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Mitch Evans über Neustart mit Opel: «Kein Risiko, sondern eine Chance»

Nach 10 Jaguar-Jahren wagt Mitch Evans den grossen Schnitt: Er wechselt zum Opel GSE-Team. Im SPEEDWEEK.com-Gespräch erklärt der Neuseeländer den Wechsel und sagt, was er von den Gen4-Autos erwartet.

Formel E

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Zehn Jahre Jaguar, zwei Mal Vize-Weltmeister, mit 16 Siegen erfolgreichster Pilot der Formel E- doch ohne einen Fahrertitel, aber zwei Mal Team-Champion mit den Briten. Die neue Ära der Elektroserie ab der kommenden Saison 13 mit den Gen4-Autos nimmt Mitch Evans (32) als Teamleader des neuen Opel GSE-Teams in Angriff. Doch wie kam es zu diesem Sensationstransfer?

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«Es reifte in mir schon vor der vergangenen Saison das Gefühl, für die Gen4-Ära etwas Neues zu versuchen. Mit neuem Auto und neuen Regeln war es ein perfekter Zeitpunkt für einen Wechsel. Mein Management (weiterhin Mark Webber, Anm.) war mit mehreren Teams in Kontakt, am Ende mit zwei Herstellern. In den Gesprächen mit Opel spürte ich Leidenschaft, viel Energie und das Streben nach Erfolg – also all das, was auch mich antreibt. Wir lagen praktisch von Beginn der Gespräche an auf einer Wellenlänge, das machte die Entscheidung dann leicht. Es war dann schon ziemlich früh in der letzten Saison alles klar. Für Opel wird der Einstieg in die Formel E eine aufregende Zeit und für mich wird das neue Umfeld eine neue Herausforderung, ein frischer Neustart, ein neuer Abschnitt meiner Karriere», sagt der Neuseeländer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Zuversicht vor Saisonstart

Dass der Wechsel in ein Neulingsteam mit einem Rookie als zweitem Fahrer, Théo Pourchaire, ein Risiko sei, dazu meint Evans: «Ich denke nicht. Freilich, ein Teamwechsel birgt immer ein gewisses Risiko, weil du nie weisst, was passieren wird. Aber ich sehe da kein Problem, weil die Basis des Teams sehr stark ist. Wir arbeiten daran, von Anfang an konkurrenzfähig zu sein. Wir wollen nicht nur dabei sein. Klar muss ich vieles bei Opel erst kennenlernen, aber ich bin sehr zuversichtlich, mich schnell eingewöhnen zu können und eine solide Arbeitsbasis zu haben. Und innerhalb von Stellantis wird es auch Wechselwirkungen geben. Ich sehe meine Entscheidung also nicht als Risiko, sondern als neue, aufregende Chance.»

Dazu sei er auch im Austausch mit den Citroen-Kollegen Nick Cassidy (seinem Ex-Jaguar-Partner) und Jean-Eric Vergne, die mit dem gleichen Antrieb unterwegs sind: «Nick und Jev sind ja schon in die Entwicklung von Gen4 eingebunden, wir haben viel darüber gesprochen und versuchen gemeinsam die Linie zum Erfolg zu finden. Ich bin sehr zuversichtlich, auch wenn der Sprung von Gen3 zu Gen4 einfach verrückt sein wird. Die nächsten vier Jahre werden sehr spannend werden, und wir werden in einer guten Position sein.»

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Deutlich schnellere Formel-E-Renner

Die neuen Gen4-Autos und das veränderte Racing beurteilt Mitch so: «Die Autos werden effizienter zu fahren sein und sind deutlich schneller, damit sollten die Rennen noch interessanter werden. Aber ehrlich gesagt wissen wir alle noch nicht, was uns wirklich erwartet, bis wir im Dezember beim Saisonauftakt Jeddah sind.»

Findet Jeddah statt (abhängig von der Kriegslage am Golf) fährt die Formel E 2026/27 auf sieben Formel-1-Strecken. Dazu erklärt Evans: «Ich liebte die engen Stadtkurse sehr. Aber jetzt haben wir Autos mit viel mehr Leistung, daher verstehe ich, dass wir mehr auf permanenten Strecken fahren. Das Niveau der Autos zwingt uns auf solche Pisten. Es ist nicht leicht für das Formel-E-Management, die richtige Wahl zu treffen. Der Kalender für Saison 13 ist der grösste bisher, und ich halte die Balance für recht gut. Wobei die Rennen in Tokio oder Sanya speziell interessant werden können.» Und weiter zum größten Kalender bisher mit 21 Rennen: «Das ist okay für mich. Es sind ja nicht 21 Wochenenden. Ich komme damit gut aus.»

Verpasste Formel-1-Chance «hart zu akzeptieren»

Evans wird nicht wie einige Kollegen auch auf der Langstrecke antreten. «Ich habe definitiv die Option dafür. Ich hatte auch Kontakt mit einem Hypercar-Team vor dieser Saison. Ich würde Le Mans wirklich gern wieder einmal bestreiten, aber meine Priorität ist jetzt einmal die Formel E. Und ein Doppeljob muss auch Sinn machen.»

Ob ihn der mehrmals knapp entgangene Fahrertitel belaste, beantwortet Evans so: «Natürlich kommt mir das immer wieder in den Sinn, denn mein Ziel ist, Rennen zu gewinnen und damit auch eine Meisterschaft. Ich bin stolz auf viele meiner Rennen und auf den Rekord der meisten Siege. Ich war mehrmals knapp dran. Was schliesslich fehlte – ich weiss es nicht. War es wegen mir selbst, waren es andere Umstände? Egal, ich werde bei Opel mein Bestes geben. Ich bin schnell genug für den nächsten Schritt.»

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Evans war knapp vor der Formel-1-Tür, aber sie blieb zu: «Ich habe nie versucht, Geld für die Formel 1 aufzutreiben. Ich hatte Ende 2013 Kontakt zu vier Formel-1-Teams, aber da waren andere Fahrer mit grossen Budgets. Es ist hart zu akzeptieren, nachdem ich alles bis zur GP2 gewonnen hatte. Es hätten sich einige Fahrer eine echte Formel-1-Chance verdient, schau nur auf Antonio (Felix da Costa, Anm.). Ich habe glücklicherweise in der Formel E eine Heimat gefunden.»

Und im neuen Umfeld gibt es auch zwei neue Herausforderungen: «Ich habe schon ein wenig Deutsch gelernt. Und ich muss auch mein Französisch verbessern», meint Mitch schmunzelnd.

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