schon klargemacht. Ein Fahrer wird gesucht und ein anderer wird hart bestraft. Viel los in der Motorsport Arena.

Euro MOTO

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Alle Klassen hatten in der Motorsport Arena Oschersleben bereits am Samstag ein Rennen zu absolvieren. Nur die Euro Moto Superbike darf am Sonntag zwei Mal ran. Auch neben der Strecke tat sich viel.

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Im Nebenjob Fakir

So hatte sich Chris Beinlich das erste Superbike-Training in Oschersleben nicht vorgestellt. Der 30-jährige Privatfahrer aus Pößneck schwenkte bereits nach seiner ersten Runde im freien Training mit der BMW wieder in die Box ein. Dort entdeckte sein Mechaniker noch etwas ganz anderes. Im Hinterreifen steckte eine Schraube. «So etwas ist mir noch nie passiert», erzählt der Fahrer aus Thüringen auf euromoto.racing. Für die finanziell ohnehin knapp aufgestellte BRT-Mannschaft hätte der ungeplante Reifentausch ein echter Rückschlag werden können. Serienmanager Maximilian Graf von Saurma-Jeltsch bekam das Malheur mit und organisierte kurzerhand bei Pirelli einen neuen Hinterreifen. Dank der spontanen Unterstützung konnte Beinlich, der erst seine zweite Saison in der Superbike-Klasse bestreitet, im zweiten freien Training wieder auf der Strecke sein.

Aller guten Dinge sind 3

Lukas Tulovic vom Team Triple M Ducati Frankfurt hatte sich am vierten Rennwochenende der Euro Moto Superbike seine dritte Pole Position geschnappt. Am Freitag hatte noch Honda-Mann Florian Alt das Zepter in der Hand. «Doch die finden von Freitag auf Samstag immer noch eine Sekunde», meinte Alt mit Blick auf die Ducati-Box. «Und wir eben nicht.» Die Streckenverhältnisse hatten sich vom Freitag, an dem noch ein wenig Gummi der DTM auf dem Asphalt die Suche nach dem Hinterrad-Grip erschwerte, verbessert und Lukas Tulovic konnte seinen eigenen Strecken-Rekord aus dem Vorjahr unterbieten.

Ordentlich geschufftet

Nach den eher durchwachsenen Ergebnissen zum Saisonstart konzentrierte sich das Team ERC auf die Weiterentwicklung der Kawasaki ZX-6R 636. «Wir haben die Zeit genutzt, um bei der Abstimmung einiges zu finden», erklärt Lothar Kraus, der Technische Leiter. «Außerdem haben wir intensiv am richtigen Mapping gearbeitet, damit die Kawasaki deutlich besser funktioniert.» Die Arbeit hatte sich gelohnt. Am ersten Trainingstag standen gleich zwei ERC Kawasakis unter den schnellsten fünf Fahrern der kombinierten Zeitenliste. Sasha de Vits überzeugte als schnellster Kawasaki Pilot mit Rang 2. Teamkollege Jules Bercot belegte Platz 5, während Svendsen-Ersatzmann Felix Kauertz bei seinem Debüt in der Euro Moto Sportbike ebenfalls auf Anhieb den Sprung in die Top Ten schaffte. «Das Motorrad war schon am Sachsenring gut. Es hat nur an Speed gefehlt. Mit der neuen Abstimmung und den Änderungen zieht die Kawasaki spürbar besser nach vorne und ist wesentlich schneller als noch am Sachsenring», beschreibt de Vits die Entwicklung.

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DTM-Reste

Die Strecke war nach dem Besuch der DTM in der Woche vor den Trainings der Euro Moto zwar ordentlich geschrubbt worden, doch ein wenig Gummi hatten die Autos dennoch liegen lassen. Doch auch zwei schicke Tribünen waren aus der Vorwoche noch stehengeblieben und konnte von den Euro Moto-Zuschauern kostenlos genutzt werden.

Kawasaki-Rochade

Im Team ERC Kawasaki hatte der Däne Oliver Svendsen das Handtuch geworfen. Das Team engagierte kurzerhand den Deutschen Felix Kauertz. In Oschersleben tauchte auch das Schweizer Kawasaki Team von Emil Weber nur mit einem Fahrer auf und gab die Trennung vom Franzosen Lorenzo Fellon bekannt. Für die Rennen in 14 Tagen in Assen wird nach einem Ersatzfahrer gesucht.

Neuer Meister und neuer Red Bull Rookie

Tobias Siegert hat den Meister-Sack im Moto4 Northern Cup bereits vor dem Finale, das in zwei Wochen in Assen stattfindet, zugemacht. Hatte er sich im ersten Rennen zu Beginn noch dezent zurückgehalten, legte er einen sehenswerten Schlussspurt hin. Seine Taktik ging auf und der Schützling vom Team Kiefer und seine Unterstützer Dario Giuseppetti, Philipp Hafeneger und Stefan Nebel wartet mit Meister-Helm und Meister-Shirt, begleitet von Siegert-Kumpel Lennox Lehmann, am Streckenrand. Siegert hat damit nicht nur den Titel in der Tasche, sondern auch das Ticket zum direkten Einzug in den Red Bull Rookies Cup 2027.

Alles futsch

Peter Feigl, dem Supersport-Piloten aus dem Team Eder Racing, wurden nach einer technischen Kontrolle alle bisherigen Ergebnisse der Saison 2026 gestrichen und in Oschersleben musste er aus der Boxengasse starten. Die Plomben seines Motors waren beschädigt.

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Letzte Ehre

«Heute durften wir als GERT56 eine tolle Auszeichnung für unseren Teamchef KW entgegennehmen», so das Euro Moto Superbike-Team um Marcel Schrötter, Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig. «Nun hat auch er einen eigenen Stein auf dem Walk of Fame des Hotels der Motorsportarena Oschersleben. In seinem Motorsport-Wohnzimmer, wie er es immer genannt hat. Vielen Dank an das Hotel und die Motorsportarena Oschersleben für diese tolle Würdigung von KW. Wir sind uns sicher, ihm hätte diese Auszeichnung viel bedeutet.» Karsten Wolf war im Januar 2026 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

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