Champion Marc Marquez brach ein: Ab Runde 4 eine Fahrt nur, um zu überleben
Das Feuerwerk von MotoGP-Weltmeister Marc Marquez erlosch sehr schnell. Über die kurze Distanz geriet der Ducati-Lenovo-Pilot in grobe Schwierigkeiten. Sogar der Airbag von «MM93» wurde gezündet.
Mit Startplatz 6 hatte sich Marc Marquez eine gute Ausgangslage für die beiden Rennen auf der britischen Insel geschaffen – schließlich gilt es auch für den Multi-Weltmeister, sich im engen WM-Kampf zu behaupten und der Spitze noch näherzukommen. Zumindest im Sprint ging der Plan komplett schief.
Nach guter Startphase, in der sich der Champion gleich an den Aprilia-Piloten Fernandez und Bezzecchi vorbeischieben konnte, verharrte die Ducati mit der Nummer 93 nur kurz auf Platz 4, dann setzte eine immer schneller werdende Rückwärtsbewegung ein. Im Finale wurde Marc Marquez förmlich vom Feld verschluckt. Bezzecchi, sein Bruder, Acosta, Morbidelli und Mir zogen mühelos vorbei. Platz 9 und damit den letzten WM-Punkt verteidigte Marquez um Zentimeter gegen Diogo Moreira. Statt nach vorn ging es damit auch in der WM-Tabelle. wieder nach hinten. Was vor dem England-Trip unmöglich schien, trat ein: Marco Bezzecchi ist bereits nach dem Sprint wieder Dritter – vor Marc Marquez.
Was war passiert? Marc Marquez litt wie alle Fahrer mit softer Hinterradpneu unter stark nachlassender Haftung. Doch während es den Aprilia-Piloten gelang, das Phänomen zu kontrollieren, fraß es den Champion auf. «Wir haben heute eine völlig neue Situation für einen Sprint erlebt. Dass wir so schnell, so stark an Reifenperformance verlieren, das gab es so noch nie. Ich war nicht allein – aber bei mir ging es als erstes, bereits in Runde 4, los», schilderte Marquez den Sprint.
Der Spanier weiter: «Es war eine reine Fahrt ums Überleben. Als ich auf Platz 6 fuhr, war ich in massiver Sturzgefahr, also habe ich nur noch versucht, das Rennen zu beenden. Das Sonderbare ist, es war kein klassischer Verschleiß – die Mischung hat einfach nicht mehr funktioniert.»
Wilde Fahrt mit Airbag-Zündung
Kurios: Marc Marquez rutschte eine Stelle so um den Kurs, dass sogar der Airbag im Leder des Weltmeisters gezündet wurde. «Ja, das ist korrekt. Es gab einen Riesenrutscher, dabei ist es passiert. Es war aber kein Riesenproblem. Wichtig war nur, dass ich nicht gestürzt bin.»
Noch keine Antwort hatte Marc Marquez auf die Tatsache, dass Bruder Alex mit gleicher Spezifikation weit weniger litt, während Teamkollege Bagnaia und Fabio Di Giannantonio ebenfalls kräftige Probleme hatten. «Immerhin haben wir sehr viele Daten, die gilt es zu bewerten, speziell die von Alex, damit wir im besten Fall eine Lösung finden und am Sonntag besser dastehen.»
Nach der Schlappe der Ducati-Werksmannschaft ist eine Nachtschicht vor den Bildschirmen, auch bei den Michelin-Technikern, vorprogrammiert.
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