Max Verstappen in Ungarn: «Leute sagten – der soll doch die Klappe halten»
Bei zwei der vergangenen F1-Läufe stand Max Verstappen auf dem Siegerpodest: als Zweiter in Österreich, als Dritter im Belgien. Der Niederländer spricht davon, wovor er schon vor Jahren gewarnt hat.
So langsam kommt Red Bull Racing in die Hufe: Max Verstappen wurde beim Heimrennen von Red Bull in Österreich Zweiter, knapp hinter George Russell, beim Belgien-GP in Spa-Francorchamps hat er einen feinen dritten Platz eingefahren. In England war Max zudem auf Podestkurs, dann flog er wegen Heckflügel-Defekts von der Bahn.
Auf dem Hungaroring konnte der 28-jährige Niederländer 2019 von der Pole-Position losbrausen, 2022 und 2023 hat er das Rennen vor den Toren von Budapest gewonnen.
Max im Fahrerlager des Hungarorings: «Wir verstehen grundsätzlich den Wagen immer besser. Klar taucht hin und wieder ein Problemchen auf, aber generell sind wir im Aufwärtstrend, und das ist schon mal positiv.»
«Auf der anderen Seite ist unsere Konkurrenzfähigkeit zum Teil davon abhängig, was andere Rennställe so machen. Wenn ein bestimmtes Team Verbesserungen bringt, dann kann das schnell mal ein paar Zehntelsekunden auf der Stoppuhr bringen, und das Kräfteverhältnis verschiebt sich wieder.»
In Belgien hat Max Verstappen gesagt, er müsse aufpassen, was er sage, sonst gerate er wieder unter Beschuss. Versucht da jemand, Druck auf den Weltmeister auszuüben? Verstappen schüttelt den Kopf: «Nein, das war natürlich ein Scherz. Aber das Ganze hat natürlich einen ernsten Hintergrund. Ich sage eben, was ich denke, und als ich das im ersten Teil der WM tat, da hiess es bald – ach, der jammert immer nur herum, und das nur weil sein Auto nicht schnell ist, der soll doch die Klappe halten.»
«Aber ich spüre, wie mehr und mehr Leute zur gleichen Einsicht kommen wir ich, und so langsam verstehen die Menschen, dass ich nicht das Wort ergriffen habe, weil ich nicht mehr siege, sondern weil mir das Produkt Formel 1 wirklich wichtig ist.»
«Klar sagen die einen oder anderen Zuschauer nach einem 2026er Grand Prix: ‘Aber das war doch ein gutes Rennen.’ Sie haben schon Recht, wenn man nur auf die Überholmanöver achtet, aber viele dieser Manöver sind nicht natürlich, sie haben nichts damit zu tun, was ein Rennfahrer wirklich kann.»
«Und das komplexe Energie-Management bedeutet, dass wir teilweise – Beispiel Spa – mit einer Motorleistung herumfahren, die einfach nicht Formel-1-würdig ist. Als vor Jahren von diesen neuen Regeln gesprochen wurde, da habe ich genau vor solchen Zusammenhängen gewarnt.»
«Letztlich ist das zum Fahren in dieser Saison widernatürlich, und vielleicht sind es die Leute auch ein wenig leid, wenn ich darüber spreche. Auch das habe ich gemeint, als ich in Belgien sagte, ich müsse aufpassen. Es macht keinen Spass, diese Autos zu fahren, und es macht auch keinen Spass, immer wieder darüber zu reden. Aber die Leute fragen, und ich finde, sie verdienen eine ehrliche Antwort.»
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