Silverstone-Sprint: Martin Leader der Aprilia-Showband, Marquez brach ein
In England wurde die zweite Hälfte der MotoGP-Saison mit einem sehenswerten 10-Runden-Sprint eingeläutet. Auch Marc Marquez konnte nichts gegen die Aprilia-Armada und Sieger Jorge Martin ausrichten.
Nach einer roten Flagge im Qualifying der Moto2, die eine Verzögerung von zehn Minuten nach sich gezogen hatte, machte sich die Königsklasse mit Verspätung auf den Weg zum ersten Sprint nach der gut dreiwöchigen Sommerpause. Die Aprilia-Piloten waren in den Sitzungen vor dem Samstagsrennen die Hauptdarsteller. Sowohl im Zeittraining als auch in Q2 landeten die vier RS-GP-Racer unter den besten Fünf. Nur Fabio Di Giannantonio konnte jeweils ein neongelbes Ausrufezeichen für Ducati setzen.
Während sich Marc Marquez als Sechster in Reihe gut hielt, kam Teamkollege als 16. unter die Räder. Als die Piste zur Besichtigungsrunde freigegeben wurde, ging es zunächst im Schneckentempo über die 5900 Meter lange Runde. Hintergrund: Der High-Speed-Kurs ist durstig, Benzin sparen war angesagt.
Die Startaufstellung: Neben Jorge Martin machten sich Raul Fernandez und dessen Trackhouse-Partner Ai Ogura bereit. Ogura ist mit 14 Zählern auch der Pilot, der Tabellenführer Martin am gefährlichsten ist. Reihe 2 ist in England mit Di Giannantonio, Marco Bezzecchi und Weltmeister Marc Marquez besetzt. Bruder Alex musste sich nach einem starken Einstand in das Event mit Platz 7 zufriedengeben. «AM73» stand vor der VR46-Ducati mit Morbidelli und der schnellsten KTM unter Pedro Acosta. Platz 10 hatte sich überraschend Ersatzfahrer Iker Lecuona (Gresini-Ducati) erobert.
Alle Piloten der Top 9 starteten mit dem weichen Hinterreifen in die Aufwärmrunde, diesmal auch mit deutlich geringerem Tempo. Um kurz nach 16 Uhr ging es los – mit der Frage, ob der noch angeschlagene Marco Bezzecchi das Tempo über die volle Distanz mitgehen kann.
Jorge Martin, der sich in der Aufwärmrunde ans Ende des Felds zurückfallen ließ, konnte die Pole perfekt umsetzen. Der WM-Leader bog vor Fernandez, Ogura und Bezzecchi ein. Noch in der ersten Passage zog Di Giannantonio auf Platz 3 und auch Marc Marquez schnappte sich Bezzecchi.
Schlecht lief es für die Ersatzfahrer. Erst stürzte Cal Crutchlow, am Ende von Runde 1 rutschte auch Lecuona aus. An der Spitze gab Jorge Martin Vollgas. Die Nummer 89 lag Ende der zweiten Runde eine halbe Sekunde vor Ai Ogura, der dicht von Di Giannantonio verfolgt wurde. Mit etwas Luft dahinter – Marc Marquez, Bezzecchi, Fernandez, Alex Marquez. Pedro Acosta folgte mit Abstand.
In Runde 4, der nächste Sturz. Trackhouse-Ass Fernandez war in Kurve 4 ausgerutscht, damit waren nur noch drei RS-GP im Rennen. Souverän dagegen Jorge Martin, der seinen Vorsprung auf WM- und Renn-Verfolger Ogura auf 0,7 Sekunden vergrößerte. Hinter «Diggia» auf Platz 3 war bereits eine Lücke von zwei Sekunden zu Marc Marquez aufgegangen. Bissig wurde nun Marco Bezzecchi. Ende Runde 5 überholte «Bez» den Weltmeister und auch Alex hatte die bessere Pace, kam aber zunächst nicht vorbei. Doch in Runde 6 zog «AM73» vorbei und war damit Fünfter.
Hinter Acosta auf P7 hielt sich Joan Mir (Honda) vor Morbidelli und Rookie Moreira. Toprak Razgatlioglu kreiste als zweiter Neuling auf Platz 19 hinter KTM-Ersatzfahrer Pol Espargaro.
Vier Runden vor Schluss fiel auch Fabio Di Giannantonio mit Reifenproblemen zurück, Marco Bezzecchi war nun Dritter, damit lagen wieder drei Aprilia an der Spitze. Martin hielt seinen Vorsprung stabil bei gut 0,7 Sekunden.
Während sich auch Acosta Marc Marquez näherte, hatten sich die Top 3 formiert. Erstaunlich: In der Runde brach Marc Marquez so sehr ein, dass auch Acosta vorbeizog. Meter zuvor passierte Alex Marquez Di Giannantonio. Und als Jorge Martin mit 1,5 Sekunden Führung in die letzte Runde ging, musste sich Marc Marquez auch noch Mir und Morbidelli beugen!
Jorge Martin siegte beim Silverstone-Sprint vor Ai Ogura und dem kämpferischen Marco Bezzecchi. Der «Martinator» konnte seine WM-Führung um drei Punkte ausbauen. Hinter dem erfolgreichen Aprilia-Trio lief Alex Marquez als bester Ducati-Pilot ein. Marc Marquez rettete knapp den letzten WM-Punkt vor Diogo Moreira. Bitter endete der Sprint auch für Pecco Bagnaia, der nur knapp vor Pol Espargaro auf 18 über die Linie kam.
Der laute Auftritt der Aprilia-Showband hatte auch Auswirkungen in der WM-Tabelle. Marco Bezzecchi zog nach Rang 3 wieder auf Platz 3 und vorbei an Marc Marquez. In der Hersteller-WM vergrößtere Aprilia mit dem Triple auf 17 Punkte. Die Welt des MotoGP-Projekts aus Noale ist nach dem Sprint in England wieder in Ordnung.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach







