Fermin Aldeguer (8.) zu Diggia-Rempler: Es gab schon schlimmere Manöver!
Der Gresini-Youngster rettete den Österreich-GP für das Ducati-Team von Nadia Padovani. Während Alex Marquez stürzte, holte Aldeguer wie schon im Sprint Platz 8 – trotz gravierender Bremsprobleme.
Der jüngste Pilot der MotoGP hatte es in Spielberg ins zweite Qualifying geschafft – musste sich dort aber mit der letzten Position begnügen. Von Platz 12 gelang es dem Fast-Nachbarn von Pedro Acosta aus Murcia, einige Plätze gutzumachen. Immerhin reichte es mit Position 8 noch für zwei Sprint-Punkte.
Im Großen Preis von Österreich nahm der nächstjährige VR46-Pilot wieder schnell Fahrt auf. Gleich zu Beginn gab es eine haarige Situation im Kampf um Platz 10. Aldeguer schilderte die Berührung mit dem auf Platz 9 losgefahrenen Quartararo: «Fabio Di Giannantonio wollte sich Quartararo holen, ich war dabei, Alex (Marquez) zu überholen, alle waren dann nicht auf der besten Linie und ich bin mit großen Überschüssen auf Diggia aufgelaufen – wir haben uns berührt. Am Ende hat er mehr Plätze verloren als ich, aber es gab sicher schon härtere Manöver.»
So sahen es auch die Rennkommissare. Die Mini-Karambolage im Ducati-Lager wurde nicht weiter untersucht.
Aldeguer fuhr in Runde 5 seine beste Zeit und schloss im Schlepptau des starken Brad Binder zu den Top 5 auf. Als der davor mit Problemen kämpfende Champion Marc Marquez stellenweise aus dem Rhythmus kam, wurde auch noch die Nummer 93 kassiert – Aldeguer war nun bester Ducati-Athlet.
Dann gingen auch die Probleme beim noch fahrenden Gresini-Pilot los: «Mal abgesehen von den Reifen, die in der zweiten Hälfte stärker nachgelassen hatten als zuletzt, waren die Bremsen das eigentliche Problem. Sie hat nicht konstant gearbeitet. Zu einigen Kurven bin ich fast ohne Bremse angekommen.»
Mit dem Problem, unter dem auch andere Ducati-Piloten litten, ging es wieder rückwärts. Bis zur Flagge musste der Youngster erst wieder Brad Binder, dann Marc Marquez und im Finale auch noch ausgerechnet Pecco Bagnaia wieder vorbei lassen – den MotoGP-Kollegen, der in der WM direkt vor Fermin Aldeguer auf Rang 9 liegt.
Aldeguers Fazit, auch mit dem Blick auf 2025, als es für ihn hinter Ducati-Kollege Marquez noch zu Platz 2 im GP gereicht hatte: «Ok, es gibt viele Faktoren – das Wetter war deutlich kühler und die anderen Hersteller haben aufgeholt. Während wir damals um den Sieg fuhren, war es nun ein Kampf um Platz 5 – das ist die Realität.»
In der Auslaufrunde zeigte sich Aldeguer als Sportsmann. Der zuletzt bitterharte Gegner von Acosta gratulierte seinem Landsmann zum ersten MotoGP-Sieg. Zur Erinnerung: Acosta musste auf den Triumph fast drei Jahre warten, während der ein Jahr später in die Königsklasse gekommene Aldeguer schon im Rookie-Jahr in Indonesien triumphierte.
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