Jorge Martin in Top-Verfassung, aber: «Kann keinen Titel versprechen»
Jorge Martin reist als WM-Zweiter an den Balaton Park. Er blickte auf das Mugello-Event zurück. Den MotoGP-Titelkampf versucht er auszublenden, erwartet in Ungarn aber erneut ein Top-Ergebnis.
Das achte Saisonwochenende der MotoGP führt direkt von Mugello an den Balaton Park in Ungarn. Jorge Martin befindet sich in bester Ausgangslage: Mit 156 Punkten hat er nur 17 weniger als WM-Leader Marco Bezzecchi, der den Grand Prix in Italien gewann. Jorge Martin fuhr im Sprint und im GP jeweils auf Platz 2. Das war nicht das, was sich der Spanier erhofft hatte. «Ein Paar zweite Plätze ist gut», sagte er am Donnerstag vor dem Ungarn-GP, ärgerte sich aber über die verpasste Chance, sich einen Sieg zu sichern. «Ich bin gut gefahren, hatte aber nicht das beste Gefühl.» Marco Bezzecchi erlebte hingegen einen traumhaften Sonntag, was auch der Spanier bemerkte: «Marco hebt sein Niveau an. Dazu sind die Rennen in Italien für die italienischen Fahrer ein zusätzlicher Schub.»
Martin mit guten Erinnerungen an das Vorjahr
Der Ungarn-GP fand im Vorjahr im August statt, da hatte sich Martin von seiner Katar-Verletzung größtenteils wieder erholt und fuhr wieder Rennen. Damals startete er von Startplatz 16 nach vorne und wurde Vierter. «Das gibt mir Selbstvertrauen. Auch wenn es wirkt, dass man hier nicht überholen kann – es ist ein langes Rennen. Man hat Zeit, Positionen gutzumachen», ist er zuversichtlich. In einem Punkt will er sich verbessern – dem Qualifying. «Platz 16 war letztes Jahr nicht die beste Ausgangsposition. Aber aus den ersten drei Reihen kann man um etwas kämpfen.»
Körperlich fühlt sich Martin so gut wie selten: «Gegenüber Mugello habe ich mich verbessert, ich fühle mich Topfit. Es ist einer der besten Momente meiner Karriere, was die körperliche Verfassung angeht.» Tags zuvor habe er beim Radtraining in Andorra persönliche Rekorde aufgestellt.
Titelkampf: Wer an die WM denkt, fährt langsamer
Auf die Frage, ob die Aprilia RS-GP auf dem engen Balaton-Park zurechtkommt, antwortete er: «Austin war eine Strecke mit sehr langgezogenen Kurven, und wir waren recht stark. Hier ist es ähnlich.» Eine Schwäche habe er aber, und das sei der schnelle Richtungswechsel.
Auf die WM angesprochen, spielte Martin seine Rolle herunter. «Ich kann niemandem einen Titel versprechen, das ist unmöglich. Was ich garantieren kann, ist meine Arbeit zu verbessern. Wenn man anfängt, an die WM zu denken, verliert man Leistung. Deshalb konzentriere ich mich auf meine Entwicklung als Fahrer.» Die Rolle des Topfavoriten für das Wochenende sieht er im Ducati-Lager. «Marc hat letztes Jahr den Unterschied gemacht, er war dominant. Er wird dieses Wochenende der Mann sein, den es zu schlagen gilt.»
Zum Schluss wurde Martin auf Enea Bastianinis Forderung angesprochen, die Schikane, an der dieser im Vorjahr gestürzt war, zu entschärfen. Martin zeigte sich erst überrascht, da er diese Aussage nicht mitbekommen habe, ergänzte aber: «Es gibt Schikanen, wo ein Sturz riskant sein kann. Balaton Park ist eine Strecke mit gutem Asphalt. Wir sind Profis und können damit umgehen.»
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