MotoGP-Sieg von Pedro Acosta in Reichweite? «Ein Wunder muss geschehen»
In Silverstone beginnt für Pedro Acosta die letzte Saisonhälfte für KTM in der MotoGP: Elf Grands Prix, dann wechselt er zu Ducati. Bei der Pressekonferenz in London sprach er über ein Wunder.
Die MotoGP meldete sich nach der Sommerpause an einem ungewohnten Ort zurück: Die Pressekonferenz zum britischen Grand Prix fand nicht im Fahrerlager von Silverstone statt, sondern mitten in London. Im Outernet-Areal an der Tottenham Court Road, wo die Fahrer standesgemäß in schwarzen Taxis vorfuhren, wurde die Medienrunde zum Public-Viewing-Event. Neben Pedro Acosta saßen Ai Ogura, Marco Bezzecchi, Diogo Moreira und Rückkehrer Cal Crutchlow auf der Bühne.
Elf Rennen, dann ist Schluss in Orange
Für Acosta beginnt in Silverstone das letzte Kapitel einer langen Beziehung: Seit 2018, seit seinen Anfängen im professionellen Nachwuchsbereich, sitzt der Spanier auf KTM-Material. Nach den verbleibenden elf Grands Prix wechselt er ins Ducati-Werksteam an die Seite von Marc Marquez. Als WM-Siebter mit 148 Punkten hat er fast so viele Zähler gesammelt wie seine drei KTM-Kollegen zusammen. Auf WM-Leader Jorge Martin (Aprilia) fehlen ihm 60 Punkte.
Dass es nicht mehr ist, lag oft nicht am Fahrer. Immer wieder bremste ihn die KTM RC16 mit technischen Problemen aus. «Ich bin froh, zurück zu sein. Am Ende war der erste Teil der Saison gar nicht so schlimm. Es stimmt, dass wir viele technische Probleme hatten und deshalb im WM-Kampf zurückgefallen sind. Aber es überrascht, dass war nicht noch weiter zurückliegen», resümierte Acosta über seine erste Saisonhälfte.
Gelingt Pedro Acosta sein erster MotoGP-Sieg mit KTM?
Die drei freien Wochen nutzte er bewusst nicht zum Grübeln. «In der Sommerpause war ich darauf konzentriert, abzuschalten und alle Probleme zu vergessen, die wir hatten. KTM hat hart gearbeitet», erklärte er. «Wenn wir in der zweiten Saisonhälfte diese technischen Probleme nicht mehr haben, können wir versuchen, im Kampf um die Top-Positionen der WM zurückzukommen.»
Ausgerechnet Silverstone scheint nicht der beste Start für seine Kampagne zu sein. In der MotoGP stand Acosta dort nie auf dem Podest, in der Moto2 nur ein einziges Mal. «Ich glaube, es muss ein Wunder geschehen», antwortete er auf die Frage nach einem möglichen Rennsieg. «Im Moment müssen wir versuchen, in den Top-5 zu sein. Wir sind nicht so weit von der WM-Spitze entfernt. Letztes Jahr war das hier unser schwierigstes Rennen im ganzen Kalender.» Sein Ziel sei es, den Rückstand bis zu den Asien-Rennen gering zu halten, da die Rennen dort für ihn erfahrungsgemäß besser laufen.
Sommerpause mit NASCAR und Radrennen verbracht
Erholung suchte Acosta in den USA, wo er ein NASCAR-Rennen besuchte. «Autos zu sehen, die aussehen wie mein Van, und die dann 360 km/h fahren, war beeindruckend. Ich hatte auch Zeit, Indianapolis zu besuchen, eine Strecke, auf der ich noch nie war», erzählte er. Die sportliche Vorbereitung folgte beim Radrennen «La Purito» in Andorra, gemeinsam mit einigen MotoGP-Kollegen.
Der Anspruch für die zweite Saisonhälfte ist klar: «Wir müssen jetzt versuchen, keine Fehler zu machen, und fokussierter sein als je zuvor. Denn wir sind viel näher dran, als wir uns zu Beginn des Jahres überhaupt vorstellen konnten.»
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