«Katastrophaler Moment» und Strafe für George Russell: Flucht nach WM-Aus
Als sein Mercedes-F1-Teamkollege Kimi Antonelli den WM-Titel sicher hatte, verließ George Russell vorzeitig die Rennstrecke, kassierte dafür eine Geldstrafe. Teamchef Toto Wolff erklärt, was los war.
Eigentlich müssen alle Formel-1-Fahrer nach jedem Rennen den anwesenden Journalisten eine festgelegte Zahl Interviews geben: Ein Besuch im sogenannten TV-Pen, wo die übertragenden Sender versammelt sind und nach Sprachen gruppiert in einem großen U stehen, und ein Termin für die schreibenden Medien (wie wir bei SPEEDWEEK.com) sind verpflichtend. Die Top-3-Fahrer nehmen an der Pressekonferenz teil. Alle anderen müssen ein kurzes Gruppen-Interview im Media-Pen geben, im Stehen über eine kleine Absperrung hinweg, bei dem Journalisten ihre Fragen stellen und die Fahrer meist um die fünf Minuten lang antworten. Ausnahmen von diesen Regeln gibt es nur wenige, zum Beispiel bei schweren Unfällen. In Mexiko war nach seinem schweren Einschlag in Runde 45 etwa Valtteri Bottas entschuldigt. Doch ein weiterer Fahrer gab nach dem Großen Preis von Mexiko keine Interviews: Der sechsplatzierte George Russell.
Russell fehlte bei den Interview-Sessions unentschuldigt. Sein Mercedes-Team hatte laut dem offiziellen Dokument mit der Nummer 83 den FIA-Stewards gemeldet, dass Russell die Strecke verlassen habe, ohne Interviews zu geben. Russell wurde zu einer Anhörung geladen – doch auch die ließ er aus. Entsprechend sprachen die Rennkommissare eine Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro aus.
Wolff: Russell «verzweifelt» nach F1-Rennen in Mexiko
Was war da los? Von Russell selbst werden wir wohl erst am Medientag vor dem Brasilien-GP, also am Donnerstag, hören. Doch sein Teamchef bei Mercedes, Toto Wolff, klärte in seiner Medienrunde auf, dass es mit dem Titelgewinn seines Teamkollegen Kimi Antonelli zusammenhing – der ja gleichzeitig das offizielle WM-Aus für Russel bedeutete. Wolff: «Ich habe George nach dem Rennen bei der FIA-Waage gesehen, und er ist offensichtlich völlig verzweifelt wegen der Situation.»
Glückwunsch an Antonelli, aber keine Interviews
Auch wenn seine Titelchancen vor dem Mexiko-GP nur noch minimal gewesen waren, traf die WM-Entscheidung zugunsten Kimi Antonellis ihn offenbar. Bereits im September in Madrid hatte Russell die WM quasi abgeschrieben – so richtig verstanden schien er es erst nach dem Mexiko-GP zu haben. Trotzdem übte er sich im Fair-Play: Russell gratulierte Antonelli, beglückwünschte auch dessen Familie, die nach Mexiko-Stadt gereist war.
Wolff: «Es war ein großartiger Beweis von Sportlichkeit, dass er zu Kimi gegangen ist. Ich kenne George schon sehr lange. Er macht gerade eine schwere Zeit durch, aber er war auch dafür verantwortlich, dass der junge Mann in dieses Team gekommen ist. Für einen Rennfahrer ist das ein katastrophaler Moment.»
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