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Schlecht recherchiert: Der Fall «Gonzalez» bleibt ein großes MotoGP-Rätsel

Sonderbar ist noch untertrieben, wenn es um die Situation von Moto2-Tabellenführer Manuel Gonzalez geht. Wie ist es möglich, dass der kompletteste Fahrer wieder nicht in die Königsklasse aufsteigt?

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Bereits vor einem Jahr runzelten nicht nur Fahrerlager-Insider die Stirn, als sich abzeichnete, dass Moto2-Pilot Manuel Gonzalez den Aufstieg in die Topliga des Sports nicht schaffen wird. Mit gleich vielen Siegen und Podestplätzen war es am Ende der Brasilianer Diogo Moreira, der das einzige verfügbare MotoGP-Ticket erhielt. Während zur Saison 2025 mit Ogura, Aldeguer und Chantra drei Piloten die Chance bekamen, hielten sich die Teambosse der Königsklasse nun zurück. Den Vorzug erhielten Veteranen wie Franco Morbidelli oder Jack Miller mit Einjahresverträgen.

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Schwamm drüber, dann eben 2026 – so die Sichtweise bei Manuel Gonzalez, der sich zu keinem Zeitpunkt negativ über die Situation äußerte und tapfer Gas gab. In der ersten Halbzeit der laufenden Moto2-Saison setzte sich der Madrilene über 50 Zähler vom ersten Verfolger ab. Manuel Gonzalez beendete alle Rennen – landete inklusive des Silverstone-GP nur viermal nicht auf dem Podest.

Wie gut Gonzalez ist, zeigte sich unter hitzigen Bedingungen in England. Der Vizeweltmeister teilte sich das Rennen perfekt ein, sezierte das Feld sehr präzise, war am Ende in Front – und beging doch einen seltenen Fehler. Der Intact-Pilot war fest davon überzeugt, in der letzten Runde zu sein – doch ein Umlauf fehlte zum nächsten 25-Punkte-Paket. Es war nicht das erste Mal, dass Gonzalez die Konkurrenz während des Rennens studierte, zermürbte und am Ende die entscheidende Reserve zum Sieg hatte.

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Paradebeispiel war das Rennen auf der Strecke von Barcelona. Es war eine Demonstration – Gonzalez fuhr nach eigener Aussage das beste Rennen seiner Karriere, ein Sieg wie aus dem Lehrbuch, mit dem der Spanier im deutschen Team seine Tabellenführung zu einer wichtigen Phase des Jahres weiter ausbaute.

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Barcelona – und der MotoGP-Vertrag blieb aus

Es war auch die Phase der heißen Vertragsverhandlungen. Jeder rational denkende MotoGP-Teammanager mit einem freien Platz, und davon gab es im Frühsommer noch etliche, hätte dem Gonzalez-Management subito einen unterschriebenen Blanko-Vertrag übermitteln müssen. Jedes Argument gegen Manuel Gonzalez ließe und lässt sich entkräften.

Manuel Gonzalez ist ein Spätstarter – falsch. Gonzalez debütierte als 14-Jähriger im Red Bull Rookies Cup, holte 40 Punkte und war ein Jahr später Meister im European Talent Cup. Zwei Jahre später war er mit 17 Supersport-300-Weltmeister, Gonzalez gewann auch Rennen nach dem Wechsel in die 600er-WM. Ab 2022 dann die Moto2-WM mit dem ersten Podium im zweiten Jahr, dem ersten Sieg im dritten und der WM-Tabellenführung nach dem Wechsel zur Intact-Mannschaft. Als neunjacher GP-Sieger und Weltmeister ist Gonzalez jetzt 24.

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Gonzalez ist zu langsam – siehe WM-Tabelle. Gonzalez ist kein Teamplayer – nein. Manuel Gonzalez agiert besonnen und ist in seiner Mannschaft ein geschätzter Kollege mit Humor und Hausverstand. Manuel Gonzalez ist Spanier – korrekt. Aber vor dem Hintergrund der Realität kann das Argument eines weiteren Spaniers nicht glaubhaft vermittelt werden. Denn mit Dani Holgado, David Alonso und Izan Guevara werden zwei Spanier und ein in Spanien lebender Kolumbianer 2027 in der MotoGP antreten.

MotoGP-Veteranen erhalten wieder den Vorzug

Nach heutigem Stand steigen der WM-Zweite Guevara, der Dritte Agius, der Fünfte Holgado und der Sechste Alonso auf – der klare Tabellenführer mit einer makellosen Vita dürfte auch 2027 wieder in der Moto2 zu sehen sein. Denn – das Kuriosum geht weiter – auch in der Werksteams gespickten Superbike-Weltmeisterschaft wird Manuel Gonzalez nicht unterkommen. Zum zweiten Mal werden die Veteranen der Königsklasse mit Namen Morbidelli, Miller und Binder als dekorierte Routiniers vermeintlich Vorzug bei Ducati, Yamaha und BMW erhalten. Zwar laufen in beiden Fahrerlagern noch Verhandlungen zu den verbleibenden Fahrerverträgen, doch die beste Vereinbarung kommt derweil weiterhin aus dem Team Liqui Moly Dynavolt Intact GP.

Damit wird Manuel Gonzalez nichts anderes als ein weiterer Versuch bleiben, sich im Idealfall als Doppelweltmeister der Moto2 in die MotoGP zu schrauben. Das gelang bislang nur einem Piloten, Johann Zarco. Als der Franzose endlich in die MotoGP durfte, war er 26 Jahre jung. Apropos Zarco. Der LCR-Honda-Athlet wird für 2027 nach schwerer Verletzung wieder zurückkommen. Dann läuft der Vertrag von «JZ5» aus.

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Das Fazit bleibt das Gleiche

Für jeden der vier Moto2-Aufsteiger des Jahrgangs 2026 gibt es starke Argumente. Jugendlichkeit und Extra-Smartness bei Senna Agius und David Alonso, der zudem eine Ausbildung bei Mentor «Aspar» Martinez mit Auszeichnung (Moto3-WM-Titel 2024) abgeschlossen hatte. Guevara punktet mit Speed und dem strategischen Vorteil, für ein Team zu fahren, das direkt mit der MotoGP verbunden ist. Selbst für den WM-Fünften Holgado ließen sich schlagende Argumente finden. Doch wirft man alle Punkte zusammen, bleibt Manuel Gonzalez als komplettester Pilot der Moto2. Zweifel daran lassen sich leicht ausräumen, eine nüchterne Analyse der Moto2-Jahre 2023–2026 hält alle Informationen bereit.

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