Euro Moto Superbike
Kevin Orgis ist scharf auf ersten Euro Moto-Pokal, in Brünn schon nah dran
Das zweite Rennwochenende der neuen Euro Moto führte die Supersportler auf geschichtsträchtigen Boden: Das Autodrom Brünn in Tschechien. Lennox Lehmann setzt Serie fort.
Nach dem starken Auftakt am Sachsenring sicherte sich der 20-jährige Dresdner für das Team Apreco Yamaha auch in Brünn zwei dritte Plätze und blickt nun auf eine makellose Bilanz von vier Podestplätzen in vier Rennen. Aber es war nicht zu übersehen, dass ihm dritte Plätze nicht reichen. Sein Teamkollege Dirk Geiger und der Pole Daniel Blin waren in beiden Rennen auf der MotoGP-Strecke angekommen.
Der Mehraufwand des zusätzlichen Testtages am Donnerstag vor der eigentlichen Veranstaltung zahlte sich aus. In den Trainings am Freitag testete Lehmann Modifikationen an der Front der Yamaha R9, um mehr Stabilität zu generieren. Trotz zwischenzeitlicher Probleme mit Chattering, die das Team schnell in den Griff bekam, fuhr er auf den vierten Rang. Der Abstand zur Spitze: 1.263 Sek. Den konnte er noch weiter verkürzen auf 0.894 Sekunden zum Führenden Daniel Blin. Ins Rennen ging es für ihn ebenfalls von Platz 4 los.
Am Samstagnachmittag erwischte Lennox Lehmann im ersten Lauf einen perfekt abgestimmten Start, kam hervorragend weg und ging direkt an seinem vor ihm platzierten Teamkollegen Dirk Geiger vorbei. In der Anfangsphase lieferte er sich einen harten Fight an der Spitze. In einer engen Kurvensituation entging er nur knapp einem Sturz, als Marcel Brenner beim Überholversuch innen hineinstach, die Strecke verließ und im Kiesbett landete.
Im weiteren Rennverlauf forderte das hohe Tempo Tribut. «Ich pushte stark über das Vorderrad, wodurch der Reifen in der Schlussphase massiv abbaute», so Lehmann anschließendes Fazit. «Um kein unnötiges Risiko einzugehen und wichtige Punkte für das Team Apreco Yamaha zu sichern, entschied ich mich gegen eine späte Attacke auf Geiger. Ich verwaltete den dritten Platz und sicherte mir das dritte Podest im dritten Rennen.»
Der zweite Lauf am Sonntag entwickelte sich zu einem intensiven mentalen und strategischen Kampf. Nach den Erfahrungen vom Vortag erwartete Lehmann erneut einen Einbruch der Vorderreifen-Performance. Um den Reifen für die entscheidende Schlussphase zu schonen, wählte er bewusst eine verhaltene Startstrategie. Er ging das Rennen betont kontrolliert an und ließ die beiden Führenden, Dirk Geiger und Daniel Blin, zunächst ziehen.
«Zur Rennmitte zeichnete sich jedoch ab, dass der erwartete Reifenperformance-Drop ausblieb», so Lehmann. «Ab diesem Moment entschied ich mich, zu pushen, um die Lücke zur Spitze wieder zu schließen. Bei dieser Aufholjagd forderte ich das Material jedoch zu stark: Die Reifen bauten zu schnell ab, sodass ich in den letzten Runden erneut auf Nummer sicher gehen musste, um keinen Sturz zu riskieren. So war es wieder ein dritter Platz.» Seine Miene nach der Zielankunft sprach Bände, ein dritter Platz war definitiv nicht genug.
«Wir haben im Vergleich zum Sachsenring einiges am Motorrad verändert, was sich sehr positiv bemerkbar gemacht hat», lautete seine Schlussbilanz. «Leider konnte ich die Reifen nicht ganz über die Renndistanz bringen. Somit zweimal Platz 3 in beiden Rennen. Der Abstand zu Platz 1 und 2 wird jedoch immer kleiner und darauf können wir aufbauen. Für mich ging es danach direkt nach Spa zur nächsten Station in der FIM EWC. Mal schauen was mich dort erwartet.»
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