Keine Punkte im Misano-Sprint: Pecco Bagnaia bleibt der Ducati-Sonderfall
Ducati-Werksfahrer Francesco Bagnaia zählt zu den großen Misano-Spezialisten. Doch beim Sprint 2026 ging der Doppelweltmeister in seiner Heimat wieder unter. Antworten auf die Dauerkrise – keine.
Auch in Misano, auf jener Piste, die der Rossi-Zögling wie kaum ein anderer Fahrer schätzt – auf den Trainingsmotorrädern gilt Bagnaia in Misano als unschlagbar –, setzt sich das Bagnaia-Dilemma fort. Gleich zum Auftakt fasste der Doppelweltmeister, der bis zum Q2 des aktuellen Events Inhaber des Rundenrekords war, die nächste Dosis Frust aus. Im Zeittraining blieb das Q2 außer Reichweite.
Im Q1 am Samstagmorgen schaute der Teamkollege des Weltmeisters wieder in die Röhre: Startplatz 14 für den einstigen Misano-Überflieger. In Zahlen ausgedrückt: Auf den aktuellen Teamkollegen und späteren Sprint-Sieger büßte Bagnaia 0,8, auf den zukünftigen Teamkollegen Marco Bezzecchi eine volle Sekunde ein.
Der aus Turin stammende Racer hatte dabei nach dem FP2 auf eine Trendwende gehofft. Bagnaia: «In der Früh ging es ein wenig besser. Doch als wir dann im Qualifying einen neuen weichen Reifen montiert hatten, lieferte der die gleiche Leistung wie ein gebrauchter. Was immer ich auch unternehme – es funktioniert nicht. Ich kann leider nicht von einem Gefühl auf dem Bike sprechen, denn ich habe keins.»
Im Rennen über 13 Runden fuhr der Champion der Jahre 2022 und 2023 dann auf der Stelle. Bagnaia konnte keine Position gutmachen, verlor aber auch keinen Platz. Über die Linie rettete er sich vor dem KTM-Trio mit Bastianini, Binder und Espargaro auf Position 13 – mit einem Plus von 17 Sekunden auf Marc Marquez.
Trotz der Schlappe vor den heimischen Fans verlor Bagnaia im anschließenden Mediengespräch nicht die Fassung. Ruhig berichtete der hochdekorierte Ducati-MotoGP-Pilot: «Das Frustrierende ist, dass es keine Antworten auf die Frage gibt, warum mein Motorrad ein Sonderfall ist. Wir können sehr leicht sehen, dass sich meine Ducati komplett anders verhält als die Bologna-Bikes meiner Kollegen.»
Francesco Bagnaia weiter: «Ich werde aber weiter alles geben, um die richtigen Antworten zu finden. Das bin ich mir aber auch den Leuten, die mit mir arbeiten, schuldig. Wir haben im Team die gleiche Einstellung und wollen das gemeinsam lösen. Aber derweil ist es ein Fakt, dass das Bike seit drei GP-Events sonderbare Dinge macht, die wir nicht verstehen.»
Der Ansatz «Attacke» funktioniert nicht
Bagnaias Lösungsansatz «Attacke» funktionierte jedenfalls nicht. «Ich habe wirklich gepusht – aber es hat sich nichts geändert. Das Gefühl und die Zeiten kommen einfach nicht. Das Problem ist massiv.» Bagnaia gab ein Beispiel: «Auf der Bremse ist es aktuell so, dass ich das Bike mit beiden Bremsen schlechter verzögern kann als nur mit der Vorderradbremse. Bremse ich hinten, ist es, als fahre ich permanent mit gezogener Kupplung. Und das ist nur eine Sache, die wir verstehen müssen.»
«Dass sich der Grip des Bikes nicht verändert, egal was für Reifen wir aufziehen, das zeigt die Dimension des Problems. Aber ich werde weiterhin alles geben, um eine Lösung zu finden, wiederholte Bagnaia.
In der WM-Tabelle spielt der Ducati-Werksfahrer keine Rolle mehr. Nach der fünften Nullnummer in Serie rangiert Bagnaia mit 120 Punkten Rückstand an achter Stelle.
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