Spielberg-Sieger Acosta hatte Angst: «Habe mir fast in die Hose gemacht!»
Pedro Acosta (KTM) hat in Österreich aus seinen Fehlern gelernt. Welche Strategie er im MotoGP-Rennen am Sonntag anwendete, um nicht wieder zu stürzen. Auf wen er im Titelkampf sein Geld setzen würde.
Pedro Acosta hat am Sonntag in Spielberg sein großes Ziel erreicht. In seinem dritten Jahr in der Königsklasse holte er seinen ersten MotoGP-Sieg. Der ehemalige Moto3- und Moto2-Weltmeister stand bereits viele Male auf dem Podest, doch für ganz oben hat es nie gereicht – bis zum 20. September 2026.
Sein letzter Grand-Prix-Sieg – in der Moto2-WM – liegt fast drei Jahre zurück. «Ich erinnerte mich an meinen letzten GP-Sieg in Indonesien im Jahr 2023, auch an den Moment, als mir Tech3 mitteilte, dass sie mich in ihr MotoGP-Team nehmen. Ich kann KTM nur Danke sagen», meinte Acosta. «Danke auch an die Jungs von Tech3, sie haben geholfen, mein Motorrad nach dem Crash, den ich heute morgen hatte, zu reparieren. Ohne sie hätten wir für das Rennen nicht zwei Bikes bereit gehabt. Ein großes Dankeschön an die Tech3-Jungs.»
Acosta wollte aus seinem Fehler lernen
Im Sprintrennen am Samstag stürzte Acosta in Führung liegend. Auch in der letzten Runde im Warm-up am Sonntagmorgen warf der Spanier seine RC16 ins Kiesbett. Im Hauptrennen lief es dann viel besser. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen. Ich hatte aber in der ersten Runde größere Probleme als am Samstag. Zudem hat Jorge (Martin) zu Beginn sehr hart gepusht – ich hatte Schwierigkeiten, ihn einzuholen», erklärte der 22-Jährige. «Aber dann versuchte ich einfach aus dem Fehler zu lernen, den ich am Tag zuvor gemacht habe. Ich versuchte, nur so eine große Lücke herauszufahren, wie es notwendig war. Ich habe im gesamten Rennen den Abstand von 0,5 bis 0,7 sec gehalten und auf den Benzinverbrauch geachtet – diesbezüglich ist diese Strecke sehr tückisch. Ich bin happy!»
Seinen ersten MotoGP-Sieg holte Acosta ausgerechnet auf dem österreichischen Red Bull Ring – der Heimstrecke von KTM, auf der mit der RC16 viele Testkilometer abgespult wurden. Als er über die Ziellinie fuhr und es endlich geschafft hatte – wie groß waren seine Emotionen? «Es ist noch emotionaler, dies in der Heimat von KTM und Red Bull zu schaffen. Ich freue mich sehr für sie und auch für mich. Sie haben letztes Jahr stark gelitten, auch um überhaupt in der Meisterschaft zu bleiben», ging Acosta auf die schwierige Zeit für KTM im letzten Jahr ein. «Wie sie es geschafft haben, sich von den finanziellen Schwierigkeiten zu erholen und wie wir uns mit unserem Bike zurückgekämpft haben … ich kann nur Danke sagen. Es war ein langer Weg bis hierher – wir werden es sehr genießen!»
Acosta: «Es gab keinen anderen Weg, diesen Sieg zu feiern»
Nach seinem Sieg legte Acosta seine KTM in der Schikane, in der er am Samstag im Sprint gestürzt war, absichtlich auf die Seite. «Es gab keinen anderen Weg, diesen Sieg zu feiern», schmunzelte der Spanier. «Gestern habe ich es total vermasselt. Auch heute habe ich einen schweren Fehler gemacht – ich habe mein Rennmotorrad zerstört. Ich habe mir fast in die Hose gemacht, denn ich wollte in der Heimat von KTM keinen weiteren Fehler machen. Wir haben es geschafft!»
Pedro Acosta und KTM werden nun die letzten gemeinsamen Rennwochenenden angehen – bevor Ende 2026 die gemeinsame Reise zu Ende geht. In der Gesamtwertung liegt er vor den letzten sieben Grands Prix mit 72 Punkten Rückstand auf Platz 4. Der Abstand auf WM-Leader Jorge Martin (Aprilia) ist somit groß. «Ich bin noch weit weg, aber nicht so weit von den Top-3, was gut ist. Jetzt geht es nach Asien, aber ich würde mein Geld auf Marc setzen – er hat am meisten Titel gewonnen und am meisten Erfahrung.» 2027 wird Acosta gegen den neunfachen Champion im Ducati-Werksteam mit den gleichen Waffen kämpfen.
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