Raul Fernandez bis 2028 bei Trackhouse: Die 850er-Aprilia überzeugte
Die Zukunft von Raul Fernandez in der MotoGP ist gesichert. «RF25» erklärte in Silverstone warum seine «schwierige Phase» nichts mit dem Vertrag zu tun hatte und was sich seit Assen verändert hat.
Der erste Eindruck, den Raul Fernandez in Silverstone einfing, war ein ungewohnter: Sonne statt Regen, dazu ausgedörrtes, gelbes Gras. »Seit wann regnet es hier nicht mehr?» Diese Frage stellte sich Raul Fernandez im Fahrerlager und verglich die Szenerie schmunzelnd mit Spanien. Passend zur Stimmungslage – denn der 25-Jährige kommt mit der Gewissheit zurück aus der Sommerpause, die ihm im Frühjahr noch gefehlt hat: Sein Vertrag bei Trackhouse Racing wurde unmittelbar vor dem Silverstone-GP um zwei Jahre verlängert.
Der 850er-Test ergab einen klaren Befund
«Ich bin sehr glücklich, denn seit 2024 arbeiten wir zusammen und ich finde, wir sind auf einem guten Weg», sagte Fernandez zu seiner Vertragsverlängerung im Team von Justin Marks. «Für die Zukunft wird alles neu sein, aber ich werde mein Team und Material gut kennen. Ich fühle mich wie zu Hause und sehr wohl bei ihnen.» Andere Angebote habe es gegeben, bestätigte er, ohne Namen zu nennen: «Wenn du weißt, dass sowieso alles anders wird, musst du versuchen, den Rest möglichst einfach zu halten. Das Einfachste war, dieselbe Crew zu behalten.» Vor der Unterschrift hatte er bereits die neue 850er-Aprilia getestet – mit klarem Befund: «Ich habe gesehen, dass das Motorrad funktioniert.»
Vor wenigen Rennen hatte Fernandez mit der Bemerkung aufhorchen lassen, dass nur seine Eltern und sein Bruder wüssten, dass er eine schwierige Zeit durchmache. Die Deutung, es sei um den Vertrag gegangen, wies er zurück: «Alle haben angefangen, über Verträge zu sprechen. Ich habe immer versucht, dass meinem Manager zu überlassen und mich selbst aufs Motorradfahren zu konzentrieren. Es ging nicht um eine Vereinbarung, sondern um andere Dinge.» Deutlicher wurde er auf Nachfrage: «Wir haben mehr im Leben als nur das Motorradfahren. Ich bin 25 Jahre alt und muss im Leben noch vieles Lernen.»
Seit Assen fährt Fernandez befreit – kein Auge auf MotoGP-Titel
Dass die Hängepartie Spuren hinterließ, räumte er ein. «Fast alle Fahrer hatten alles vor mir geregelt. Ich war der einzige ohne fixen Vertrag. In manchen Rennen habe ich zu viel nachgedacht.» Die Wende datiert er auf Assen: «Da war fast alles klar. Und man sieht, dass ich von Assen bis hierher befreiter fahren kann.» Die Bilanz stützt ihn: Sprintsiege in Mugello und Assen, drei Podestplätze in der laufenden Saison, WM-Rang 6 mit 159 Punkten.
Ein Saisonziel nennt er nicht, auch wenn er zum erweiterten Kreis der WM-Titelkandidaten zählt: «Bevor ich den Deal hatte, habe ich weder die Situation noch das Fahren genossen», äußerte sich Fernandez, für den nun wieder der Spaß am Motorrad fahren im Vordergrund steht. «Wir wissen, dass wir ein gutes Motorrad haben, das Team hat vieles richtig gemacht und wir werden bis zum Schluss pushen. Ich will nicht darüber nachdenken, was möglich ist. Ich denke von Rennen zu Rennen.»
Um sich in der WM-Tabelle weiter zu verbessern, gilt es zunächst Fabio Di Giannantonio ins Visier zu nehmen. Der VR46-Athlet liegt 25 Zähler vor der Startnummer 25.
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