Weltmeister Kimi Antonelli im Lotus von Ayrton Senna: «Hoch emotional»
Der 20 Jahre junge Kimi Antonelli hat in Mexiko seinen ersten Fahrer-WM-Titel sichergestellt. Klar gab es nachher eine Party. Der Italiener sagt, was er seither alles erlebt hat.
Kimi Antonelli also Formel-1-Weltmeister. Noch in Mexiko hatte der 20-Jährige aus Bologna versichert: «Wir hatten in Sachen Feier vor Ort nichts geplant, wir haben ja noch das Rennen in Brasilien vor uns. Dann erst geht es endlich zurück nach Italien. Und dann werde ich partymässig Vollgas geben. Ich kann jetzt schon ankündigen, dass ich nicht im besten Zustand nach Las Vegas fliegen werde.»
«Alles geht so schnell, eben noch war ich in Mexiko, jetzt schon hier in Brasilien. Die Tage fliegen nur so vorbei. Es wäre schön gewesen, sich zwischendurch mal hinzusetzen und ein wenig nachzudenken über all das, was passiert ist.»
Kimi Antonelli wird im Fahrerlager das Autódromo José Carlos Pace von Interlagos/São Paulo auf den 400. Grand Prix von Lewis Hamilton angesprochen: «Was für eine Zahl! Ich weiss nicht mal, wie viele Rennen ich habe. Was? Ich fahre hier meinen 44. GP? Das ist verrückt! Das ist ja die geliebte Startnummer von Lewis!»
«Ich schätze, ich habe noch einen langen Weg zu meinem 400. Grand Prix. Ich werde jedenfalls Lewis und auch Max Verstappen noch aufsuchen. Denn es hat mir viel bedeutet, dass sie mich auf ihre Schultern gehoben haben. Und es war schön zu spüren, dass ihre Freude für mich echt ist. Ich habe es ja schon in Mexiko gesagt – dieses Foto bekommt zuhause einen Ehrenplatz, damit ich immer wieder daran vorbeigehe und an diesen wundervollen Moment erinnert werde. Ich habe das Foto bereits einrahmen lassen!»
«Von zwei solch herausragenden Piloten so viel Respekt zu erleben, das ist für mich sehr schön. Das war nicht abgesprochen, das war spontan, und das macht es noch schöner.»
«Und zum 400. Rennen von von Lewis – ist doch fabelhaft, wie er in diesem Alter und mit all diesen Grands Prix noch solche Leistungen zeigt, und das gilt auch für Fernando Alonso. Es ist für mich ein Privileg, mit ihm die Rennstrecke zu teilen.»
Weltmeister Kimi Antonelli hat in Brasilien die Familie von Ayrton Senna getroffen, das Grab des unvergessenen Champions besucht und sich sogar in den Lotus der brasilianischen Rennlegende gesetzt. Kimi sagt: «Das war hochemotional, diesen Tag werde ich nie vergessen. Ich bin der Familie sehr dankbar. Ich wäre am liebsten aus dem Lotus gar nicht mehr aussteigen, ich wollte jede Sekunde auskosten. Die Familie hätte netter nicht sein können und hat mir Orte gezeigt, wo Ayrton gerne Zeit verbracht hat. Zu wissen, dass Ayrton hier war, das hat mich tiefe bewegt.»
Es war davon die Rede, dass es für einen jungen Piloten wie Kimi leichter gewesen sei, sich an die 2026er Autos anzupassen als für einen langjährigen Fahrer. Antonelli lässt das nicht gelten: «Nein, ich musste mich auch anpassen, weil das 2025er Fahrzeug komplett anders sei. Und auf gewissen Strecken musst du dir wirklich gut überlegen, wie die Antriebseinheit reagieren wird – und entsprechend fahren. Aber ich würde nicht sagen, dass für mich alles leicht gewesen ist.»
Das Ziel von Kimi für Brasilien: «Meine Vorbereitung für 2027 beginnt jetzt. Ich will die Saison im Hoch beenden, um mit vollem Schwung in die kommende Saison zu gehen.»
«Aber ganz ehrlich: Es fühlt sich noch immer unwirklich an, wenn ich ein Team-Shirt sehe mit der Aufschrift – Kimi Antonelli, Weltmeister 2026. Daher bin ich ganz froh, wenn die Saison vorbei ist, dann kann ich das alles einsacken lassen. Im Moment ist mein Gehirn fast ein wenig überlastet von all diesen Eindrücken.»
«Meine ganzen Viren sind nach der Party am Sonntag-Abend nach Mexiko verschwunden! Ich fühle mich besser als vor wenigen Tagen. Noch nicht 100 Prozent, aber das ist im Moment keiner, der so viele Rennen absolviert. Auf der Rennbahn kann ich entspannter agieren und das Fahren mehr geniessen. Aber die Gegner müssen aufpassen – ich werde mich nicht zurücklehnen. Zudem will ich noch mithelfen, dass Mercedes hier die Konstrukteurs-WM gewinnt.»
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