Jack Miller: «Ducati ist 8 km/h schneller als Honda»
Pramac-Ducati-Pilot Jack Miller ist überzeugt, dass die GP20 im Vergleich zum Vorgängermodell in allen Belangen besser geworden ist. Einen klaren Fortschritt entdeckte er bei Aprilia.
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Der letztjährige WM-Achte Jack Miller (25) brennt auf dem Neustart mit der Ducati GP20 des Pramac-Racing Teams. Denn er hat sich für die kommende Saison viel vorgenommen. Er will sich für einen Platz im Ducati-Werksteam empfehlen, seinen ersten MotoGP-Sieg im Trockenen feiern – und Pramac zum ersten Sieg in der Königsklasse verhelfen. Ein Unterfangen, das Teambesitzer Paolo Campinoti mit vielen anderen Assen von Barros bis Iannone nicht gelungen ist.
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"Das Motorrad funktioniert wirklich gut", zeigt sich Jack Miller zuversichtlich. "Ich war beim Katar-Test im Top-Speed jeden Tag der Schnellste. Dabei bin ich wirklich nicht der leichteste Fahrer im Feld. Diese starke Performance hat sicher mit meinem Dainese-Leder und agv-Helm zu tun. Das ist das beste Aerodynamik-Paket, das du bekommen kannst. Beim Test in Losail haben wir auch gesehen, wie gut die neuen Michelin-Reifen mit der GP20 harmonieren. Sie haben in Katar nach den Long-runs sehr gut ausgesehen. Das war schön zu beobachten. Die Fahrer von anderen Herstellern hatten mehr Mühe, wie ich in persönlichen Gesprächen gehört habe." Miller hat 2019 bereits fünf dritte Plätze errungen. Er bildet sich aber nicht ein, dass er in diesem Jahr pausenlos um Siege fighten kann. Denn auch die anderen Werke haben Fortschritte erzielt, besonders Yamaha und Suzuki, wie die Testergebnisse gezeigt haben.
"Es ist fast unmöglich, heute beim Bike von einem Jahr zum andern noch riesige Fortschritte zu machen. Es sind alle Motorräder nah am Limit, viele Details sind ausgereizt. Aber die GP20 ist auf jeden Fall in allen Bereichen besser geworden", ist Miller überzeugt.
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Der Australier ist gespannt, wie stark Honda beim Auftakt sein wird, nachdem es bei den Wintertests mit der neuen RC213V noch erhebliche Probleme gab. Am letzten Tag beim Doha-Test wurden deshalb Bikes und Teile aus der Saison 2019 von LCR-Honda (von Takaaki Nakagami) entwendet, um Vergleiche anstellen zu können. Auch Cal Crutchlow probierte dann 2019-Zeug aus, zumindest bei der Aerodynamik.
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"Bei den Tests waren Honda mit Marc und Cal nicht so nahe an der Spitze wie während der Rennsaison 2019", sagt Jack. "Bei Suzuki und Yamaha habe ich keine Verbesserungen gesehen, die mich vom Sitz reißen. Letztes Jahr habe ich oft gegen Marc und Cal gekämpft, auch auf den Geraden. Aber bei den Wintertests waren sie im Schnitt auf den Geraden 8 km/h langsamer als ich. Ducati ist beim Motor definitiv wieder ein großer Schritt gelungen. Yamaha hat zu Honda aufgeholt. Aber im Top-Speed haben sie keine Chance gegen Ducati. Der größte Power-Fortschritt ist Aprilia gelungen. Sie haben einen ziemlich umfangsreichen Flügel vorne, der sicher viel Motorleistung verschlingt. Trotzdem waren sie beim Top-Speed recht konkurrenzfähig."
Miller hat aber noch einen Bereich ausfindig gemacht, in dem die Ducati besser geworden ist. "Bei den Richtungswechseln verlieren wir jetzt kaum noch Zeit. Mit dieser Schwäche haben sich die Ducati-Ingenieure definitiv beschäftigt – und sie ausgemerzt." Wintertest-Championship 2019/2020
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