FP1 Ungarn: Rote Flagge für neuen Aston Martin; Leclerc Erster mit Defekt
Dreher und Pannen-Aus für Aston Martin im ersten freien Training vor dem Formel-1-GP in Budapest: Lance Stroll löst Rot mit Upgrade-Auto aus. Charles Leclerc ist Schnellster – ebenfalls mit Defekt.
Das letzte Rennwochenende vor den großen Sommerferien begann am Freitagmittag in Budapest bei ungewöhnlich kühlen 23 Grad Celsius Lufttemperatur. 43,7 Grad herrschten auf dem Asphalt des Hungaroring, der vor dem Event in den Kurven 1 und 12 erneuert wurde.
Aston Martin mit vielen Upgrades
Mit großer Spannung erwarteten Formel-1-Fans und Teams den neuen Aston Martin: Das englische Team, das mit enormen Problemen in die Saison gestartet war, hat nach langer Upgrade-Ebbe nach Ungarn quasi ein komplett neues Auto mitgebracht. Die Führungsetage des Rennstalls rund um den Luxemburger Mike Krack bremste aber die Erwartungen: Man werde die Trainingssessions brauchen, um das Paket abzustimmen. In den ersten Runden wird noch nicht klar sein, wie groß der Schritt nach vorne ist.
Viele Rookies auf der Piste
Neben dem neuen Aston Martin waren im FP1 auch einige neue Fahrer auf der Strecke: Wie schon bei vielen der Europa-Rennen absolvieren einige Rookies eine Trainingssession. Alle Teams müssen im Laufe der Saison mindestens vier Trainings an junge Fahrer abgeben. Leonardo Fornaroli ersetzte im FP1 Oscar Piastri im McLaren. Franco Colapinto gab seinen Alpine an Paul Aron ab. Ryo Hirakawa (schon 32 Jahre alt, aber nach der Rookie-Regelung, bei der nur F1-Rennen zählen, ein junger Fahrer) übernahm den Haas von Ollie Bearman. Fred Vesti fuhr den Mercedes von WM-Leader Kimi Antonelli. Und IndyCar-Star Colton Herta, der an seiner Superlizenz für die Formel 1 arbeitet, fuhr statt Valtteri Bottas den Cadillac.
Neben den Rookies weitere Ausnahme im FP1: Ein drehbarer Heckflügel bei McLaren. Ein ähnliches Modell, wie Ferrari und Red Bull Racing ihn schon bereits am Auto hatten, testete im ersten Training auch das Team aus Woking. Der Flügel soll allerdings nicht im Rest der Sessions zum Einsatz kommen.
Ermittlungen Verstappen/Sainz
In der Anfangsphase kam es zu einer fast brenzligen Szene zwischen Max Verstappen (Red Bull Racing) und Carlos Sainz (Williams). Verstappen kam schnell, Sainz war aber langsamer auf der Ideallinie und im Weg. Wenig später Aufklärung: Sainz meldete, dass er zwischenzeitlich Probleme mit dem Funk gegeben hatte. Erklärt wohl, warum der Williams-Pilot keinen Platz gemacht hatte. Gegen beide laufen Untersuchungen wegen «erratischen Fahrens», die nach Ende der Session verhandelt werden sollen.
Nico Hülkenberg (Audi) setzte erst nach 13 Minuten als Letzter seine erste Rundenzeit. Der Deutsche war in der Anfangsphase immer wieder an die Garage gekommen. Immerhin sprang er kurzzeitig auf Rang 7. Insgesamt gaben die Audis aber im FP1 ein mehr als gutes Bild ab, pendelten um die Plätze 6 und 7.
Ferrari und Red Bull Racing oben
In der ersten Hälfte des Trainings kristallisierten sich die Ferrari als Top-Team heraus (obwohl sich Hamilton über ein steifes Auto beschwerte), gefolgt von Max Verstappen für Red Bull Racing. Als dann die weichen Reifen aufgezogen wurden, bestätigte sich das Bild mit Ferrari und Red Bull Racing oben, dahinter Russell, dann Audi. Mit Problemen: Carlos Sainz, der lange in der Garage stand.
Aston Martin mit Ausfall! Rot!
Das Aston-Martin-Fazit: Beide Autos wurden rechtzeitig in neuer Spezifikation fertig (es wurde am Vortag noch fleißig daran gearbeitet, auch die alten Modelle standen für den Notfall bereit) und fuhren! Zur Halbzeit der Session lagen sie vor Cadillac und vor den meisten der Rookies sowie Sainz – allerdings drei Sekunden hinter der Spitze.
23 Minuten vor Schluss dann allerdings die rote Flagge für die Grünen! Lance Stroll drehte sich nach Kurve 3 auf der Piste, kam von der Strecke ab und musste aussteigen. Rot! Er funkte an sein Team: «Die Aufhängung hat versagt». Zufall? Oder begründet in den massiven aerodynamischen und anderen Änderungen am Aston Martin? An der linken hinteren Aufhängung war unter anderem gearbeitet worden.
Zehn Minuten vor Schluss dann noch eine Gelbphase: Carlos Sainz blockieren in Kurve 1 die Räder, er rauschte mit qualmenden Gummis geradeaus, schlug aber nicht ein.
Leclerc mit Defekt
Sieben Minuten vor Schluss schlich dann Leclerc in die Boxengasse, kam vor der Waage zum stehen. Der Monegasse funkte: «Etwas ist kaputt.» Er stieg aus – stand aber glücklicherweise niemandem im Weg, da er es in die Boxengasse geschoben wurde. Für Leclerc (zu Fuß) und sein Auto (geschoben von Mechanikern) ging es in die Garage. Die Session war für ihn etwas früher zu Ende – immerhin an der Spitze der Zeitenliste vor Verstappen, Hamilton, Hadjar und Russell.
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