Neue Generation des Reiseenduro-Bestsellers: Honda Africa Twin neu für 2027
Die Honda Africa Twin belebte 2016 die obere Mittelklasse des Großenduro-Segments neu. Stärker und schicker folgt 2027 die neue Generation – und mit ihr eine Variante fürs Grobe: Die «Enduro Sports».
Als Hondas Africa Twin Anfang des Jahres 2016 in unseren Breiten in die Verkaufsräume gerollt wurde, wurde sie schnell zum Bestseller. Mit 95 PS weder besonders stark noch mit 228 Kilogramm ausgesprochen leicht, verhalf ihr jedoch genau das zum Erfolg: Als ausgereifte, bodenständige, rundum gut nutzbare Reiseenduro für alle Lebenslagen war sie die Referenz irgendwo zwischen den Mittelklasse- und Top-Reisenduros der Europäer.
Etwas mehr als zehn Jahre und drei Modellupdates später überarbeitet Honda die Africa Twin grundlegend. Vom «bislang umfassendsten Update» sprechen die Japaner: Neues Chassis, neues Design und als Herz eine rundum aufgefrischte Version des bisherigen Paralleltwins der Reiseenduro. Von 1084 Kubikzentimetern Hubraum wächst er auf 1131 ccm, und mit dem Zylindervolumen legen auch Spitzenleistung und Drehmoment zu. Ein neu gestaltetes Ansaugsystem, Drosselklappen mit größerem Durchmesser, überarbeiteter Ventiltrieb und Zylinderkopf sowie ein höheres Verdichtungsverhältnis sollen knapp 16 PS und 7 Newtonmeter mehr Drehmoment ermöglichen; in Summe bedeutet das 119 PS und 119 Newtonmeter Drehmoment. Die klassenübliche, um 270 Grad versetzte Kurbelwelle behält Honda bei.
Der Reihentwin steckt in einem runderneuerten Chassis: Laut Honda habe die Absenkung des Schwerpunkts der Africa Twin Priorität genossen. Um dem gerecht zu werden, verlagerten die Konstrukteure in Tokio einen Teil des Tankvolumens in einen Zusatztank, der unter der Sitzbank verbaut wird, und verlegten damit Gewicht ins Zentrum des Motorrads. 228 Kilogramm soll die Basisversion der Africa Twin künftig mit manuellem, 239 mit automatisiertem Doppelkupplungsgetriebe wiegen und würde damit, je nach Version, gegenüber der aktuellen Generation zwischen 2 und 3 Kilogramm einsparen.
Drei Varianten der neuen Africa Twin
Angeboten wird die Großenduro künftig in drei, statt wie aktuell in zwei Varianten: Zusätzlich zur Basisversion und der langstreckentauglichen «Adventure Sports» mit 19-Zoll-Vorderrad, nehmen nun auch die Japaner ein dezidiert Offroad-taugliches Modell ins Angebot auf: «Enduro Sports» heißt die Version und setzt auf 260 Millimeter Bodenfreiheit, schlauchlose Stollenbereifung, eigenständige Ergonomie und eine individuelle Sitzbank. Auf die semiaktive Showa-EERA-Federung der beiden Schwestermodelle verzichtet die «Enduro Sports» zugunsten einer manuell voll einstellbaren 49-mm-Showa-Gabel. Auch das Design der Offroad-Ausführung ist ungewöhnlich eigenständig: Eine eigene Frontpartie mit eigens gestalteten Frontscheinwerfern, schmalerer Verkleidung und einer reduzierten Heckpartie – Honda spricht von «fokussiertem Design». Die Japaner tragen damit dem Trend Rechnung, der sich durch alle Segmente zieht: Von der KTM 690 Rally über Ducatis DesertX V2 bis zur kommenden BMW M1300 GS, legen immer mehr Hersteller Reiseenduros verschiedener Größen auf, deren Einsatzzweck in unterschiedlichen Preis- und Leistungskategorien weit über die Fahrt über Schotterwege hinausgeht.
Ein weiterer Trend, dem sich Honda bei der neuen Africa Twin anschließt, ist jener hin zu mehr Fahrassistenz: «Sensing Ride» heißt das im Honda-Sprech und funktioniert, wie bei BMW über KTM bis Yamaha inzwischen üblich, mithilfe von Radareinheiten. Der radarbasierte Tempomat ACC ist dabei inzwischen keine Seltenheit mehr, die integrierte Staufunktion, die den Abstand zum Vordermann auch im Stop-and-Go-Verkehr regeln soll, ist es schon eher. Auch der «Group Ride Assist», der den Abstand in Gruppen sicherstellen soll, ist eine Seltenheit. Sicherheitsmerkmale wie Auffahrwarner, Kollisionswarner und Totwinkelassistent gehören ebenfalls zum aufpreispflichtigen Paket, das zunächst nur für die langstreckenorientierte «Adventure Sports» zu haben sein wird.
Die Preise für die neue Africa-Twin-Generation stehen bislang nicht fest.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach