GP-Sieger Johnny Herbert: Was George Russell (Mercedes) 2026 so entmutigt
Viele Fans und Fachleute hielten den englischen Mercedes-Fahrer George Russell für den kommenden Weltmeister 2026. Nun fährt er Kimi Antonelli hinterher. Und das ist nicht sein einziges Problem.
Vor der Formel-1-Saison 2026 setzten die meisten Formel-1-Anhänger und -Experten auf den Mercedes-Fahrer George Russell als neuen Champion, dies aufgrund seiner Erfahrung, gemessen an seinem Teenager-Stallgefährten Kimi Antonelli, und wegen des bärenstarken Mercedes.
Doch in der Sommerpause 2026 sieht das alles ganz anders aus: WM-Leader ist der 19-jährige Italiener Antonelli, Russell liegt nur auf WM-Rang 3 und hat satte 59 Punkte Rückstand auf den Bologneser.
Auch Johnny Herbert gibt zu: Damit hätte er vor der Saison nicht gerechnet. Im Portal Casinostugan hat der 62-jährige Engländer (161 Grands Prix, 3 Siege, WM-Vierter 1995) die Lage seines Landsmannes Russell eingeschätzt.
Herbert sagt: «Ich glaube, dass Kimi Antonellis Beständigkeit derzeit George Russell definitiv zu schaffen macht. Es scheint, dass Russell jedes Mal, wenn er ins Auto steigt, von Kimi eine ordentliche Schlappe einsteckt.»
«Ich weiss, dass es für ihn keine perfekte Saison war. Ich weiss, dass das Glück vielleicht nicht auf seiner Seite war, was aber zur Formel 1 gehört. Die Sache wird ihn zermürben, denn alle, mich eingeschlossen, waren der Ansicht, dass dieses Jahr Georges Jahr werden würde. Aber so ist es nicht gekommen.»
«Und dann gibt es die ständigen Gerüchte über Max Verstappen, dass er vielleicht doch mittelfristig bei Mercedes andocken könnte, die sicher nicht zur Gemütsverbesserung von Russell beitragen. George wird sich dessen bewusst sein, dass sein Platz gefährdet ist.»
«Stabilität und Sicherheit sind immer das, was ein Fahrer anstrebt, und bei Russell ist weder das eine, noch das andere vollständig gegeben. Aber genau das ist eine Herausforderung, der man sich als GP-Fahrer stellen muss. Manchmal muss man stets aufs Neue seinen Wert beweisen, und George befindet sich genau in dieser Situation.»
«Russell ist dazu gezwungen, sich jedes Mal neu zu bewähren. Und der einzige Weg, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen oder eine erneute Vertragsunterschrift zu bekommen, besteht darin – er muss die dominierende Kraft im Team werden. Leider ist derzeit davon nicht viel zu erkennen.»
«Wenn wir uns hingegen Kimi Antonelli betrachten, erkennen wir diese eindrucksvolle innere Sicherheit. Es ist wahrscheinlich ziemlich demoralisierend für George zu erkennen: Jedes Mal, wenn er glaubt, eine hervorragende Runde gedreht zu haben, dann erkennt er danach, dass er den Rückstand auf Kimi nicht einholen konnte.»
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