Unfassbares Moto2-Rennen in Motegi: Guevara siegte, Intact-Team geschockt
Das große Drama ereignete sich noch an der Startlinie: WM-Leader Manuel Gonzalez musste seine Intact-Kalex in die Boxengasse schieben. WM-Verfolger Izan Guevara bedankte sich und holte den Moto2-Sieg.
Bereits vor Rennen 16 der Moto2 war klar: Im Mobility Resort Motegi wird der Titel in der mittleren WM-Klasse nicht vergeben. Denn in der Tabelle haben noch sechs Fahrer realistische Chancen. Die besten lagen bei Intact-Pilot Manuel Gonzalez, der Motegi mit 35,5 Punkten vor Izan Guevara und 77 Zählern vor Ivan Ortola.
Während sich die Top 2 der WM in Startreihe 1, mit Guevara auf Pole und Gonzalez auf 3, positioniert hatten, ging es für Ortola nur von Platz 7 in den Japan-GP. Auch die Konkurrenten Holgado (4.) und Alonso (6.) hatten eine bessere Ausgangslage. Hoffnungen machte sich auch der zukünftige KTM-MotoGP-Pilot Senna Agius auf Platz 10.
Für das Team Honda Asia begann das Event schlecht. Mario Aji stürzte mit seiner Kalex in der Aufwärmrunde. Doch dank einer schnellen Mannschaft gelang es, Aji ins Rennen zu schicken. Mit am Start im Rennen über 19 Runden waren zwei Ersatzfahrer. Moto2-Europameister Milan Pawelec vertrat KTM-Ajo-Ass Collin Veijer, Unai Urradre startete für den ebenfalls verletzten Angel Piqueras. Nicht dabei der verletzte Alberto Ferrandez. Teamkollege Izan Guevara war somit auf einer Solo-Mission, als es in die Aufwärmrunde ging.
Als die Startampel geschaltet wurde, ereignete sich das Drama des Tages für Intact GP! Manuel Gonzalez hob die Hand und musste ohne Antrieb vom Grid geschoben werden. Der WM-Leader musste aus der Boxengasse losfahren. Als die Nummer 18 losfuhr, lag der engste Rivale in Führung.
Der Pramac-Pilot hatte den Start vor Tony Arbolino und Filip Salac gewonnen. Ivan Ortola hatte sich auf Platz 4 verbessert. Senna Agius wurde nach einer Runde auf Platz 11 notiert, Gonzalez mit 30 Sekunden Rückstand an letzter Stelle. Eine Runde später kam die schnellste Rennrunde mit 1:47,7 min von Gonzalez. Intact-Riding-Coach Tom Lüthi berichtete aus Box vor laufender Kamera von einem möglichen Kupplungsproblem, dass dazu geführt hatte, dass der Triumph-Motor in Gonzalez Rennner an der Linie abstarb.
Doch der WM-Zweite auf Platz 1 im Rennen konterte: 1:47,6 min. Einen Umlauf später war wieder Gonzalez schneller. Doch der Tag war längst gelaufen mit 20 Sekunden Rückstand auf den letzten Punkteplatz in der engen Konkurrenz.
Kurz vor Halbzeit hatten sich die Top 5 gefunden. Wohl sortiert führte Guevara das Feld vor Arbolino, Salac, Ortola und Alonso an. 1,5 Sekunden trennten Guevara von Alonso. Manuel Gonzalez hatte sich derweil den ersten Gegner geschnappt – Platz 25. Nicht wesentlich vorwärts ging es auch für Senna Agius auf Platz 12.
In Runde 11 von 19 erhöhte Arbolino den Druck, doch Izan Guevara kontrollierte die Spitze ohne Fehler. Auch Filip Salac hatte Ambitionen angemeldet und als Dritter eine Sekunde auf Ortola und Alonso herausgefahren. In Runde 12 dann das endgültige Aus für Mario Aji, der Indonesier war in Kurve 5 abgeflogen. Auf Platz 6 glänzte derweil Celestino Vietti. Der Italiener drehte die schnellste Rennrunde und schloss die Lücke zu Ortola und Alonso und Platz 4.
Fünf Runden vor Schluss ging Guevara, 0,2 Sekunden vor Arbolino, über die Linie – Gonzalez kreiste auf 23. Mit drei Runden auf der Anzeige attackierte Arbolino, doch der Fanti-Pilot übertrieb es und verlor wichtige Meter auf Guevara. Der Pramac-Pilot behielt die Nerven – die Nummer 28 ging 0, Sekunden vor Arbolino ins Ziel. Es war das erste Podium des Fantic-Piloten in der laufenden Saison. Bemerkenswerte Konstanz zeigte Filip Salac mit Platz 3.
Ortola, Alsonso und Vietti komplettierten die Top 6. Rookie Jose-Antonio Rueda überzeugte – Rang 10 für den Moto3-Weltmeister. Die Aufholjagd von Senna Agius blieb aus. Der Aussie kam nicht über Platz 13 hinaus. Platz 15 und damit der letzte WM-Punkt ging an Zonta van der Goorbergh. Manuel Gonzalez, der tragische Held des Japan-GP, wurde als 22. abgewunken.
Trotz der Dramen um Manuel Gonzalez änderte sich an der Tabellenspitze nichts. Doch der Vorsprung des Intact-Piloten schrumpfte auf dünne 10,5 Punkte. Ortola ist weiter Dritter vor David Alonso, während Senna Agius auf Platz 6 hinter Holgado zurückfiel. Kleiner Trost für das Team um Jürgen Lingg: In der Team-WM liegt Intact GP weiter klar in Front.
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