Starker Quiles siegte in Le Mans, Rammerstorfer holte Punkte in Crash-GP
Regen hatte Le Mans erreicht, das Feld im Moto3-Rennen wurde komplett neu sortiert. Überlegen steuerte Maximo Quiles zum Sieg, dahinter flogen die Gegner reihenweise. Nicht so, Leo Rammerstorfer.
Eine Stunde vor dem Start des Moto3-Rennens zum Auftakt des Motorrad-GP-Festivals auf dem Circuit Bugatti von Le Mans schien eine wichtige Frage beantwortet zu sein – es begann zu regnen. Nach einem langen Schauer war der Kurs komplett bewässert, doch als sich das Feld der 26 Moto3-Piloten in die Besichtigungsrunde aufmachte, hatte der Regen bereits wieder aufgehört. Es gab jedoch keine Zweifel an Regenreifen.
Die Renndistanz wurde um sieben Runden gekürzt
Eine spannende Ausgangslage, denn Motorradwechsel wie in der MotoGP (Flag-to-Flag) sind in der Moto3 und Moto2 nicht erlaubt. Durch die geänderten Bedingungen wurde die Startzeit einige Minuten nach hinten verlegt. Die Fahrer konnten mehrere Besichtigungsrunden mit Regenreifen absolvieren.
Dann bezogen die Racer ihre Positionen. Ganz vorne: Adrian Fernandez. Der Honda-Pilot hatte im Q2 in letzter Sekunde die Pole von WM-Leader Maximo Quiles übernommen. Durchaus überraschend gelang Joel Kelso am Samstag die drittbeste Zeit. In Reihe machten sich mit Morelli und Pratama zwei letztjährige Red-Bull-Rookies bereit, die Neulinge standen neben Intact-Ass David Munoz. Die zweite Kraft im Team um Peter Öttl, David Almansa, hatte es nach einem starken Freitag im Q2 nur auf Platz 13 geschafft. Noch weiter hinten stand Leo Rammerstorfer. Der einzige deutschsprachige Youngster im Feld hatte gleich 24 Konkurrenten vor sich.
Bemerkenswert: Die Renndistanz wurde dramatisch verkürzt. Statt wie geplant 20 Runden tauchten jetzt nur noch 13 Umläufe auf der Anzeige auf. Um 11.05 Uhr ging es in die Aufwärmrunde, bei nasser Straße und nur noch 13 Grad Lufttemperatur.
Schon in der ersten Schikane wurde das Feld neu sortiert. Mit Brian Uriarte und David Munoz erreichten zwei Toppiloten nicht den Ausgang der berühmten Passage, die beiden Spanier rutschten nach wenigen hundert Metern aus. An der Spitze – Maximo Quiles. Der WM-Leader aus der Mannschaft von Jorge Martinez fand sich perfekt zurecht und kehrt mit 0,7 s Vorsprung aus Runde 1 zurück. Dahinter Fernandez, Morelli und Kelso.
Elf Piloten flogen von ihren Moto3-Bikes
In Runde 2 der nächste Crash: Casey O’Gorman flog in den Top 10 liegend ab. Auch Cormach Buchanan und Tech3-Pilot Perrone überstanden die frühe Phase nicht. Als Nächstes erwischte es Joel Kelso, der Aussie rutschte in Kurve 9 aus.
Unbeeindruckt zeigte sich Maximo Quiles. Der Vorsprung hatte sich auf 1,2 sec vergrößert Hinter dem Leader hatten sich Fernandez und Morelli bereits drei Sekunden vom auf P4 fahrenden Matteo Bertelle abgesetzt.
Doch die Sturzliste wurde schnell weiter beschrieben. Nicola Carrao flog genauso von seiner Honda wie der WM-Zweite Alvaro Carpe. Auch die Erfolgsmannschaft von Aspar schrie auf, als Marco Morelli ausrutschte. Immerhin konnte der junge Italiener weiterfahren. Morelli reihte sich auf Platz 17 ein.
Zur Halbzeit des Moto3-Regenrennens führte Quiles nun mit 2,3 Sekunden vor Polesetter Fernandez. Für Jubel sorgte derweil Joel Esteban. Der Spanier war von Platz 20 gestartet und nun Fünfter. Nach vorne gekommen war auch David Almansa, für den es von 13 auf 9 ging. Gelbe Flaggen bestimmten weiter das Geschehen. Die nächsten Sturzopfer: Jesus Rios und Scott Ogden. In Runde 9 flog unter Rookie Rico Salmela auch die zweite Tech3-KTM aus dem Wettkampf.
Ganz vorne fuhr Quiles fehlerfrei und mit stabilen 2,5 Sekunden vor Adrian Fernandez. Der Honda-Pilot geriet in der Schlussphase unter Druck von Matteo Bertelle und Rookie Pratama.
Auch wenn der Vorsprung von Quiles kleiner wurde, der WM-Spitzenreiter behielt die Nerven. Den Sprint-GP auf nasser Piste gewann Maximo Quiles souverän und auch Adrian Fernandez konnte sich auf Platz 2 behaupten. Sekunden später lief Bertelle als Dritter ein.
In der Moto3-WM spurtet Quiles weiter davon. Der 18-Jährige hat bereits 115 Punkte und damit 46 mehr als der erste Verfolger, der nun Adrian Fernandez heißt.
Guter Siebter hinter Guido Pini wurde David Almansa. Eine starke Leistung zeigte derweil auch Leo Rammerstorfer. Der Österreicher erwies sich als souveräner Regenfahrer. Als Lohn gab es für den fehlerfreien Auftritt die ersten WM-Punkte – Platz 14! Erstaunlich auch die Fahrt von Valentin Perrone. Trotz Sturz fand der Tech3-Pilot zurück ins Rennen und auf Position 11, auch der gestürzte Morelli holte als 13. noch Punkte.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach