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Davide Barana (Ducati): Liegt es am Hinterreifen?
Als bester Ducati-Pilot findet sich Andrea Dovizioso drei Rennen vor Schluss nur auf dem fünften Rang der MotoGP-WM wieder. Trotzdem versichert Technical Director Davide Barana, Ducati sei zufrieden mit der GP20.
MotoGP
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Nach der Verletzung von Titelverteidiger Marc Márquez waren alle Augen auf Ducati-Werksfahrer Andrea Dovizioso gerichtet, schließlich belegte der Italiener in den vergangenen drei Jahren jeweils den zweiten Gesamtrang hinter dem spanischen Ausnahmekönner auf der Repsol Honda.
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In Borgo Panigale kehrte aber schon bald Ernüchterung ein, denn abgesehen von seinem dritten Platz zum Auftakt in Jerez und dem Sieg auf dem Red Bull Ring von Spielberg tat sich "Dovi" sichtlich schwer. Der 15-fache MotoGP-Rennsieger vermutet das Problem im neu konstruierten Michelin-Hinterreifen. Dazu kamen zähe Vertragsverhandlungen, denen der 34-jährige Routinier schließlich schon vor dem Österreich-GP ein Ende setzte: Nach acht Jahren wird er Ducati am Ende der Saison den Rücken kehren. Drei Rennen vor Schluss liegt Dovizioso als einziger Ducati-Pilot in den Top-8 der MotoGP-WM, ihm fehlen aber bereits 28 Punkte auf WM-Leader Joan Mir (Suzuki). Beim Teruel-GP in Aragón verhinderte zuletzt allerdings Johann Zarco als Fünfter ein Ducati-Debakel – obwohl der Franzose, der in Brünn schon auf der Pole-Position und anschließend auf dem Podium stand, bei Avintia eine GP19 steuert. Da stellt sich die Frage: Wie zufrieden ist man in Borgo Panigale mit der GP20? "Wir sind im Moment ziemlich glücklich mit der Entwicklung, wie immer haben wir schon in der zweiten Hälfte des Vorjahres damit begonnen", schilderte Davide Barana, Technical Director bei Ducati Corse. "Wir haben mit dem Motor einen guten Schritt in Sachen PS gemacht. Die Motorleistung war schon gut, aber wir haben es geschafft, noch ein bisschen mehr herauszuholen, was immer gut ist. Wir haben zudem nicht nur an der maximalen Power, sondern auch an der Fahrbarkeit gearbeitet. Wir haben das Drehmoment-Management überarbeitet, was ein weiterer Schritt ist. Es ging nicht nur um die Performance auf den Geraden, sondern auch im Kurvenausgang." Dazu kam: "Der Schritt mit dem Chassis war groß, schon in den Tests in Valencia und Jerez. In Katar und Sepang kam dann auch eine neue Schwinge, wir haben viel in dem Bereich gearbeitet. Wir haben außerdem eine Evolution unserer Aerodynamik gebracht. Wie man sieht, handelt es sich dabei um keine große Veränderung, aber die Motorräder sind jetzt etwas stabiler. Insgesamt können wir sagen, dass wir an allen Bereichen des Bikes gearbeitet haben", betonte Barana.
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Gleichzeitig verwies auch Ducatis Technical Director auf den viel diskutierten Hinterreifen: "Sicher gab es beim Reifen eine große Veränderung. Ich glaube, dass er die Performance in diesem Jahr sehr beeinflusst. Das ist natürlich ein Prozess und manchmal braucht es lange, um das Set-up und das Bike an eine neue Reifenkonstruktion anzupassen." "Der neue Reifen bietet insgesamt einen viel besseren Grip, aber das passiert auf eine ganz andere Weise als mit dem vorherigen Reifen. Vielleicht passt er nicht ganz so gut zu unserem Bike. Es scheint, dass er den Motorrädern mehr entgegenkommt, deren Stärke im Kurvenspeed liegt. Es hängt aber auch vom Fahrstil ab", ergänzte Barana. "Es stimmt, Andrea ist der, der damit am meisten Mühe hat. Wir versuchen gemeinsam mit ihm, eine Lösung und ein besseres Set-up zu finden, damit er seine Fähigkeiten auf dem Motorrad besser ausspielen kann. Das ist ein Prozess, der eine Weile in Anspruch nimmt", bekräftigte er.
Dass in der verrückten Corona-Saison 2020 vor allem Ducati keine konstanten Leistungen abrufen kann, wollte Barana nicht so stehen lassen: "Dieses Jahr ist insgesamt sehr abwechslungsreich", hielt er fest. "Wir haben zum Beispiel viele Rennsieger gesehen. Natürlich, wenn man die Ergebnisse von Marc Márquez, der in dieser Saison fehlt, in anderen Jahren streichen würde, hätte man auch viel mehr Abwechslung. Ich glaube nicht, dass die Schwankungen spezifisch Ducati betreffen, es gibt auch bei den anderen Herstellern und Fahrern viel Auf und Ab." "Der neue Reifen hat an sich großes Potenzial, aber er verhält sich ziemlich anders zum vorherigen und einige Hersteller und Bikes passen sich besser an die neue Spezifikation an, genauso wie sich einige Fahrer besser mit den Eigenschaften anfreunden. Andere brauchten eine Weile, um sich anzupassen, oder sie versuchen es immer noch", gab Barana zu.
Neben dem Hinterreifen sei aber auch der Corona-bedingt umgekrempelte Kalender ein Faktor: "Die Dorna hat einen großartigen Job gemacht, die Saison in der aktuellen Situation umzuorganisieren, aber wir fahren manchmal an einem anderen Zeitpunkt Rennen und dadurch bei anderen Bedingungen, wenn man zum Beispiel an das Wetter denkt. Das ist ein anderer Grund dafür, dass wir manchmal diese Inkonstanz sehen." Stand Fahrer-WM nach 11 von 14 Rennen
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1. Mir, 137 Punkte. 2. Quartararo 123. 3. Viñales 118. 4. Morbidelli 112. 5. Dovizioso 109. 6. Rins 105. 7. Nakagami 92. 8. Pol Espargaró 90. 9. Miller 82. 10. Oliveira 79. 11. Petrucci 71. 12. Binder 67. 13. Alex Márquez 67. 14. Zarco 64. 15. Rossi 58. 16. Bagnaia 42. 17. Lecuona 27. 18. Aleix Espargaró 27. 19. Crutchlow 26. 20. Bradl 12. 21. Smith 12. 22. Rabat 10. 23. Pirro 4. Konstrukteurs-WM 1. Yamaha, 208 Punkte. 2. Ducati 171. 3. Suzuki 163. 4. KTM 143. 5. Honda 117. 6. Aprilia 36. Team-WM
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1. Team Suzuki Ecstar, 242 Punkte. 2. Petronas Yamaha SRT 235. 3. Ducati Team 180. 4. Monster Energy Yamaha MotoGP 176. 5. Red Bull KTM Factory Racing 157. 6. Pramac Racing 128. 7. LCR Honda 118. 8. Red Bull KTM Tech3, 106. 9. Repsol Honda Team 79. 10. Esponsorama Racing 74. 11. Aprilia Racing Team Gresini 39.
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