Argentinien-GP in Buenos Aires: Inspektion von Hoffnungsträger Perrone
2027 kehrt die MotoGP zurück in Argentiniens Metropole Buenos Aires. Moto3-Ass und Hoffnungsträger Valentin Perrone machte sich in seiner Heimat ein Bild von den Baufortschritten am Autodromo.
Vor gut einem Jahr wurde seitens der MotoGP offiziell bekanntgegeben, dass die Motorrad-Weltmeisterschaft 2027 nach einer Pause wieder in Argentinien – dann in der Metropole Buenos Aires – an den Start gehen wird. Die Hauptstadt des sportverrückten Riesenlands passt ideal ins langfristige Vermarktungskonzept, das mit XL-Events noch mehr kommerzielles Potenzial aktivieren will. Wenn es so weit ist, dann ist ein wichtiges Ziel der MotoGP-Strategie von mindestens zwei Veranstaltungen in Südamerika abgehakt.
Bei der Bekanntgabe überwogen die Zweifel, denn die Anlage «Autodromo de Buenos Aires Oscar y Juan Galvez» kam zu diesem Zeitpunkt lediglich für ein historisch anmutendes Schauspiel in Frage. Eine Rundum-Sanierung der Rennstrecke, verbunden mit massiven Investitionen, war bei Vertragsunterzeichnung Grundvoraussetzung für das Argentinien-Comeback. Das Budget für die MotoGP-taugliche Wiederbelebung: 100 Millionen Dollar.
Aufgeteilt wurde das Mammut-Projekt in zwei Phasen. Die erste sieht die Sanierung mit Blick auf die MotoGP und entsprechende Homologation durch die FIM (Grade A) vor. In Phase II soll dann auch über weitere Adaptionen am Streckenlayout, geplant ist eine Verlängerung von 4,3 auf 5,0 km, die Formel 1 zurückgeholt werden.
In mehreren nationalen Veröffentlichungen bestätigten Vertreter der Rennstrecke sowie Mitarbeiter der (mitfinanzierenden) Regierung, dass Phase 1 unter der Leitung des Ingenieursbüros von Hermann Tilke planmäßig voranschreitet. Bis spätestens Februar 2027 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein – so dass ausführliche Testfahrten rechtzeitig vor dem MotoGP-Start unternommen werden können. Situationen wie im vergangenen Frühjahr bei der Premiere der MotoGP in Goiânia sollen vermieden werden.
Laut den Betreibern der Anlage wurde der historische Streckenbelag vollständig entfernt. Die Bautrupps bereiten den Unterbau für den benötigten Spezialasphalt vor, um die neue 4,3 Kilometer lange MotoGP-Konfiguration mit 14 Kurven zu gestalten.
Besuch auf der Großbaustelle
Auch die Arbeiten an Zufahrten, dem komplett neuen Fahrerlager mit 32 Boxen sowie den Zuschauerbereichen mit nicht weniger als 29 Tribünen-Konstruktionen haben begonnen. Dokumentiert wurde die XL-Baustelle zuletzt im Rahmen des Beitrags der argentinischen Nachrichtenplattform «TyC Sports». Zu Gast vor laufender Kamera: Valentin Perrone. Der Moto3-Pilot aus Argentinien war nach dem Silverstone-GP in seine Heimat zurückgekehrt. Der Tech3-Junior machte sich in Buenos Aires ein Bild der Lage: «Ich freue mich riesig, hier zu sein. Was ich bisher gesehen habe, ist in jeder Hinsicht spektakulär. Man sagt mir, dass bis zu 180.000 Zuschauer erwartet werden.»
Perrone zur Piste: «Es ist eine sehr schnelle Strecke, die wir in der Moto3 sehr genießen werden. Besonders sind Kurve Nr. 4, die Schikane und die Bergab-Kurve 9. Es ist eine dieser Strecken mit einem Charakter für viel Flow. Es ist eine Art Mischung aus verschiedenen WM-Strecken. Es gibt einen Abschnitt, der mich an Goiania erinnert; einen anderen an Phillip Island, wegen des sehr schnellen Abschnitts – der Kurs hat sehr viel zu bieten.»
Noch steht der endgültige Termin des Argentinien-GP mit dem Comeback in Buenos Aires nicht fest. Als sicher gilt aber, dass man das Event in die Startphase der 2027er-Saison mit den Rennen in Brasilien und in den USA in den Monaten März und April verbindet. Stand heut wird neben Valentin Perrone mit Kontrahent Marco Morelli ein zweiter siegfähiger GP-Pilot aus Argentinien auf die sanierte Strecke gehen.
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