Moto3-Champion Maximo Quiles war nervös: «Marc und Alex sangen für mich»
Mit einer weltmeisterlichen Vorstellung fuhr sich KTM-Pilot Maximo Quiles beim Indonesien-GP aus eigener Kraft zur Moto3-Weltmeisterschaft. Zurecht durfte sich der Aspar-Pilot als «der Größte» fühlen.
Der 18-jährige Spanier Maximo Quiles hatte die Chance, sich beim Indonesien-GP fünf Runden vor dem Ende der 2026er-Kampagne zum Weltmeister der kleinsten Hubraumklasse zu krönen. Quiles ergriff die Chance mit größter Überzeugung. Statt sich auf ein taktisches Geplänkel einzulassen und die WM-Entscheidung möglicherweise zu verschieben, fuhr der Aspar-Pilot von Runde 1 auf Sieg.
Von Platz 6 losgefahren, steckte der KTM-Pilot sein Vorderrad schon in Runde 1 kurz in Führung, zog aber zurück. Wenige Kilometer später übernahm Quiles dann das Kommando. 19 der 20 Runden hieß der Führende Maximo Quiles. Das Glück beschleunigte die Flucht, denn hinter Quiles vermasselten die Honda-Piloten Fernandez und Pratama eine frühe Verfolgungsjagd von David Almansa. Als sich der Intact-Pilot und WM-Zweite auf P2 etabliert hatte, war die CF-Moto-KTM schon gut zwei Sekunden entschwunden.
Weder ein Fahrfehler, der den Vorsprung halbierte, noch eine Track-Limits-Warnung kurz vor der Flagge brachten den von Marc Marquez geförderten Racer aus der Fassung. Die letzten fünf Runden wurden zum Schaulaufen auf die WM-Bühne. Nach der Zieldurchfahrt feierte die große Aspar-Mannschaft den noch größeren Maximus als siegreichen Gladiator.
Durchtränkt von Schampus fand der frische Champion die ersten Worte: «Heute habe ich ein sehr großes Kapitel beendet – und einen Traum verwirklicht. Etwas, an das ich und meine Eltern schon mein gesamtes Leben denken und arbeiten.»
Maximo Quiles bedankt sich nach dem WM-Triumph auch bei seinen Förderern, den Marquez-Brüdern. «Ich bin beiden so dankbar. Es ist deshalb so großartig, weil ich immer wieder spüre, dass sie es einfach aus tiefer innerer Überzeugung machen, weil sie es wollen. Sie haben mich gerade in der Boxengasse mit «One Dream come true» besungen. Ich nehme das alles dankbar mit, versuche aber, weniger Fehler zu machen, als Marc es manchmal getan hat», lachte der noch frische Moto3-Champion.
Quiles zu dem Rennen selbst: «Leicht war es nicht, auch wenn ich schon vor dem Rennen wusste, dass es gut laufen kann – meine Pace war wirklich gut. Aber dann so viele Runden alleine zu fahren, das war im Kopf sehr anstrengend und ich habe ja auch einen Fehler gemacht – dann wurde ich etwas nervös. Auch weil die anderen sehr schnell und direkt sehr nah waren.»
Der Racer aus Murcia streute ein: «Im Übrigen tut es mir leid, dass ich mein Team so nervös gemacht habe mit der Track-Limits-Warnung, wie schon so oft. Sorry.»
Und wenn es zu einem Shootout um den Sieg gekommen wäre? Der Weltmeister: «Ich hatte mir auch einen zweiten Platz in Kauf zu nehmen, aber das sage ich jetzt, wo ich «kühl» bin – wie es auf der Strecke gewesen wäre, das weiß ich nicht.
Die Bilanz des Nachfolgers von Jose-Antonio Rueda ist zutiefst beeindruckend. Schon in der Rookie-Saison 2025 gelangen drei Siege und WM-Rang 3. 2026 zog Quiles mit zehn Siegen und fünf weiteren Podestplätzen voll durch. Lediglich England verließ der Jung-Star ohne WM-Punkte mit gebrochenem Schlüsselbein. Lediglich David Alonso gelang es 2024, die WM-Krone noch früher zu erringen. 2027 geht es weiter mit Mentor und Teamchef Jorge «Aspar» Martinez – in der Moto2-WM an der Seite von Celestino Vietti.
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