Marc Marquez gelassen: «Ein Titel mehr wird mein Leben nicht verändern»
Vor dem MotoGP-Event in Silverstone sprach Marc Marquez über seine körperlichen Einschränkungen. Wer seiner Meinung nach im Titelkampf den größten Druck hat und welche Fahrer 2027 stark sein werden.
In der MotoGP-Sommerpause machte Ducati-Pilot Marc Marquez Urlaub, daneben sah man den Weltmeister aber auch viel am Trainieren. Er spulte viele Kilometer auf dem Rennrad ab, vor einigen Tagen brachte er sich in Aragon mit einer Supersport-Ducati für die zweite Saisonhälfte in Stellung.
«Ich versuchte, mein körperliches Level weiter zu verbessern», meinte der 33-Jährige am Donnerstag vor dem britischen Grand Prix in Silverstone. Marquez ist körperlich immer noch nicht bei 100 Prozent. Insbesondere sein rechter Arm macht ihm zu schaffen. «Es ist, wie es ist. Mit meinem rechten Arm ist es eine andere Art von Arbeit – es ist nicht der rechte Arm vom letzten Jahr. Ich versuche mich daran zu gewöhnen und 100 Prozent zu finden. Mit einigen Muskeln wird es besser, mit anderen wiederum nicht. Ich möchte aber nicht mehr darüber nachdenken. Es geht darum, den Weg und den richtigen Fahrstil zu finden. Ich muss einmal mehr meinen Fahrstil auf meine körperliche Verfassung anpassen.»
Vor der Sommerpause legte Marquez eine beeindruckende Serie hin, er konnte in der Gesamtwertung viele Punkte aufholen. Er liegt derzeit mit 18 Punkten Rückstand auf WM-Leader Jorge Martin (Aprilia) auf Platz 3. «Es liegen fünf Fahrer innerhalb von 24 Punkten – wir starten von null. Wir sind fünf Fahrer, die um die Meisterschaft kämpfen. Wir versuchen, unser Bestes zu geben und bis zum Ende in einer guten Verfassung zu sein. Drei der Fahrer kämpfen um ihren ersten MotoGP-Titel. Wenn du ein Champion bist, verändert das dein Leben. Mein Leben wird sich nicht verändern mit einem weiteren Titel, ihres schon», schmunzelte der neunfache Weltmeister. «Das heißt, dass sie sehr viel Intensität hineinlegen werden. Für uns heißt das, dass wir sehr aufpassen müssen, weil sie viel Druck machen werden.»
Marc Marquez: «Wenn du Dritter wirst, ändert sich dein Leben nicht»
Somit liegt der Druck vor allem auf Ai Ogura, Marco Bezzecchi und Fabio Di Giannantonio? «Wenn du sie fragst, werden sie sagen, dass der Favorit derjenige ist, der mehr Weltmeisterschaften gewonnen hat», entgegnete Marquez. «Ehrlich gesagt verspüre ich aber keinen Druck. Mein Ziel ist dasselbe und ich werde es versuchen. Aber wie ich schon sagte: Ein Titel mehr wird mein Leben nicht verändern. Für sie schon, denn wenn du Dritter wirst, ändert sich dein Leben nicht.»
2027 wird es viele Veränderungen geben. Es treten die neuen MotoGP-Regeln in Kraft, dazu kommt, dass viele Fahrer den Hersteller wechseln werden. Was ist seiner Meinung nach der Fahrerwechsel, der den größten Einfluss haben wird – Pedro Acosta, der bei Ducati Lenovo sein Teamkollege wird, Fabio Quartararo, der auf einer Honda sitzen wird, oder Bruder Alex, der zu KTM geht? «Auf alle Fälle ist Pedro eines der interessantesten Talente, das auf ein Siegerbike wechselt», bestätigte Marquez. «Spannend wird auch zu sehen sein, wie sich Fabio auf der Honda macht und wie HRC das neue Motorrad entwickelt. Wenn Fabio das richtige Bike hat, dann ist er schnell. Bei Pedro ist es dasselbe. Dann darf man auch nicht Bagnaia vergessen, der zu Aprilia wechselt – er ist ein sehr guter Fahrer.»
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