Marc Marquez (6.) hat wenig Hoffnung: «Sind vom Podium weit entfernt!»
Das MotoGP-Zeittraining in Silverstone beendete Marc Marquez (Ducati) auf Rang 6. Er sprach danach über die Stärke der Aprilia. Wie er seine Chancen auf einer Strecke einschätzt, die ihm nicht liegt.
Vor dem britischen Grand Prix betonte Champion Marc Marquez, dass sich sein Leben nicht verändern würde, wenn er in diesem Jahr eine weiteren MotoGP-Titel einfahren würde. Für seine Rivalen im Titelkampf, die bislang in der Königsklasse noch nie eine Meisterschaft gewinnen konnten, hingegen schon. Mit dieser Aussage machte er Druck auf Ai Ogura, Marco Bezzecchi und Fabio Di Giannantonio – MM93 weiß eben aus Erfahrung, wie man sich auch abseits der Rennstrecke zu verhalten hat, um eine Weltmeisterschaft zu gewinnen.
Am Trainingsfreitag in Silverstone zeigte Marc Marquez einen guten Speed, auf den vordersten Plätzen waren aber insbesondere die Aprilia-Piloten zu finden. Im FP1 am Mittag landete der neunfache Champion auf Rang 6, das MotoGP-Zeittraining am Nachmittag beendete er ebenfalls auf Rang 6. Auf die souveräne Bestzeit von Bezzecchi fehlten ihm rund sieben Zehntelsekunden.
Wie war sein erster Arbeitstag nach der Sommerpause? «Er war gut. Es war ein Tag, den wir erwartet hatten. Es sieht danach aus, dass die Aprilia in den flüssigen Kurven am stärksten ist – so wie in Assen oder eben hier», gab Marquez zu verstehen. «Aber wir arbeiten in die richtige Richtung und versuchen unser Bestes. Momentan sind wir vom Podium weit entfernt. Wir sind nah dran an den Top-5, aber wir liegen nicht innerhalb der Top-5. Daran müssen wir arbeiten.»
Marc Marquez: «Bin optimistischer als in Assen»
Apropos Assen: Mit der niederländischen Strecke konnte sich Marc Marquez bislang nicht so richtig anfreunden. In diesem Jahr erreichte er dort die Ränge 6 und 7. Vom Charakter her ähnelt der TT Circuit mit den flüssigen Kurven dem Silverstone Circuit. Traut er sich dennoch an diesem Wochenende ein besseres Ergebnis zu? «Ich glaube, dass das Potenzial hier minimal höher ist als in Assen. Aber ich gehe von einer ähnlichen Position aus. Ich bin aber optimistischer als in Assen.»
Weshalb mag er Kurse wie Assen oder Silverstone nicht besonders – weil die Strecken so schnell sind, oder hat es mehr mit dem Motorrad zu tun? «Natürlich hat jedes Bike seine Stärken und Schwächen. Wir haben in dieser Saison gesehen, dass die Aprilia in flüssigen Kurven schneller sind als wir. Bei Stop-and-Go-Kurven sind wir wiederum schneller», analysierte Marquez. «Seit 2013 habe ich wegen meines Fahrstils immer auf den gleichen Strecken meine Schwierigkeiten – in flüssigen Kurven habe ich meine Probleme. Mit 33 Jahren kann ich mich schon noch ein bisschen anpassen, aber ich habe einfach meinen Fahrstil. Letztes Jahr hatte ich in denselben Bereichen zu kämpfen als in diesem Jahr. Aber ich konnte damals die Zeit wieder gut machen. Dieses Jahr ist das nicht möglich. Dort, wo ich letztes Jahr stark war, bin ich jetzt etwas langsamer. Den Grund kennen wir alle. Wir werden sehen, wie ich damit umgehen kann. Ich versuche, das Wochenende dennoch zu genießen – egal, welche Position ich erreiche.»
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