Motorrad-WM: Einziger deutscher 500er-GP-Sieger Edmund Czihak verstorben
Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Edmund Czihak kurz vor seinem 82. Geburtstag verstorben. Er war der einzige deutsche Rennfahrer, der einen Grand-Prix-Sieg in der 500-ccm-Klasse vorzuweisen hatte.
Nachdem der am 20. Juni 1944 geborene Edmund Czihak 1973 den OMK-Pokal gewonnen hatte, sollte es für ihn 1974 in der Deutschen Meisterschaft weitergehen. Als eines der ersten Rennen jenes Jahres stand aber zunächst der Große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring an, zu dem sich «Edi», wie er meist nur genannt wurde, gleich mal anmeldete.
Es war das Wochenende vom 26. bis 28. April 1974. Der deutsche WM-Lauf auf dem Eifelkurs, damals bestehend aus Süd- und der anspruchsvollen Nordschleife, war der zweite Grand Prix des Jahres und der erste nach 1972. In dieser Ära wechselten sich der Nürburgring und Hockenheim mit der Austragung der deutschen WM-Runde ab. Nachdem 1973 in Nordbaden gefahren wurde, war 1974 turnusmäßig die Eifel wieder am Zug. Schon 1972 bemängelten die Stars der Szene die aus ihrer Sicht nicht ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen am Nürburgring. 1974 hatten die Verantwortlichen die Rechnung ohne die Spitzenfahrer aller Klassen gemacht, denn diese machten diesmal ihre Drohung wahr und boykottierten die Rennen.
Am Morgen des Rennsonntags lag in der Eifel sogar Schnee, sodass die Top-Fahrer wie Giacomo Agostini, Phil Read, Gianfranco Bonera oder Teuvo Länsivouri weitgehend unverrichteter Dinge abreisten. Immerhin hatten die deutschen Fahrer und eine Handvoll internationale Fahrer der zweiten und dritten Garnitur ein Einsehen und drehten den Fans zu Liebe ihre Runden.
Beim «DM-Lauf-Plus» gewann Ingo Emmerich das Rennen der 50-ccm-Klasse und Fritz Reitmaier jenes der Achtelliter-Kategorie. Bei den 250ern und 350ern schnappte sich Helmut Kassner die unwirklichen Grand-Prix-Siege. Bevor zum Abschluss des Tages Werner Schwärzel und Karl Kleis das Rennen der Seitenwagen gewannen, schoben sieben Fahrer ihre Maschinen für das Rennen der Königsklasse bis 500 ccm an den Start.
Nach sieben Runden auf der damals 22,835 Kilometer langen Strecke fuhr Edmund Czihak mit seiner privaten 351er-Yamaha knapp zwei Minuten vor dem Zweitplatzierten Helmut Kassner über den Zielstrich. Dritter wurde Walter Kaletsch. Dem letzten Finisher, Udo Kochanski, fehlten schon knapp sieben Minuten auf den (Grand-Prix-)Sieger Edmund Czihak. Es war Edmund Czihaks einziger Start in der Motorrad-WM, denn nachdem er in jenem Jahr in der 500er-Klasse Deutscher Vizemeister geworden war, beendete er seine kurze aber eigentlich vielversprechende Karriere bereits wieder. In der WM-Endabrechnung des Jahres 1974 wird Edmund Czihak mit seinen 15 WM-Punkten vom Nürburgring als Gesamt-14. geführt.
Edmund Czihak verstarb zwei Wochen vor seinem 82. Geburtstag am 6. Juni 2026 nach schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren.
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