Euro Moto Superbike
Mohr: «Ohne meine Jungs hätte ich vielleicht in drei Wochen fahren können»
Wenngleich das die nackten Ergebnisse nicht widerspiegelte, kämpfte Kevin Orgis vom Orgis Racing (Familien-)Team in beiden Superbike-Rennen von Assen mit den Top-Fahrern und -Teams auf Augenhöhe.
Am Ende des Assen-Wochenendes standen für den Euro Moto-Superbike-Piloten Kevin Orgis die Plätze 8 und 10 zu Buche. Möglich waren Top-5-Plätze. Wie es dazu kam, schilderte der 26-jährige Sachse vom kleinen familieneigenen Orgis Racing Team / ADAC Sachsen e.V. für ihn und seinen eineinhalb Jahre jüngeren Bruder Leon gegenüber SPEEDWEEK.com mit folgenden Worten: «Mein Assen-Wochenende war okay. Wir haben viel mit dem Setup probiert, weil Assen ganz anders ist als andere Strecken – viel schneller und flüssiger. Da ist man sehr viel in Schräglage, weswegen das Motorrad ein etwas anderes Setup braucht. Da haben wir halt viel rumprobiert.»
Durchs Superpole-1-Qualifying marschierte er als Schnellster souverän durch ins Q2, doch in diesem brachte er, obwohl selbst schon auf Betriebstemperatur, keine einzige Runde zustande. «Da ist gleich nachdem ich rausgefahren bin, meine Hinterradbremse heiß geworden und hat halt blockiert. Deshalb konnte ich keine Zeit setzen.»
Im ersten Rennen wurde er Achter hinter der um die Plätze 5 bis 7 rangelnde Gruppe Achter, wobei sein Rückstand auf diese früh zustande kam und sich im weiteren Rennverlauf kaum änderte. Dazu sinnierte er später: «Da wurde ich in der ersten Kurve ein bisschen abgedrängt und bin vom Kerb abgerutscht. Da habe ich ein paar Plätze verloren und die Gruppe ab Platz 5 war schon weg.»
Im zweiten Rennen hatte er fast die gleiche Gruppe durchweg im Visier und lag in der Vorschlussrunde auf Platz 7. Am Ende wurde es der zehnte Platz, was er so erklärte: «Da hatte ich den Start besser getroffen und war diesmal an der gleichen Gruppe dran. In den letzten Runden musste ich allerdings abreißen lassen, weil ich meine Reifen überstrapaziert hatte, um das Tempo weiter mitgehen zu können. In der letzten Runde hatte ich ein Problem mit dem Sprit und bin diese nur im Halbgas rumgefahren. Das könnte an einem noch nicht bemerkten Sturzschaden von Oschersleben her kommen.»
Das Problem ist, dass die hinteren Fahrer die Reißleine gezogen haben.Kevin Orgis
Schade findet auch er, dass Top-10-Plätze angesichts eines Zwölf-Fahrer-Feldes nicht gerade nach Heldentaten aussehen. «Das sieht dann leider nicht so gut aus. Das Problem ist, dass die hinteren Fahrer die Reißleine gezogen haben. Selbst in diesem Jahr sind es inzwischen fünf Fahrer weniger als beim Saisonauftakt. Davon fehlt nur einer wegen Verletzung (Hannes Soomer, Anm. d. A.). Es gibt ja immer wieder Teamanager-Meetings, bei denen diskutiert wird, wie man das wieder ändern kann und die Klasse nicht so teuer, nicht so hochgezüchtet und nicht so ein extremer Wettbewerb ist. Man will schon dafür sorgen, dass wieder mehr Fahrer etwas davon haben, in der höchsten deutschen Klasse anzutreten.»
Gleichwohl kann das familieneigene ORM Racing (Privat-)Team / ADAC Sachsen e.V. stolz sein, es mit den Großen auf Augenhöhe aufnehmen zu können. «Es macht viel Spaß, bei den großen Teams mitzumischen und sie ein bisschen zu ärgern. Dieses Wochenende hat, speziell im zweiten Rennen, leider die Performance sowohl von mir wie auch dem Motorrad gefehlt. Das ist auch dem geschuldet, dass wir weder testen können noch geschultes Personal haben. Mein Data Recording mache ich zum Beispiel selbst. Von daher sind es, in dem Rahmen, in dem wir uns bewegen, sehr gute Leistungen. Wir sind gegenüber dem Vorjahr um mehr als eine halbe Sekunde schneller geworden, was zeigt, dass wir uns stetig weiterentwickeln. Klar, haben wir noch Luft nach oben, aber es ist auch extrem schwer, auf dem Niveaus die letzten Schritte zu finden.»
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