Bezzecchi vor Comeback: «Wenn das Gefühl da ist, werde ich es versuchen!»
Aprilia-Werksfahrer Marco Bezzecchi greift in Silverstone nach zuletzt vier GP-Nullnummern in Serie und einer Verletzung wieder ins MotoGP-Geschehen ein. Es kann nur besser werden.
Knapp vier Wochen nach dem schweren Sturz auf dem Sachsenring ist Marco Bezzecchi zurück – «Bez» erreichte die britische Insel planmäßig und war Teil des außergewöhnlichen Auftaktevents in der Londoner City. Nach einem erfolgreichen Public-Viewing-Event im Outernet-Areal mit über 20.000 Fans hatte man sich entschieden, den Auftakt des «Qatar Airways Grand Prix of Britain» vom beschaulichen Silverstone in die Metropole zu verlegen.
Es ist nicht lange her, da wurde Bezzecchi regelmäßig als WM-Führender begrüßt und angesprochen. In England war mehr Geduld erforderlich. Denn nach dem verheerenden Verlauf der letzten vier MotoGP-Veranstaltungen in Ungarn (3./Crash), Tschechien (Crash/Disqualifikation), Holland (4./Crash) und Deutschland (keine Starts nach Crash/Verletzung) war der Nummer 72 die WM-Führung entglitten. Die Rückrunde der langen Saison mit 22 Events nimmt Marco Bezzecchi nur noch als Vierter in Angriff. Aber: Die Top-5 der MotoGP sind nur durch 24 Punkte getrennt, auch Bezzecchi kann damit nicht abgeschrieben werden.
Der Racer aus Rimini gab zunächst die Krankmeldung zurück: «Ich bin sehr froh, zurück zu sein – das Willkommen ist großartig. Meine Sommerpause verlief ja etwas anders als erhofft. Für mich ging es um Training und Erholung. Neben der Schulter hat auch das verletzte linke Knie viel Arbeit gebraucht. Sicher ist – ich bin nicht bei 100 Prozent –, aber ich bin hier!» Noch muss Bezzecchis Antreten von der Ärztekommission bestätigt werden. Doch nach einem
Bezzecchi kehrt ausgerechnet an dem Ort zurück, an dem vor knapp 15 Monaten der erste MotoGP-Sieg für Aprilia gelang. Das Verhältnis ist entsprechend speziell. «Meine Beziehung zur Strecke ist eine ganz besondere, natürlich auch wegen dem, was hier im letzten Jahr passiert ist. Leichter macht es das nicht, denn nur an «Performance» zu denken, ist nicht ganz realistisch. Ich werde zunächst verstehen müssen, wie gut ich mich auf dem Motorrad fühle. Wenn ich mich gut fühle, dann werde ich es auch wieder versuchen.» Gemeint war damit nichts anderes als die Trendwende und die Rückkehr an die Spitze.
Bezzecchis Sicht zu seiner Situation: «Der Start in die Saison war sehr stark, während es zuletzt alles andere als positiv lief. In der Regel lernt man mehr aus den schweren Momenten. Hier zählt ein gutes Team – und das habe ich. Unsere Beziehung ist intensiv und hilft mir. Zusammen alles und das bis zum Ende des Jahres geben, das ist es, was wir tun.»
Und mit Blick auf den WM-Kampf: «Ich denke, es wird so noch eine Weile weitergehen, dass ein ganzes Bündel von Fahrern um die Spitze kämpft, aber ich denke auch, dass ich einer davon sein werde.»
Die Situation in der Königsklasse vor den beiden Rennen in England: Jorge Martin führt die Tabelle an. 14 Punkte hinter Martin folgt Trackhouse-Pilot Ai Ogura. Marc Marquez fehlen vier Punkte auf den Japaner, Bezzecchi wieder vier Punkte auf den Weltmeister. Fabio Di Giannantonio als Fünfter hat nur zwei Zähler Abstand zu «Bez».
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