Euro Moto Sportbike: Zwei Reglements – Verschiedene Meinungen (Teil 2)
Die Klasse Sportbike geht nach dem Premieren-Jahr in der IDM 2025 auch in der Euro Moto 2026 weiter, die aktuell ihr zweites Wochenende in Brünn abfeiert. Es gibt zwei unterschiedliche Spielregeln.
Eine Klasse mit zwei Regularien gab es bereits in der Vergangenheit der IDM. Nachdem Yamaha Deutschland den Yamaha-Cup nach Jahrzehnten einstellte, entschloss man sich, die verwaisten Fahrer im Folgejahr in der Klasse Supersport aufzunehmen. Ein sanfterer Übergang und ein weiterer Einsatz der Cup-Motorräder sollten so möglich sein. Die IDM-Klasse teilte sich damals auf in die IDM Supersport 600 und die IDM Superstock 600, die allerdings mit etwas weniger technischem Spielraum.
Im Vorjahr entschloss sich der Promoter der IDM, jetzt Euro Moto, die Klasse Supersport 300 durch die Klasse Sportbike abzulösen. In der Weltmeisterschaft gibt es diese Klasse mit dem entsprechenden FIM-Reglement erst seit diesem Jahr. Im Vorjahr hielt man sich bei den Regeln an die Britische Meisterschaft, die diese Klasse bereits im Programm hatte. Ähnlich wie auch Italien.
Zwei Regeln - zwei Meinungen
Da der Euro Moto Promoter den Weg zwischen der nationalen Serie und der Weltmeisterschaft kurz halten wollte, entschied man sich auch das FIM-Reglement ins Boot zu holen. Jetzt hat man die freie Auswahl. BSB oder FIM. Einige wenige haben investiert, z.B. in eine Elektronik, und haben sich für das FIM-Reglement entschieden, auch wenn damit weniger der fahrbare Untersatz dadurch mit weniger Schubkraft ausgestattet ist. Die meisten blieben der schon vorhandenen BSB-Variante treu.
Zeit für eine un-repräsentative SPEEDWEEK.com-Umfrage bei den Teams und Technikern der Euro Moto Sportbike. Nach den
Die Fragen nach dem Wie und Warum
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Welches Reglement fahrt ihr?
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Warum habt ihr euch für diese Variante entschieden?
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Wie groß ist der Unterschied?
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Wie ist eure Meinung zu den unterschiedlichen Reglements?
WSC-Racing-Team mit Micky Winkler, Teammanager Thomas Beyer (Aprilia)
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Wir fahren nach dem letztjährigen IDM-Sportbike-Reglement 2025.
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Weil wir mit viel Aufwand das Fahrzeug auf-/umgebaut haben und mit dem Motorrad auf jeden Fall ein zweites Jahr fahren wollten. Letztes Jahr sind wir aus bekannten Gründen ja nur bei zwei IDM-Events mit der Aprilia am Start gewesen.
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Ich habe von Uli Bonsels/Triumph gehört, dass der Unterschied zum WM-Reglement bei den Triumph-Bikes nur ca. (minus) 3 PS ausmachen soll. Stepan Suda hat wohl beide Versionen getestet und war damit praktisch gleich schnell. Wir haben bezüglich Aprilia leider keinen Vergleich zu einer Version gemäß WM-Reglement.
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Aktuell, und insbesondere nach dem Sachsenring-Wochenende, können wir gut damit leben. Allerdings muss man jetzt mal weitere Strecken abwarten.
Team ViVa by Peuker&Streeb mit Sven Seidler und Tobis Kitzbichler, Sven Seidler (Aprilia)
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Wir fahren nach dem Euro Moto Reglement, BSB.
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Wir sind letztes Jahr bereits mit zwei Motorrädern in der IDM Sportbike-Klasse gestartet und hatten noch die Elektronik aus dem letzten Jahr zur Verfügung. Für uns hätte eine entsprechende Neuanschaffung und ein Aufbau nach WM-Reglement daher vor Allem aus Kostengründen keinen Sinn gemacht. Als verhältnismäßig kleines Privat-Team müssen wir besonders auf die Kosten achten.
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Wie groß der Unterschied zwischen Motorrädern, die nach den verschiedenen Reglements aufgebaut sind, ist können wir zum aktuellen Zeitpunkt leider noch nicht beurteilen. Ich denke, dass sich die verschiedenen Motorräder grundsätzlich schon sehr stark voneinander unterscheiden, sodass ein direkter Vergleich und eine Einordnung in besser und schlechter schwierig ist. Vielmehr hat jedes Modell/Reglement seine Vorzüge, die auf den verschiedenen Strecken unterschiedlich stark zur Geltung kommen.
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Grundsätzlich befürworte ich die diesjährige Vorgehensweise, da es vor allem für kleinere Teams, die im letzten Jahr schon gestartet sind, die Kosten zumindest etwas mindert. So musste keine neue Elektronik angeschafft werden. Gleichzeitig gibt es durch die Regelung aber auch die Möglichkeit, dass WM-Teams in der Euro Moto starten oder man als Euro Moto-Team, so man denn nach WM-Reglement aufgebaut hat, eine deutlich kleinere Hürde für einen WM-Gaststart hat, da man ja grundsätzlich dasselbe Motorrad verwenden kann.
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Das sind finde ich zwei sehr starke Vorteile und ich hoffe sehr, dass beide Fälle im Laufe des Jahres noch eintreten werden. So hätte man einen schönen und direkten Vergleich, wo die Euro Moto im Vergleich zur WM steht. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit zur Finalisierung unseres Reglements ist das so sicher keine schlechte Lösung. Wie oben gesagt, kann ich leider noch nicht einschätzen, wie sehr sich die verschiedenen Reglements auf der Strecke voneinander unterscheiden, da meines Wissens auch keine der Aprilia RS660 nach WM-Reglement aufgebaut ist. Das macht den direkten Vergleich einfach schwierig.
RT Motorsports mit Jakob Rosenthaler und Tom Kuil, Teamchef Rob Vennegoor (Triumph)
«Wir hätten als Team RT Motorsports eine klare Linie bevorzugt. Also ein Reglement für alle. Damit hätte man aufkommenden Unklarheiten von Beginn an einen Riegel vorschieben können. Für die Euro Moto Sportbike betrachte ich die zwei verschiedenen Regelwerke als Nachteil, auch im Wettbewerb auf europäischer Ebene oder im Vergleich mit der Weltmeisterschaft. Durch diese zwei Reglements wird alles intransparent.»
«Leider wurde das Reglement für die Saison 2026 für eine Entscheidungsfindung und Vorbereitung zu spät veröffentlicht. Mit der Veröffentlichung am 8. März, also gerade Mal acht Wochen vor dem ersten Rennen, ist es schwierig, die Saison entsprechend zu planen. Oder sich gar noch zwischen zwei Reglements entscheiden zu müssen. Ich persönlich schätze es so ein, dass niemand wirklich von dem Zweierlei profitiert.
«Eine professionelle Organisation sollte für Klarheit bei Fahrern, Teams und insbesondere auch bei den Herstellern sorgen, denn diese bringen als Poolpartner einen erheblichen Teil der finanziellen Mittel ein. Ein einheitliches Reglement für alle – idealerweise FIM – wäre die beste Lösung gewesen. Stattdessen hat man nun eine Meisterschaft mit zwei Reglements geschaffen, deren Leistungsunterschiede zu groß sind. Eine Umstellung auf das FIM-Reglement ist jetzt kaum noch möglich, da bereits erhebliche Investitionen getätigt wurden. Es bleibt zu hoffen, dass jetzt im Nachgang nicht noch Anpassungen im Reglement getroffen werden, um Unterschiede anzupassen. Bei lediglich einem Reglement hätte jeder im Vorfeld gewusst, was zu tun ist.»
Teilnehmer Euro Moto 2026 Sportbike
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#5 Sven Seidler (D), Aprilia, ViVa by Peuker&Streeb
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#13 Luis Rammerstorfer (A), Triumph, Freudenberg Rora-Paligo
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#17 Ruben Bijman (NL), Triumph, Freudenberg Rora-Paligo
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#18 Lucas Sorensen (DK), Aprilia, Nordic Vikings
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#19 Sasha de Vits (B), Kawasaki, ERC
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#20 Rick Koistra (NL), Triumph, SRTD Pearle Gebben
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#22 Alexander Weizel (D), Aprilia, Weizel Racing Team
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#23 Stepan Zuda (CZ), Triumph, Freudenberg Rora-Paligo
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#25 Jules Bercot (F), Kawasaki, ERC
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#27 Max Stauffer (AUS), Yamaha, Team Apreco
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#30 Magnus Kristoffersen (DK), Aprilia, M58 Motorsport
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#34 Julian van Kalkeren (NL), Triumph, SRTD Pearl Gebben
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#38 Tobias Kitzbichler (A), Aprilia, ViVa by Peuker&Streeb
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#44 Jay-Jay Den Hoed (NL), Yamaha R7, SWPN
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#46 Ty Henriksen (DK), Aprilia, Nordic Vikings
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#49 Korbinian Brandl (D), Aprilia, RBR Racing
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#53 Kiyano Weijer (NL), Triumph, Dutch talent racing
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#55 Tom Kuil (NL), Triumph, RT Motorsports
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#69 Oliver Svendsen (DK), Kawasaki, ERC
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#78 Jakob Rosenthaler (A), Triumph, RT Motorsports
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#86 Micky Winkler (D), Aprilia, WSC Racing
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#95 Maksymilian Palmowski (PL), Aprilia, SP race project
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#98 Mika Siebdrath (D), Triumph, Freudenberg Rora-Paligo
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