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YART zur Yamaha R1: Die «alte Lady» gewinnt noch, braucht aber ein Update

Die Yamaha R1 gewann zwei der letzten drei EWC-Titel, doch das Grundmodell stammt aus dem Jahr 2015. YART erklärt, warum die Konkurrenz näherkommt und wo die größten Defizite liegen.

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Mit der Yamaha R1 gewann YART in den vergangenen drei Jahren zwei Weltmeistertitel in der Langstrecken-WM. Auch der Saisonauftakt 2026 in Le Mans endete mit einem Sieg für die österreichische Mannschaft. Dennoch wird innerhalb des Teams niemand bestreiten, dass die Basis des Erfolgs langsam in die Jahre kommt.

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Während Yamaha in der Superbike-WM den Anschluss an Ducati längst verloren hat, kann die R1 in der Langstrecken-WM weiterhin Rennen und Titel gewinnen. Der Grund dafür liegt vor allem in der enormen Erfahrung, die YART mit dem Motorrad gesammelt hat. Gleichzeitig werden die Grenzen des inzwischen elf Jahre alten Konzepts jedoch immer deutlicher sichtbar.

Max Neukirchner: Klare Worte zur Situation bei Yamaha

«Von der Höchstgeschwindigkeit und dem Verbrauch könnte das Motorrad besser sein», erklärte YART-Crewchief Max Neukirchner im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Doch der Motor ist sehr haltbar. Die Yamaha ist vergleichsweise alt, doch wir kommen mit dem Motorrad super zurecht.»

Besonders im direkten Vergleich mit BMW zeigen sich die Schwächen der R1. Die Münchner investierten in den vergangenen Jahren massiv in ihr Langstreckenprojekt und überraschten beim Saisonauftakt in Le Mans mit einer deutlich verbesserten Effizienz. Die Werks-BMW konnte mehrere Runden länger auf der Strecke bleiben als die Konkurrenz.

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«Die BMW ist effizienter und kann zwei Runden länger draußen bleiben», bestätigte Neukirchner. «Doch unser Paket ist schwer zu schlagen.» Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von YART ist dabei die enorme Zuverlässigkeit der Triebwerke. Während andere Yamaha-Teams mit Motorschäden kämpfen, funktioniert der YART-Motor wie ein Uhrwerk. Hinter den Kulissen wird seit Jahren ein erheblicher Aufwand betrieben, um die Motoren für die extremen Belastungen von 8- und 24-Stunden-Rennen vorzubereiten.

«Unsere Motoren werden sehr aufwendig hergestellt für die 8- und 24-Stunden-Rennen», verriet Neukirchner. «Seit drei oder vier Jahren wird ein riesiger Aufwand betrieben und seitdem halten die Motoren.» Das Vertrauen in die eigenen Aggregate ist inzwischen so groß, dass YART bei den prestigeträchtigen Suzuka 8 Hours in diesem Jahr sogar auf eine eigene Motorenspezifikation und nicht auf den Yamaha-Werksmotor setzen wird, der in der jüngeren Vergangenheit einige Probleme bereitete. «Dieses Jahr verwenden wir in Suzuka unseren eigenen Motor», bestätigte der ehemalige Grand-Prix-Pilot.

Dennoch ist sich Neukirchner bewusst, dass Yamaha mittelfristig ein neues Superbike benötigen wird. Die aktuelle Generation der R1 wurde bereits 2015 vorgestellt und erhielt seitdem lediglich kleinere Überarbeitungen. Das jüngste Update erfuhr das Yamaha-Superbike im Herbst 2024, als ein leicht modifiziertes Aero-Paket mit Winglets präsentiert wurde. Doch die Basis ist im Vergleich zu den moderneren Motorrädern der Konkurrenz veraltet.

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«Die Yamaha ist eine alte Lady, das Modell gibt es seit 2015», sagte Neukirchner. «Seitdem gab es nur kleine Updates. Es muss was kommen von Yamaha. Aber das wird noch ein paar Jahre dauern, von dem was ich gehört habe.»

Bis dahin setzt YART auf die Stärken des bekannten Pakets. Gerade in der Langstrecke kann Erfahrung wichtiger sein als maximale Leistung. «Aktuell kann man sagen, dass unser Paket sehr gut funktioniert. Und 24 Stunden können lang sein», betonte Neukirchner. «Lieber ein Modell haben, bei dem man zu 100 Prozent weiß, was zu tun ist. Dann kann man auch über 24 Stunden erfolgreich sein.»

Würde er dennoch einen Wunsch für eine künftige Generation der R1 äußern dürfen, wäre die Antwort eindeutig. «Vom Fahrgestell her, von der Fahrbarkeit her ist die Yamaha nach wie vor eines der besten Motorräder», lobte Neukirchner. «Doch was sich mit der Zeit klar abzeichnet: Der Spritverbrauch wird zu einem immer größeren Problem. Bei gleichbleibender Leistung wäre weniger Verbrauch wünschenswert. Dann könnten wir auch zwei Runden länger draußen bleiben.»

Marvin Fritz: «Es wird schwieriger mit der Yamaha»

Auch Marvin Fritz sieht die Situation ähnlich. Der Deutsche weiß, dass die Entwicklung der Konkurrenz die Aufgabe für Yamaha Jahr für Jahr schwieriger macht. «Das Niveau ist auch in der Langstrecken-WM sehr hoch geworden. Jedes Zehntel zählt», erklärte der Weltmeister. «Klar, es wird immer schwieriger mit der Yamaha.»

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Gleichzeitig sieht Fritz auch Vorteile darin, dass das Team seit Jahren mit derselben technischen Basis arbeitet. Ein komplett neues Motorrad wäre nicht automatisch ein Garant für bessere Ergebnisse. «Vielleicht ist es auch besser so», meinte Fritz. «Mit einem neuen Motorrad benötigt man Zeit. In der Superbike-WM kann das sofort funktionieren, weil die Rennen nur 30 oder 35 Minuten lang sind. Doch ein 24-Stunden-Rennen ist eine andere Herausforderung.»

Vor allem die Zuverlässigkeit neuer Komponenten lässt sich in der Langstrecke nicht von heute auf morgen garantieren. «Mit einem neuen Motor muss man meist erst ein oder zwei Jahre austesten», erläuterte Fritz. «Man weiß nie wirklich, wo man steht.» Trotzdem würde auch der Deutsche ein modernes Triebwerk mit höherer Leistung und besserer Effizienz nicht ablehnen.

«Aber klar, etwas Neues mit mehr Leistung wäre schon schön», gab Fritz zu. «Bis dahin machen wir das Beste aus dem, was wir zur Verfügung haben. Unser Paket ist nicht schlecht, wie die beiden Titel in den zurückliegenden drei Jahren zeigen.» Noch reicht die «alte Lady» also aus, um Rennen und Weltmeisterschaften zu gewinnen. Doch während BMW die Messlatte mit der modernen M1000RR immer höher legt, wird es für Yamaha zunehmend schwieriger, die Zeit allein mit Erfahrung, Zuverlässigkeit und perfekter Teamarbeit zu kompensieren.

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