Acosta siegte: KTM-Sportchef Pit Beirer «der glücklichste Mann der Welt»
Es ist geschafft: Pedro Acosta erlöste sich und Lebensabschnittspartner KTM mit dem ersten MotoGP-Grand-Prix-Sieg. Für Rennsportchef Pit Beirer bedeutet der Heimsieg noch viel mehr – KTM ist zurück!
Auf dem Red Bull Ring schloss sich der Kreis: Pedro Acosta als Inbegriff der KTM-Nachwuchsförderung schloss seine achtjährige Ausbildung zum MotoGP-Sieger beim Heim-GP endgültig ab. Vom Einstieg in den Red Bull Rookies Cup 2019 und WM-Titel in der Moto3 und Moto2 ging es mit den Österreichern 2024 weiter in die Königsklasse.
Gleich beim ersten Auftritt in der Wüste von Katar machte Acosta ernst und fuhr unerschrocken an Marc Marquez vorbei – im Ziel landet der Neuling auf Platz 8. Jedem war klar – hier kommt der nächste MotoGP-Sieger. So kam es auch, aber erst im September 2026, ausgerechnet beim Heimspiel der enthusiastischen Innviertler.
Vor dem ersten Sieg 16-mal aufs Podium
Dass es so lange dauerte, hatte viele Gründe, doch die substanzielle Unternehmenskrise der Oberösterreicher überschnitt sich mit dem Aufstieg des MotoGP-Kometen Acosta. Der hochmotivierte Südspanier wollte liefern, fand 16-mal den Weg aufs Podium, nie aber nach ganz oben bei einem Grand Prix.
Beim Saisonauftakt 2026 schien alles angerichtet, denn die Nummer gewann den Sprint in Thailand. Doch im GP reichte es wieder nur zu Platz 2 – hinter der nun stärkeren Aprilia unter Marco Bezzecchi. Ein Dutzend weitere MotoGP-Events versuchte das von Aki Ajo gemanagte Team mit Acosta und Binder, den nächsten Level zu finden – ohne Erfolg.
Als längst feststand, dass sich die Wege von KTM und Pedro Acosta Ende 2026 trennen werden, hatte sich das Unternehmen und in Konsequenz auch der Rennsport wieder auf sichere Füße gestellt. Und doch folgte der nächste Rückschlag. Motorenprobleme warfen das gesamte Projekt zurück und stellten die Einheit um Pit Beirer vor die nächste Riesenherausforderung. Erst als auch diese Krise gemeistert war – SPEEDWEEK.com berichtete – ging es sportlich wieder voran. Platz 2 in Aragon, Rang 3 in Misano.
Der Rest ist MotoGP-Geschichte. Pedro Acosta fuhr auf dem Red Bull Ring in einer eigenen Liga, scheiterte im Sprint aber an sich selbst. Am Sonntag, im 57. gemeinsamen MotoGP-Wochenende, kam endlich alles zusammen: Eine siegfähige KTM RC16 und ein fahrerisch überlegener und hochkonzentrierter Pedro Acosta.
Ein Sieg für ganz KTM
Pit Beirer war nach dem Sieg völlig überwältigt, fand dennoch die Worte, die alles auf den Punkt brachten: «Es ist eine unbeschreibliche Emotion, die auch sehr lange zurückreicht. Wir reden von den ganz harten Zeiten für KTM Ende 2024 und auch 2025. Wir haben auch da niemals daran gedacht, aufzugeben – niemand hat gezögert und weitergekämpft. Auch als das nächste Problem da war – es war ein Albtraum und wieder mussten wir alle zusammen kämpfen. Doch alle haben durchgezogen. Wir haben noch vor wenigen Wochen nicht von einem Sieg geträumt. Dann kam Platz 2, dann wieder ein Podest und nun der Sieg zuhause.»
Der Rennsportchef vor seiner feiernden Mannschaft: «Der Sieg von Pedro ist viel mehr – KTM ist zurück aus der Krise – das ist ein Geschenk für das gesamte Unternehmen. Ich bin gerade der glücklichste Mann der Welt – und man spürt, dass es allen im Team so geht.»
Und zu seinem siegreichen Piloten: «Was Pedro heute geleistet hat, war unbeschreiblich. Die Art und Weise, wie er sich von der Situation am Samstag erholt, zeigt, welches Kaliber er ist. Danke, Pedro! Danke aber auch an das ganze Team – an alle bei KTM!»
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